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Princess Alexia Windpark in den Niederlanden, Foto: Nuon/Jorrit Lousberg
Experte
26. September 2016
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200 Megawatt Onshore Windkraft in Deutschland bis 2020

Mit einem Anteil am deutschen Strommix von zurzeit zwölf Prozent ist die Onshore-Erzeugung eine tragende Säule der regenerativen Energien in Deutschland, deren Bedeutung weiter zunehmen wird. Auch Vattenfall will den Onshore-Ausbau in Deutschland forcieren. In den kommenden Jahren will das Unternehmen weitere 200 Megawatt Leistung in Deutschland ans Netz bringen.
Onshore Windpark Jänschwalde, Foto: Vattenfall

Onshore Windpark Jänschwalde, Foto: Vattenfall

Nach dem Ausstieg aus der Braunkohle fokussiert sich das Unternehmen in Zukunft noch stärker auf die Windkraft. Bis zum Jahr 2020 werden über fünf Milliarden Euro investiert, unter anderem in den Ausbau der Windkraft an Land in Deutschland. Dieser Bereich soll deutlich wachsen. Ausgestattet mit den Erfahrungen aus aktuellen Projekten in den Niederlanden, Dänemark, Südschweden und Wales will Vattenfall von Hamburg aus bis zum Jahr 2020 Kapazitäten von mindestens 200 Megawatt in Deutschland entstehen lassen. Mit einem Anteil von 1.000 Megawatt installierter Leistung in Europa ist die Onshore Windenergie bereits heute ein wichtiger Pfeiler der regenerativen Energieerzeugung bei Vattenfall.

Mit partnerschaftlichen Konzepten zum Erfolg

Für die Realisierung zukünftiger Onshore Windprojekte in Deutschland sind für Vattenfall Kooperationen auf vielen Ebenen ein wichtiger strategischer Pfeiler. „Eine Möglichkeit ist, dass wir gemeinsam mit einem Projektentwickler und einem genehmigten Projekt an einer Ausschreibungsrunde teilnehmen und natürlich möglichst gewinnen“, sagt Anna Jasper-Martens, die das Onshore Wind Geschäft in Deutschland leitet. „Überall dort, wo ein starker und erfahrener Partner gebraucht wird, sind wir gerne zur Stelle“, so Jasper-Martens. Die Offenheit gegenüber weiteren Partnern bezieht Jasper-Martens ausdrücklich nicht nur auf andere Unternehmen: „Beteiligungen mit Bürgern sind uns immens wichtig. Wir möchten auch die Anwohner beteiligen. Das macht Sinn, nicht nur um die Akzeptanz vor Ort zu fördern.“

Onshore in Dänemark: Nørrekær Enge, Foto: Vattenfall

Onshore in Dänemark: Nørrekær Enge, Foto: Vattenfall

Vattenfall sei bereits viele erfolgreiche Partnerschaften mit lokalen Landbesitzern und privaten Investoren aus aller Welt eingegangen. So biete Vattenfall bei Onshore Windprojekten in Dänemark mindestens 20 Prozent der Anteile an Windparks den Anwohnern an. Anders als andere Unternehmen, die nur Anteile an bestimmten Turbinen ausgeben, gehe es bei Vattenfall um Anteile am gesamten Windpark.

Akzeptanz durch Beteiligung

Aktuell stehen die meisten Deutschen der Windenergie positiv gegenüber. Zwei Drittel der Bundesbürger sprechen sich für den Ausbau der Windenergie aus. Wichtige Gründe sind dabei neben der Unabhängigkeit von Kohle, Öl und Gas die positiven Auswirkungen für den Klimaschutz, die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie die Hoffnung auf  langfristig sinkende Energiepreise.

Interessant ist, dass die Zustimmung für Windenergieanlagen in der Nachbarschaft insbesondere dort groß ist, wo die Bürger vor Ort an Windparks direkt beteiligt sind. „Damit belegen die Umfragen aus Deutschland sehr gut, wie hilfreich es ist, auf unsere Erfahrungen mit Beteiligungsmodellen aus anderen Ländern zurückzugreifen. Ausschlaggebend wird sein, inwieweit wir unsere Angebote auf die Bedürfnisse der jeweiligen Region und ihrer Bürger zuschneiden können“, sagt Jasper-Martens. 

Der günstigste Bewerber gewinnt den Wettbewerb um Fördergelder 

Die Chancen, auch künftig in Deutschland wirtschaftliche Projekte entwickeln zu können, stehen gut – trotz des verstärken Wettbewerbs. Um ab 2017 für neue Windkraftanlagen an Land Fördergelder zu erhalten, müssen Projektenwickler an einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur teilnehmen. Dabei stehen die Ausschreibungsteilnehmer für den Bau eines Windparks untereinander im Wettbewerb. Fördergelder erhalten nur die Teilnehmer, die ihre Anlagen im Vergleich zu den Mitbewerbern mit der geringsten Förderung auskommt.

Damit ergibt sich die Förderhöhe aus dem Wettbewerb und wird nicht mehr vom Staat als feste Einspeisevergütung festgelegt. Insgesamt werden in den kommenden beiden Jahren je 2.800 Megawatt für neue Windenergieanlagen ausgeschrieben. Auf diese Weise wird auch der jährliche Ausbau der Windenergie entsprechend begrenzt. 

Regenerative setzen sich durch 

Onshore in Dänemark: Tjæreborg, Foto: Vattenfall

Onshore in Dänemark: Tjæreborg, Foto: Vattenfall

Trotz unterschiedlicher Förderungssysteme der Onshore Windenergie in einzelnen Ländern ist der europaweite Trend zu erkennen: Die Förderung grüner Energieerzeugung sinken immer weiter und die Stromerzeugungskosten für erneuerbare Energien sinken auf das Niveau konventionell erzeugten Stroms. In wenigen Jahren werden sich die regenerativen Energien auf dem Markt durchsetzen und Windparks unabhängig von Subventionen gebaut und betrieben werden.

Windkraft bei Vattenfall seit 1977 

Die ersten Überlegungen zur Windenergie-Erzeugung bei Vattenfall liegen fast 40 Jahre zurück. Wie viele andere europäische Industriestaaten war Schweden in den frühen siebziger Jahren von der Ölkrise geschockt. Um die Möglichkeiten der inländischen Energieerzeugung auszuloten, beauftragte die Regierung das Staatsunternehmen Vattenfall, die Möglichkeiten der Windenenergie-Erzeugung zu testen. Die erste Anlage entstand im Jahr 1977 in der kleinen schwedischen Gemeinde Älvkarleby, rund 200 Kilometer nördlich von Stockholm.

Windpark Westküste im Kaiser-Wilhelm-Koog, Foto: Vattenfall

Windpark Westküste im Kaiser-Wilhelm-Koog, Foto: Vattenfall

Auch in Deutschland gehört Vattenfall zu den Onshore Pionieren. So waren die Hamburgischen Electricitäts-Werke (HEW), eines der Vorgängerunternehmen von Vattenfall in Deutschland, an der Gründung des ersten deutschen Windparks beteiligt, der 1987 in Kaiser-Wilhelm-Koog im schleswig-holsteinischen Kreis Dithmarschen in Betrieb genommen wurde.

WindEnergy Messe in Hamburg mit Fachvorträgen

Vattenfall ist vom 27. bis 30. September 2016 auf der WindEnergy Messe in Hamburg (Halle B6, Stand 339). Täglich finden auch Speakers Corner Vorträge statt. Anna Jasper-Martens, die Leiterin des Onshore Wind Geschäfts von Vattenfall in Deutschland ist am Mittwoch, 29. September um 15:15 Uhr mit dem Thema „Chancen mit Kooperationsmodellen im neuen EEG“ vertreten. Der konsequente Wachstum in der Windenergie ist ein klares Ziel von Vattenfall, auch unter den Bedingungen des neuen EEG. Intelligente Kooperationsmodelle spielen dabei eine zentrale Rolle.

Links

Windkraft bei Vattenfall
Onshore Windkraft bei Vattenfall

Themenschwerpunkt Windenergie

Offshore Wind – mit gutem Gefühl arbeiten
Leidenschaft für Offshore Wind
Windenergie als Wachstumsmotor
Wie entsteht Windenergie

Anna Jasper-Martens
Experte
26. September 2016

Ich bin seit Mai 2016 für das Wind Onshore Development Team in Deutschland verantwortlich. Gemeinsam treiben wir den Ausbau der deutschen Onshore Wind Aktivitäten Vattenfalls voran. Meine seit 1999 gesammelten Erfahrungen in verschiedensten Positionen im liberalisierten Energiemarkt kommen uns bei der Entwicklung neuer Konzepte, wie bei Bürgerbeteiligungen und innovativen Kooperationsideen, zu Gute.

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