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Constanze Wruck mit einem Azubi
Experte
2. September 2015
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„Ausbildung ist nur eine Grundlage“

Am 1. September starteten die neuen Azubis in den Beruf. Unser Ausbilderteam in Berlin empfing sie im Ausbildungszentrum an der Naumburger Strasse. Ein Teammitglied ist Constanze Wruck. Sie ist die erste weibliche technische Ausbilderin und mit 24 auch eine der Jüngsten. Wruck freut sich auf die Neuen, und auch wenn manch ein Azubi älter sein wird als sie, lässt sie sich davon nicht irritieren. Denn für sie zählen Qualifikation und Persönlichkeit, nicht das Alter. Wruck begleitet die Mechatroniker und Industriemechaniker in Berlin auf ihrem Weg ins Berufsleben.

Frau Wruck, wie viele Azubis starten in Ihrem Bereich und was erwartet sie?

„Wir bilden dieses Jahr 19 Mechatroniker und zwei Industriemechaniker aus. Ich werde mich gerade am Anfang auf die Grundlagen konzentrieren. Auch wenn die theoretischen Inhalte überwiegend in der Berufsschule gelehrt werden, vermitteln auch wir hier fachtheoretische Kenntnisse zu den praxisbezogenen Fertigkeiten. Im mechanischen Bereich sind das Grundlagen der Metalltechnik, wie z. B. Bohren, Drehen, Fräsen. Im elektrotechnischen Bereich unterrichten wir die Grundlagen der Elektroinstallation, wie Abmanteln und Abisolieren von Leitungen, Pressen, Quetschen, Crimpen, Löten, Messen oder die Inbetriebnahme. Auch die Bereiche Hydraulik, Pneumatik und Lagertechnik sowie speicherprogrammiertes und rechnergestütztes numerisches Steuern sind Teil der Ausbildung.“

Die Neunen bei Vattenfall in Berlin: Insgesamt 91 Auszubildende in 10 Ausbildungsberufen/Studienrichtungen begannen am 1. September ihre Ausbildung. Ebenfalls auf dem Foto das Ausbildungsteam und Jugend- und Auszubildendenvertreter. Foto: Vattenfall

Die Neuen bei Vattenfall in Berlin: Insgesamt 91 Auszubildende in 10 Ausbildungsberufen/Studienrichtungen begannen am 1. September ihre Ausbildung. Ebenfalls auf dem Foto das Ausbildungsteam und Jugend- und Auszubildendenvertreter. Foto: Vattenfall

Wie kamen Sie zu Vattenfall?

„Als ich 10 Jahre alt war, nahm ich an einer Führung im Heizkraftwerk Reuter West teil. Auf der Warte sagte der Kraftwerksführer dann, dass die Mitarbeiter hier eine enorme Verantwortung haben und daher sehr viel wissen und können müssen. Das war der Moment, in dem ich beschloss, Kraftwerkerin zu werden. In der 9. Klasse absolvierte ich dann mein Betriebspraktikum in Reuter West und ein paar Jahre später auch mein komplettes Außendienstjahr. Nach der erfolgreichen Bewerbung bei Vattenfall begann ich eine Lehre zur Mechatronikerin. Zeitgleich machte ich auf der Abendschule mein Fachabitur. Das war eine sehr lernintensive Zeit.

Dann spielte mir das Glück in die Karten und Anfang 2012 wurde mein Arbeitsvertrag entfristet. Ich fing im Fernwärmebetrieb an. Dort wurde ich hauptsächlich im Schlosser- und Schweißerbereich eingesetzt. Ich habe viel gelernt, auch wenn diese Tätigkeiten von meiner Ausbildung als Mechatronikerin recht weit entfernt waren.“

Wie sind Sie Ausbilderin geworden?

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Arbeitet zielstrebig an ihrer beruflichen Laufbahn: Constanze Wruck

„Nach meiner Schwangerschaft und dem anschließenden Erziehungsjahr wurde ich im Innendienst eingesetzt und hatte viel mit SAP und Personalwirtschaft zu tun. Das war etwas völlig Neues und auch eine Herausforderung. Aber letztlich wusste ich, dass ich nicht den Rest meines Berufslebens im Büro sitzen wollte. Dann rief eines Tages mein ehemaliger Ausbildungsmeister, Bernd Schubert, heute Teamleiter für Mechatroniker und Industrie­mechaniker, an. Er fragte mich, ob ich Ausbilderin werden wolle, und ich beschloss, wieder zu meinen Mechatronik-Wurzeln zurückzukehren.“

Welche Veränderungen brachte das mit sich?

„Um alles unter einen Hut zu bekommen, musste ich einen Zeitplan aufstellen. Ich brauchte einen Ausbilderschein, wollte meinen Meister machen und trotzdem auch für meine Tochter da sein. Das bedeutet, tagsüber arbeiten und wenn die Kleine abends halb acht im Bett ist, drei Stunden fürs Meister-Fernstudium am Schreibtisch sitzen.“

Das klingt sehr stressig.

„Durch das Fachabitur an der Abendschule wusste ich ja, was mich erwartet. Ein Fernstudium ist optimal, wenn man ein Kind hat. Naja, und wer was haben möchte, muss auch dafür arbeiten.“

Was wollen Sie – neben Fachwissen – den Auszubildenden noch mit auf den Weg geben?

„Ich weiß, dass ich weder die Aufgaben der Schule noch die der Eltern übernehmen kann. Aber ich möchte die Auszubildenden zur Selbstständigkeit ermuntern und zwar so, dass sie handlungsfähig sind, wenn sie hier rausgehen. Wichtig ist mir auch, dass sie verstehen, dass diese einmalige Ausbildung nur die Grundlage für die nächsten 30 oder 40 Jahre Arbeitsleben ist. Um langfristig mithalten zu können, werden sie sich lebenslang neues Wissen und Können aneignen müssen.“

Harry Budwilowitz
Experte
2. September 2015

Im Instandhaltungsbereich des Heizkraftwerks Reuter West habe ich 1987 meine Unternehmenslaufbahn begonnen. Zehn Jahre später wechselte ich in den Ausbildungsbereich und war dort unter anderem als Koordinator für die technische Ausbildung zuständig. Im Jahr 2010 übernahm ich die Leitung der Ausbildung in Berlin. Seitdem sorge ich für den qualifizierten Nachwuchs für Vattenfall in der Hauptstadt.

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