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19. Juni 2017
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Berliner Bienenvölker brauchen Hilfe

Tabea Meifert (13 J.) hat ihre zwei Berufsorientierungstage bei Vattenfall im Kommunikationsbereich verbracht und dabei nicht nur etwas über den Berufsalltag im Unternehmen gelernt, sondern auch gezeigt, was sie kann. Das Ergebnis: ein Text über Berliner Bienen.

Die Berliner Imkerinnen Simone Götz und Erdmute Nickel schicken ihre Bienen neuerdings in Berlin-Mitte auf Blütenjagd. Zwei ihrer Bienenvölker sind auf dem Dach der Berliner Hauptverwaltung von Vattenfall eingezogen. Bienen sind nützlich und wichtig. Sie stehen auf Platz drei des Nutztierrankings und sind ein wichtiger Bestandteil der Natur. Obwohl es ganz einfach ist, den Bienen das Leben zu erleichtern, sind sie vom Aussterben bedroht.

Ein Bienenvolk auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes von Vattenfall, in der Chausseestraße in Berlin-Mitte, Foto: Vattenfall

Um gegen das Bienensterben anzukämpfen, werden immer mehr Bienen in Städte umgesiedelt. Denn Pestizide, wie zum Beispiel Pflanzenschutzmittel werden in Städten nicht versprüht und auch Monokulturen gibt es in Berlin nicht. Das sind einige der Gründe, warum die beiden Hobby-Imkerinnen Simone Götz und Erdmute Nickel so glücklich sind, die Hauptverwaltung als Zuhause für ihre Bienen gefunden zu haben. Dort profitieren die Bienen vor allem von der Sicherheit und Abgelegenheit des Daches. Für die Bienen ist dieser Standort ideal, da sie kaum gestört werden und es genügend Kleingärten, Parkanlagen und bepflanzte Balkone in der Nähe gibt.

Ein Bienenvolk produziert rund 30 Kilogramm Honig pro Jahr, im Jahr 2013 und 2014 produzierten die Bienen auf dem Gelände des Heizkraftwerks Berlin-Buch über 700 Gläser Honig, wovon vor allem die Mitarbeiter Vattenfalls profitieren.

Viele Bienenvölker erkranken

Berlin ist mittlerweile die Heimat von 150 Millionen Bienen, je nach Jahreszeit. Die Imker hoffen, dass die Bienen Population auch weiterhin steigt und die Bienen vor dem Aussterben bewahrt werden können. Denn die Zahlen sind alarmierend: 40 Prozent der Bienen in Brandenburg haben den letzten Winter nach Informationen des Imkerverbandes Berlin-Brandenburg nicht überlebt. Normal sei lediglich ein Verlust von 10 bis15 Prozent der Bienenvölker. Viele Bienen starben aufgrund der Varroa-Milbe, sie wurde 1979 eingeschleppt.

Die befallenen Bienen sind kleiner als gesunde Bienen, kehren öfter nicht zurück in den Stock und haben eine schlechtere Lernleistung. Es wird angenommen, dass nicht die Milbe selbst für das Bienensterben verantwortlich ist, sondern Viren, die die Biene befallen, nachdem die Milbe ihr Immunsystem geschwächt hat.

Trend Imkerei

Zwei Bienenvölker auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes von Vattenfall, Foto Vattenfall

Es gibt aber auch gute Nachrichten, was die Bienen betrifft: Seit 2012 geht der Trend wieder zum Imkerhobby und mehr Menschen kümmern sich um Bienen. Auch viele Firmen unterstützen Bienen, indem sie die sensiblen Flugtiere in ruhigen Umgebungen mit pestizidfreien Wiesen ansiedeln. Um den Bienen bei ihrer wichtigen Arbeit zu helfen, braucht man aber keine Imkerin und kein Imker sein. Hier kommen fünf Ratschläge für Menschen mit einem Herz für Bienen:

Was kann man tun, um Bienen zu helfen?

  • Bienenfreundliche Pflanzen säen: Optimal für Bienen sind Obstbäume im Garten oder wildwachsende Pflanzen auf der Terrasse. Eine bienenfreundliche Rasenmischung hilft auch. Für weitere Information über bienenfreundliche Pflanzen gibt es eine App des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung: BienenApp
  • Honig aus der Region kaufen: 80 Prozent des Honigs, den wir essen, stammt aus anderen Ländern. Neben den langen Transportwegen können auch Bienenkrankheiten so nach Deutschland gelangen.
  • Auf Pestizide verzichten: Viele Pflanzenschutz-, Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmittel, (also Pestizide, Herbizide und Biozide) sind tödlich für Bienen.
  • Bienenfreundliche Lebensmittel kaufen: Bei saisonalen Lebensmitteln aus regionaler ökologischer Landwirtschaft wird meistens auf bienenschädliche Pestizide verzichtet.
  • Bienenpate werden: Bei der Organisation „Bienenretter“ kann man Pate von Bienen werden. Als Pate erhält man jährlich ein Glas Honig von seinen „Patenbienen“.

Links:

Bienenretter
Bienen bevölkern die Hauptstadt
Bienen bei Vattenfall

 

 

Martina Pachaly
Experte
19. Juni 2017

Die Idee, Bienen an Kraftwerksstandorten anzusiedeln wurde von der Kraftwerksleitung positiv aufgenommen. Inzwischen geht mein Engagement für die fleißigen Tiere weit über ein berufliches Interesse heraus. Die Mission lautet „mehr bienenfreundliche Pflanzen auf Berliner Balkons“. Sterben die Bienen aus, ist auch die Menschheit bedroht. Das ist vielen noch nicht bewusst. Zum Glück widmen sich immer mehr Medien diesem Thema und als Mitarbeiterin der Kommunikation von Vattenfall kann auch ich weiter Aufklärungsarbeit leisten.

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