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Marlene Wenzel und die Spree-Gärtner Marc und Thomas
Experte
25. September 2017
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Die Berliner Weltzeituhr als Vogelhaus

Wer den einheimischen Vögeln Gutes tun möchte, bietet ihnen im Spätsommer ein Vogelhaus an. Dann endet die Brutsaison und die Gefiederten beginnen, nach einer geeigneten Futterstelle zu suchen. Wer handwerklich was drauf hat, baut selbst eins. So, wie Marlene Wenzel, die mit ihrem außergewöhnlichen Modell einen Wettbewerb, damit 500 Euro und die Gastrolle in einem YouTube-Film gewann.

Es begann mit dem Aufruf in einer großen Berliner Tageszeitung. Diese lobte gemeinsam mit Vattenfall den Wettbewerb „Spatzenstadt“ aus. Gesucht wurde das kreativste Vogelhäuschen. Die witzigsten Einfälle und kühnsten Konstruktionen sollten honoriert werden. Anreiz genug für die angehende technische Produktdesignerin Marlene Wenzel. Sie hat viele ausgefallene Ideen und handwerkliches Geschick.

Berliner Sehenswürdigkeit aus Holz

In diesem Vogelhaus kann sich auch international begegnet werden, Foto: Vattenfall

Bei der Aktion ging es nicht vorrangig um das Bauen. Die Schüler und Jugendlichen sollten sich mit ihrer Heimat auseinandersetzen und den Blick für die Natur schärfen. So entstand die Kombination aus funktionellem Vogelhaus und Berliner Wahrzeichen.

„Als ich vom Wettbewerb erfuhr, hatte ich enorm viele Vorstellungen im Kopf, wie ein ausgefallener Futterplatz für Vögel aussehen könne“, erzählt Marlene Wenzel. Sie ist im ersten Lehrjahr am Oberstufenzentrum Holz und Glas und macht ihre Ausbildung zur technischen Produktdesignerin. Passender geht’s nicht.

Zwei Wochen vor Abgabetermin legte sie los und merkte schnell, dass einige Ideen nicht umsetzbar sind: „Anfangs wollte ich die ‚Schwangere Auster‘ nachbauen. Die gewölbte Kuppel ließ sich leider nur mühsam aus Holz herstellen. Also entschied ich mich für die Weltzeituhr.“

Zwei Tage – es entsteht ein Vogelhaus

Marlene skizziert ihre Idee, kauft Bastelmaterial und spannt ihren Vater ins Bauprojekt mit ein. Im Handumdrehen verwandeln die Beiden das Wohnzimmer in eine Werkstatt. Zwei Tage herrschte Chaos in den vier Wänden der Familie Wenzel. „Überall lagen Sägespäne herum“, lacht Marlene.

Stolz schaut sie auf die Fotos, die bei ihrer Arbeit entstanden. Einige davon hat sie noch auf den letzten Drücker an die Zeitungsredaktion geschickt. Glücklicherweise rechtzeitig, denn offensichtlich hat ihr Kunstwerk die Jury beeindruckt. Marlene gewinnt den Wettbewerb.

Videodreh im Gemeinschaftsgarten von Vattenfall

Beim Dreh im Gemeinschaftsgarten, am Heizkraftwerk Mitte

Verknüpft ist die Aktion mit Vattenfalls Urban Gardening-Projekt Pflanz was! Denn Teil des Gewinns war eine Gastrolle beim Videodreh mit den Spreegärtnern Marc und Thomas. Die Beiden begleiten Vattenfalls Gemeinschaftsgärten in Berlin-Mitte. In regelmäßigen Abständen zeigen sie in unterhaltsamen „do-it-yourself-Kurzfilmen“ Tipps und Tricks rund ums Gärtnern.

Gemeinschaftsgärten – Oasen für Mensch, Natur und Umwelt

Im neuen Film erklären die Gartenprofis, wie ein Vogelhaus gebaut wird. „Ich durfte dabei sein“, freut sich Marlene. „Gemeinsam haben wir vor der Kamera meinen Entwurf nachgebastelt. Das war eine coole Erfahrung. Ich war vor dem Dreh überhaupt nicht aufgeregt. Vorbereitet habe ich mich auch nicht. Das hat mir geholfen, vor der Kamera völlig ungezwungen zu sein.“

Die Stimmung am Set ist gelöst, das Wetter perfekt. Marlene lacht: „Der Ablauf und die Dialoge beim Filmdreh waren selbsterklärend. Und beim Vogelhausbau musst du nicht groß schauspielern. Es ging hauptsächlich ums Basteln, und das liegt mir halt.“ Schnell ist der Dreh im Kasten. Das Team und die Protagonisten sind zufrieden. Der Kurzfilm läuft am 29. September erstmals bei YouTube.

Raus mit den genialen Ideen

Das Vogelhaus aus dem Videodreh, wird in Vattenfalls Gemeinschaftsgarten am Heizkraftwerk Mitte aufgestellt. Der Prototyp von Marlene hat seinen Platz im elterlichen Schrebergarten gefunden. Auf die Frage, ob sie weitere Vogelhäuser plant, antwortet die junge Berlinerin: „Ich bin unschlüssig, ob ich Sehenswürdigkeiten aus anderen Metropolen nachbauen soll oder besser ein Insektenhotel entwerfe.“

Letztendlich kann es Marlene egal sein, Hauptsache sie kann ihre vielen genialen Ideen umsetzen. Das hilft ihr bei der Ausbildung und den heimischen Tieren kommt es auch zugute, denn das Auge isst schließlich mit.

Marlene Wenzel
Experte
25. September 2017

Der Aufruf in der Zeitung und der Wettbewerb waren ein echter Glückgriff für mich. Beim Bau des Vogelhäuschens konnte ich meiner Kreativität freien Lauf lassen. Außerdem habe ich jede Menge für meinen Traumberuf gelernt. Ich mache gerade eine Ausbildung zur technischen Produktdesignerin am OSZ Holz und Glas in Weißensee. Vielleicht konnte ich ja nun mit meinem Vogelhaus in Form einer Berliner Sehenswürdigkeit einen neuen Trend setzen.

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