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Bienen sind auch in der Hauptstadt zuhause
Experte
13. Juli 2016
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Bienen bevölkern die Hauptstadt

Mal lauter und mal leiser – wer mit gespitzten Ohren durch die Stadt läuft, ist überrascht wie oft das Brummen der Bienen zu hören ist. Auf dem Land fehlt es ihnen häufig an Blüten und Wasser. Diese Situation haben Imker erkannt und siedeln Bienen in Städten an.

Impressionen vom Bienentag im Freizeitpark Marienfelde am 02. Juli 2016, Foto: Vattenfall

Impressionen vom Bienentag im Freizeitpark Marienfelde am 02. Juli 2016, Foto: Vattenfall

Es summt und brummt an allen Ecken: die Bienen erobern die Hauptstadt. In der Stadt erwartet die flotten Honigmacher liebevolle Pflege durch Imker und ein wahres Blütenmeer in den Parks, Gärten, Dachterrassen und Brachflächen. Und so wird manchmal auch ein Heizkraftwerk oder Umspannwerk zum Zuhause für die Bienen.

Impressionen vom Bienentag im Freizeitpark Marienfelde am 02. Juli 2016, Foto: Vattenfall

Impressionen vom Bienentag im Freizeitpark Marienfelde am 02. Juli 2016, Foto: Vattenfall

Kastanien, Robinien, Linden, Kirschen, Pflaumen – gut gefüllte Blütenkelche finden die Bienen in der Stadt. Das ganze Jahr über blüht eine Vielzahl verschiedenster Bäume und Blumen und es gibt genug Wasser. Auf dem Land sieht das anders aus. Dort ist das Leben der Bienen stark gefährdet. Wenn sie nicht an Pestiziden zugrunde gehen oder früh verhungern, weil schon im Sommer die dort vorherrschenden Monokulturen verblüht sind, fallen die Landbienen oftmals der aus Asien eingeschleppten Varroamilbe zum Opfer.

Brandenburger Bienen fliegen auf Berliner Linden

Bienen am HKW Charlottenburg, Foto: Vattenfall

Bienen am HKW Charlottenburg, Foto: Vattenfall

So bringt der Brandenburger Imker Manuel Meyer seine Bienen zur Lindenblüte. Während der Zeit der Blüte wohnen sie in rund 60 Bienenstöcken auf einer Grünfläche des Heizkraftwerkes Charlottenburg, keine Flugminute entfernt von den Linden auf der Quedlinburger Straße. Dort sammeln sie Pollen und Nektar für den Stadthonig-Klassiker schlechthin: Lindenblütenhonig.

Imker Manuel Meyer sah die vielen Linden in der Quedlinburger Straße und suchte spontan nach einem geschützten, ruhigen Ort für seine Honigsammler. Den fand er am Heizkraftwerk. Bereits zwei Wochen später zogen die Bienen ein – pünktlich zur Lindenblüte.

Berliner Bienen zu Hause beim Kraftwerk

Für einen ungestörten Aufenthalt, Foto: Vattenfall

Für einen ungestörten Aufenthalt, Foto: Vattenfall

Die Stadtimkerei in Berlin boomt. Lange Zeit war Imkerei das Hobby alter Leute, nun ist es Teil eines urbanen, grünen Lebensstils. „Umweltschutz muss nicht aufwändig oder teuer sein“, erklärt Beate Märtin von der Vattenfall Umweltstiftung. „Wir stellen unsere Flächen Imkern zur Verfügung. So leisten wir einen Beitrag zum Umweltschutz und zur Nachhaltigkeit in der Stadt.“

 

Der bisher bei Vattenfall geerntete Stadthonig ist von einwandfreier Qualität. Das zeigen die Ergebnisse der Analysen des Länderinstitutes für Bienenkunde in Hohen Neuendorf. Der meiste Honig wird an Schulen, Stadtteilinitiativen und soziale Projekte gespendet.

Berliner pflanzen für die Bienen

Bienentauglich - die Diestel, Foto: Vattenfall

Bienentauglich – die Diestel, Foto: Vattenfall

Damit die Bienen sich in der Stadt aber noch wohler fühlen ist trotzdem Unterstützung der Berlinerinnen und Berliner, die in einer Wohnung mit einem Balkon wohnen, gefragt. Bisher blühen auf fast jedem Balkon in der Innenstadt im Sommer Geranien. Unkompliziert in der Pflege aber leider ohne Nutzen für die Bienen. Geranien liefern weder Pollen noch Nektar und damit keine Nahrung. Eine App des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hilft bei der Aufklärung und bietet ein Pflanzen-Lexikon an, das anzeigt, welche Pflanzen „bienentauglich“ sind. Gute Ratschläge finden sich auch auf der Internetseite der Initiative „Berlin summt“. Schon eine bienentaugliche Pflanze, wie zum Beispiel Lavendel, auf jedem Berliner Balkon würde helfen. Und nicht nur von Nutzen für die Biene sein, sondern auch für die vielen anderen fliegenden Nutztiere wie etwa die Hummel.

Links und Blogartikel

Berlin summt

Die App für Bienenfreunde

Süße Energie: Bienen bei Vattenfall

 

 

 

Martina Pachaly
Experte
13. Juli 2016

Die Idee, Bienen an Kraftwerksstandorten anzusiedeln wurde von der Kraftwerksleitung positiv aufgenommen. Inzwischen geht mein Engagement für die fleißigen Tiere weit über ein berufliches Interesse heraus. Die Mission lautet „mehr bienenfreundliche Pflanzen auf Berliner Balkons“. Sterben die Bienen aus, ist auch die Menschheit bedroht. Das ist vielen noch nicht bewusst. Zum Glück widmen sich immer mehr Medien diesem Thema und als Mitarbeiterin der Kommunikation von Vattenfall kann auch ich weiter Aufklärungsarbeit leisten.

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