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11. September 2015
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Der Offshore-Windpark Sandbank wächst

In der Nordsee laufen die Bauarbeiten am Offshore-Windpark Sandbank auf Hochtouren: Die Fundamente sind fertiggestellt und unterwegs zur Baustelle auf hoher See. Hier werden sie in den Meeresboden gerammt. Das neue Schallschutzkonzept hat sich dabei bereits bewährt.

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Die Pacific Orca lädt ein Set Monopiles und Transition Pieces, Foto: Vattenfall

Die Pacific Orca lädt Fundamente, Foto: Vattenfall

Die Fertigung der 72 Gründungspfähle durch die Firma EEW-SPC in Rostock ist weitestgehend abgeschlossen. Von Rostock werden die sogenannten Monopiles über die „Jütland-Route“ nach Esbjerg transportiert. Ein Monopile hat einen Durchmesser von knapp sieben Metern und wiegt bis zu 870 Tonnen. „Je vier der Stahlgiganten werden in Rostock auf einen Lastkahn geladen“, erläutert Markus Lapke, der als Package Manager Civil Works, dieses Teilprojekt verantwortet.

Stahlgiganten legen einige Seemeilen zurück

Transport_auf_See

Vier Sets können an Bord gehoben werden, dann geht es zur Baustelle, Foto: Vattenfall

„Danach wird der Lastkahn von einem Schlepper nach Aalborg in Dänemark transportiert und nimmt vier Verbindungsstücke, die Transition Pieces, an Bord.“ Diese sind etwa 24 Meter lang und 290 Tonnen schwer. Von Aalborg aus geht es weiter an der dänischen Küste entlang nach Esbjerg. „Hier werden die Monopiles und Transition Pieces auf das Installationsschiff „Pacific Orca“ geladen.“ An Bord ist Platz für vier Fundament-Sets. Ist alles verladen, geht es auf hohe See zum Baufeld. Es liegt 70 Kilometer vor der deutsch-dänischen Küste in direkter Nachbarschaft zum bereits fertiggestellten Windpark DanTysk.

Einer der Gründungspfähle wird ausgerichtet zum Rammen, Foto: Vattenfall

Ein Gründungspfähl wird ausgerichtet, Foto: Vattenfall

Schallschutzsystem arbeitet erfolgreich

Nach insgesamt fünf Stunden erreicht die „Pacific Orca“ mit 13 Knoten Geschwindigkeit das Projektgebiet Sandbank. Ist das Schiff richtig positioniert und auf seinen sechs Standbeinen ca. 20 Meter oberhalb der Wasserlinie aufgestellt, wird der erste Gründungspfahl mit einer speziellen Hebevorrichtung aufgerichtet. Während der Gründungspfahl

auf dem Meeresboden in bis zu 33,50 Metern Wassertiefe positioniert wird, gleitet zeitgleich das Schallschutzsystem entlang des Monopfahls ab. Es handelt sich hierbei um das sogenannte Hydroschalldämpfer-Netz (HSD-Netz). Erst wenn das komplette HSD-Netz bis auf den Meeresboden abgesenkt ist, beginnt die eigentliche Installation mit dem Spezialhammer. Zusätzlich schützt ein doppelter Blasenschleier die Meeressäuger vor Baulärm.

Bewährt sich im Eisatz: der Hydroschalldämpfer, Foto: Vattenfall

Bewährt sich im Einsatz: der Hydroschalldämpfer, Foto: Vattenfall

Wetter einziger Wermutstropfen

„Wir freuen uns sehr, dass das für Sandbank konzipierte Schallschutzsystem sehr gut funktioniert und der geforderte Richtwert unterschritten werden konnte“, sagt Lapke. „Leider verhält sich das Wetter in diesem Sommer nicht allzu optimal, sodass bedingt durch starken Wind und hohe Wellen  Zwangspausen eingelegt werden müssen. Tja, sowas kann auf hoher See auch an einem eigentlich schönen Sommertag in Hamburg geschehen“, sagt er achselzuckend.

 

Fakten zu Sandbank

Das Projekt ist ein Joint Venture zwischen Vattenfall (51 %) und den Stadtwerken München (49 %). Ab 2017 soll der Windpark  400.000 deutsche Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgen.

Investitionsvolumen: 1,2 Milliarden EUR
Lage: Deutsche Nordsee, etwa 90 km westlich von Sylt. Der Standort umfasst eine Fläche von 66 km².
Netzanschluss: Offshore-Netzanschluss Sylwin (wie bei DanTysk)
Turbinen: 72 4-MW-Anlagen von Siemens
Leistung: 288 MW
Inbetriebnahme: 2017

Weitere Artikel über das Projekt Sandbank: Mit neuer Methode gegen Altlasten im MeerNeue Technik für Sandbank-FundamenteErfolgreicher Praxistest für neues Schallschutzkonzept

 

Markus Lapke
Experte
11. September 2015

An der Fachhochschule in Oldenburg habe ich 2002 Bauingenieurwesen studiert und meine Diplomarbeit geschrieben. Danach konnte ich umfassende Erfahrungen im Bau von Onshore-Windenergieanlagen im In- und Ausland sammeln. Im November 2010 kam ich zur Vattenfall Europe Windkraft GmbH und stieg als Projektmanager für Fundamentbau ein. Ich habe sowohl das Design als auch die Produktion und Errichtung der 80 Fundamente im Offshore-Windpark DanTysk betreut. Seit September 2014 bin ich beim Offshore-Windprojekt Sandbank dabei und als Projektmanager für die Produktion der 72 Fundamente in Rostock und Aalborg verantwortlich. Seit März 2015 bin ich verantwortlicher Package-Manager für die Abteilung Civil Works.

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