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Eröffnung des 2. Gemeinschaftsgartens am HKW Mitte
Experte
12. April 2017
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Die Stadt ist auch unser Garten

In Berlin besteht das Bedürfnis nach Stadtgrün jeder Art. Daher betreibt Vattenfall zwei öffentlich zugängliche Gärten im Bezirk Mitte: Neue Grünstraße 13 und am Heizkraftwerk Mitte in der Köpenicker Straße 60. Hier darf jeder gärtnern, wo es gerade notwendig ist und so häufig kommen, wie er möchte. Alles, was in dem Garten gepflanzt wird, steht der Gemeinschaft zur Verfügung. Ein Engagement, das nicht nur auf Zustimmung stößt.

Das Gärtnern an Kraftwerksstandorten ist weder ein neues Geschäftsmodel, noch eine PR-Kampagne. Vattenfall hat jetzt schon zwei Gärten und es sollen mehr werden. Die Gärten sind für die Nachbarschaft und alle Interessierten zugänglich. Es gibt Kooperationen mit Garteninitiativen und Schulen. Es finden Veranstaltungen statt. Es wird gesät und geerntet. Weil das alles wenig mit dem Kerngeschäft zu tun zu haben scheint, werden die Gärten nicht nur begrüßt sondern auch beargwöhnt.

Eröffnung des 2. Gemeinschaftsgartens zum HKW Mitte, Foto: Vattenfall

Die Gärten von Vattenfall sind von der Grundidee der städtischen Gemeinschaftsgärten inspiriert. Für Vattenfall sind die Gärten sowohl eine Möglichkeit, mit der unmittelbaren Nachbarschaft der Kraftwerksstandorte ins Gespräch zu kommen, als auch eine Gelegenheit zur Selbstdarstellung. Eben diese Selbstdarstellung war Anlass einer Demonstration am Tag der Eröffnung des Gemeinschaftsgartens auf dem Gelände des Heizkraftwerks Mitte am 1. April. Die Protestierenden beriefen sich auf das 2014 entstandene Manifest „Die Stadt ist unser Garten“.

Funktionen von städtischen Gärten

Gegner der inizierten Gemeinschafts-Gärten von Vattenfall zeigten ihren Protest mit Postern, Foto: Vattenfall

In dem Manifest werden Funktionen eines städtischen Gartens beschrieben – längst nicht alle werden von den beiden Gärten von Vattenfall erfüllt. Dazu gehört der „Saatguterhalt“, die „Brückenfunktion zwischen Stadt und bäuerlicher Landwirtschaft“ oder der Garten als „Ort des Reparierens“. Allerdings bieten die Gärten von Vattenfall andere Funktionen, die in der Stadt drohen zu kurz zu kommen und ebenfalls im Gartenmanifest zu finden sind.

So können die Gärten trotz der innerstädtischen Lage „Orte der Ruhe und der geschenkten Zeit“ sein, sind „Freiräume, die gemeinsam gestaltet, erhalten und gepflegt“ werden und dienen der „kulturellen, sozialen und Generationen übergreifenden Vielfalt und des nachbarschaftlichen Miteinanders“.

Nicht im Geheimen Gärtnern

Vattenfall will die Idee weiter verfolgen und auch weiterhin nicht im Geheimen gärtnern. Das Engagement wird öffentlich verbreitet und zur Selbstdarstellung genutzt. Diskussionen über das Engagement bei den Gemeinschaftsgärten, der Verantwortung für die Versorgungssicherheit und das Klima in Berlin und darüber hinaus, soll dabei ausdrücklich nicht aus dem Weg gegangen werden.

Auch oder gerade Kinder waren mit Freude bei der Sache, um ein neues Blumenbeet zu schaffen, Foto: Vattenfall

Natürlich soll wahrgenommen werden, dass ein bekanntes Unternehmen sich in einen Bereich bewegt, der nichts mit dem Kerngeschäft Energie zu tun hat. Betrachtet man das Engagement aber unter dem Aspekt einer klimaneutralen Stadt, schließt sich die Lücke schnell. Sowohl die Energieerzeugung als auch das städtische Gärtnern beziehen sich aus unterschiedlichen Perspektiven auf das Leitbild der klimaneutralen Stadt. Die Energieerzeugung muss klimaneutral werden, der negative Einfluss auf das lokale Klima und die Erderwärmung insgesamt muss gestoppt werden. Urbane Gärten und Grünflächen jeglicher Art haben einen sehr begrenzten aber trotzdem positiven Einfluss auf das Stadtklima, binden CO2 und produzieren Sauerstoff.

Grüne Mindestausstattung der Stadt

Das städtische Gärtnern passt aus einem weiteren Grund gut zu einem Unternehmen, das nicht nur viele Kunden in der Stadt hat, sondern mit einem großen Fernwärmesystem und dem Berliner Stromnetz auch wichtige Infrastrukturen betreibt. Technisch betrachtet gehören sowohl die Energieversorgung als auch die Grünflächen aller Art zur notwendigen Mindestausstattung und damit zur Infrastruktur der Stadt. Im wachsenden Berlin geraten gerade Grünflächen immer mehr in eine Konkurrenz zu anderen Nutzungen, die in der Stadt ebenfalls unbedingt wichtig sind.

1. April: Eröffnung des zweiten Gemeinschaftsgartens am Heizkraftwerk Mitte, wo fleißig gebuddelt wurde. Foto: Vattenfall

Die Stadt braucht Wohnungen, Platz für den fahrenden und ruhenden Verkehr, Flächen für den Einzelhandel und alles andere, was man von einer großen Stadt erwartet.

In dieser Situation Teile von Kraftwerksgeländen zu öffnen und eine öffentlich Gartennutzung zu ermöglichen, ändert nichts an der grundsätzlichen Konkurrenz der unterschiedlichen Nutzungen, verbessert aber die Situation vor Ort. Ein Teil eines unzugänglichen Kraftwerksgeländes wird ein Garten für die unmittelbare Nachbarschaft, öffnet sich der Gemeinschaft der Nachbarn und zeigt, dass sich Vattenfall, selbst als Teil der städtischen Gemeinschaft sieht.

Klimaneutral innerhalb einer Generation

Als Energieunternehmen muss Vattenfall seine CO2 Frachten in Millionen-Tonnen-Größenordnungen verringern. Bezogen auf diese Herausforderung der Energiewende werden die Gärten von Vattenfall über den symbolischen Nutzen nie hienausgehen. Das kann nicht durch mehr Gärten, sondern nur durch eine veränderte Energieerzeugung passieren, die schrittweise klimafreundlicher und innerhalb einer Generation klimaneutral wird. Die Gärten von Vattenfall helfen dabei nicht direkt, erinnern aber an das Ziel.

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Logo_pflanz_wasGemeinschaftsgarten Neue Grünstraße

Neue Grünstraße 13 – 14, 10179 Berlin, U-Bahnhof Spittelmarkt
Geöffnet dienstags bis freitags, 14 bis 18 Uhr
sonnabends und sonntags 12 bis 18 Uhr

Gemeinschaftsgarten am HKW Mitte

Köpenicker Straße 60, 10179 Berlin
Geöffnet dienstags bis sonntags, 12 bis 18 Uhr

Weitere Informationen

Manifest „Die Stadt ist unser Garten“
Vattenfall Pflanz was!
Blog – Pflanzworkshop Neue Grünstraße
Blog – Pflanz was! Urban Gardening
Garten-Blog Teichrose von Silvia Teich

Alexander Jung
Experte
12. April 2017

Als gebürtiger Rheinländer kam ich nach dem Studium in Heidelberg und Spanien in den 90er Jahren zum Rechtsreferendariat nach Berlin. Hier arbeitete ich zunächst als Rechtsanwalt bei dem ostdeutschen Energieversorger VEAG. Nach verschieden Funktionen bei der Bewag übernahm ich bei Vattenfall die Leitung des Vorstandsbüros. Seit 2010 arbeite ich in verschiedenen leitenden Positionen im Politikbereich und trage die Gesamtverantwortung für die Politikarbeit des schwedischen Staatskonzerns in Deutschland. Seit 2013 vertrete ich zudem als Generalbevollmächtigter die Interessen des Unternehmens gegenüber dem Land Berlin. Ich lebe mit meiner französischen Frau und meinen zwei Kindern in Berlin.

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