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Digitale Energiewelt 2017: Zwei Tage wurde diskutiert
Experte
22. September 2017
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Ein Blick in die digitale Zukunft der Energiewelt

Digitale Energiewelt 2017: Am 5. und 6. September diskutierten wieder zahlreiche Experten aus der Start-up-Szene, Vertreter aus Politik, Recht, IT-Sicherheit sowie Vertretern aus der Energiebranche neue Strategien und Geschäftsmodelle bei der Digitalisierung der Energiewende. Auf der Tagesordnung die Treiber der digitalen Wende: die Blockchain-Technologie, Künstliche Intelligenz, Cyber Security und Big Data.

Hektisches Treiben und gespannte Gesichter im Vattenfall Foyer: Zwei spannende Blockchain-Konferenztage warteten auf die Gäste der diesjährigen „Digitalen Energiewelt 2017“. Gemeinsame Ausrichter sind auch in diesem Jahr die Solarpraxis Neue Energiewelt AG und die Vattenfall Europe Innovation GmbH.

Blockchain – Hype oder schon Wirklichkeit?

Rege Diskussionsrunde unter Leitung von Panel-Moderator und BTC-ECHO-Chefredakteur Sven Wagenknecht und den Konferenzteilnehmern, Foto: Vattenfall

Thema am ersten Tag war das aktuell viel diskutierte Thema „Blockchain“. Neben den Anwendungen im Energiehandel wurden auch Fragen rund um digitale Kryptowährungen wie beispielsweise Bitcoin vertieft.

Die Blockchain-Technologie ist eine Art digitaler Fingerabdruck. Sie kann, dabei sind sich alle Konferenzteilnehmer einig, einen völligen Umbruch alter und vorwiegend zentral gesteuerter Strukturen und Denkweisen in der Energiebranche herbeiführen – darauf weist eine Vielzahl neuer Projekte für potentielle Anwendungen bzw. Anwendungstestfelder für Blockchain im Energiesektor hin. Doch was bedeuten diese Erkenntnisse der letzten Jahre konkret für den Markt von morgen?

Energiekunde wird zum „Prosumer“

Keynote Speaker Tobias Federico von Energy Brainpool veranschaulicht zu Beginn der Veranstaltung am Beispiel der Elektromobilität, wie Konsumenten durch innovative Blockchain-Technologien das eigene E-Fahrzeug auch zum Erzeugen von Strom und zum Speichern von Strom nutzen können. Der Verbraucher kann so zukünftig nicht nur als Stromkonsument auftreten, sondern auch selbst Strom erzeugen und diesen über den digitalen Fingerabdruck der Blockchain weiter verkaufen. All dies könnte dann mittels digitaler Kryptowährung abgewickelt werden. Allerdings stellt die Akzeptanz der verschiedenen Digitalwährungen laut Federico aktuell noch das größte Hemmnis für den Einsatz in der Praxis dar.

Blockchain als neue Schlüsseltechnologie 

Kilian Leykam und Rex Kempcke, Vattenfall Trading GmbH und PONTON GmbH, über Enerchain – Energiegroßhandel auf der Blockchain, Foto: Vattenfall

Unter dem Titel „Enerchain – Energiegroßhandel auf der Blockchain“ informierten Rex Kempcke von Ponton und Kilian Leykam, Manager Business Development bei der Vattenfall Trading GmbH zum aktuellen Sachstand. Kilian Leykam betonte in seinem Beitrag das große Potential der Schlüsseltechnologie Blockchain, um die Herausforderungen bei der Integration Erneuerbarer Energien zu lösen. Denn sie ermögliche direkte Transaktionen ohne Zwischenhändler und eigne sich optimal für das Einbinden zahlreicher dezentraler Erzeuger.

Blockchain und Sicherheit

Schließlich erfahren die Konferenzteilnehmer aber auch, dass keine Blockchain hundertprozentig sicher ist. Die Zeit wird zeigen, in welche Richtung die weitere Reise des digitalen Fingerabdrucks geht. Blockchain ist immer noch eine recht junge Technologie und muss sich noch weiterentwickeln. Solange eine bestimmte Entwicklungsreife noch nicht erreicht ist, wird es schwierig, die Vorteile der Blockchain vollständig auszuschöpfen. Das gilt ebenso für die Vertraulichkeit öffentlicher Blockchains, die laut Christian Berghoff vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik momentan noch problematisch ist.

Künstliche Intelligenz und Big Data 

Am zweiten Tag ging es um viel und kontrovers diskutierte Themen wie „Künstliche Intelligenz“ und „Big Data“ im digitalisierten Energiemarkt. Innovative Ideen wie Alexa von Amazon oder selbstfahrende Autos zeigen, wie das Thema Künstliche Intelligenz in ihrer einfachen Form in immer mehr Wohnungen und Unternehmen Einzug hält. Wo aber steht die Energiewelt, wenn es um Künstliche Intelligenz und Big Data geht?

Juliane Schulze bei der Keynote zur Eröffnung, Thema: Digitale Disruption am Beispiel myTaxi und SolarCity, Foto: Vattenfall

Dementsprechend startet das Podium mit dem Beitrag zur digitalen Disruption. Auch an diesem Tag wird deutlich, dass sich ein neuer, dezentraler Energiemarkt nur mit einer digitalen Komponente steuern und vollends ausschöpfen lässt. Digitalisierung ermöglicht uns die Entwicklung vernetzter, strukturübergreifender Lösungen und innovativer Geschäftsmodelle. Aus diesem Grund ist die Förderung von Pilotprojekten nur ein erster Schritt, um Technologien aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz und Blockchain weiter in den Energiemarkt zu integrieren. Unser Fazit: Die Zukunft gehört denen, die sich diese digitale Revolution zunutze machen.

Anschließend diskutierten die Teilnehmer, welche Big Data Analysen die Energiewelt von morgen benötigt und wozu diese Daten überhaupt hilfreich sind.

Im Smart Home Bereich, der sich gerade rasant entwickelt, könnten mit neuen Produkten und Anwendungen, die auf Schlüsseltechnologien wie Big Data und Künstlicher Intelligenz basieren, ganz neue Einsatzbereiche geschaffen werden – um zum Beispiel älteren Menschen das Leben zu vereinfachen.

Das Schlussplädoyer der Teilnehmer zum Abschluss der zweitägigen Konferenz lautete demensprechend in Anlehnung an niemand geringeren als Pipi Langstrumpf: „seid mutig, rebellisch, denkt neu und ungewöhnlich!“ Nur wer sich auf neuartige Innovationen und Technologien in der (Energie-)Welt einlässt, erhält die einmalige Chance, den Energiemarkt zu revolutionieren.

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Alltagstaugliche Energiewende

Juliane Schulze
Experte
22. September 2017

Nach meinem MBA-Studium arbeitete ich bei Vattenfall als Business Developer und Managing Director der VHPready Services GmbH. Inzwischen leite ich das Business Development für die Erneuerbaren Energien sowie Vattenfalls Open Innovation Plattform green:field. Hier kann ich innovative Startups mit Vattenfall zusammenbringen, um gemeinsam neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

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    Hanno Balzer Hanno Balzer
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    Ich bin gebürtiger Westfale und gelernter Volkswirt. Im Vattenfall Konzern bin ich seit 1997 tätig. Zunächst war ich für das [...]
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