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17. Februar 2016
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E-World 2016: Starke Impulse im Energiemarkt

E-World 2016. Zweiter Tag. Zeit, ein wenig auf die Details zu schauen. Die Messe verzeichnet auch dieses Jahr einen Rekord: 650 Aussteller aus 22 Ländern sind dabei. Viel Zulauf hat vor allem der Bereich Smart Energy bekommen: 50 zusätzliche Aussteller sind dabei. So gibt es in Halle 4 und 7 sowie in der Galeria viele kleine Stände zu den Themen Smart Metering, Smart Home, Smart Grid und Energiespeicherung. Letztgenanntes Thema ist auch Bestandteil des Smart Energy Forums, auf dem die Organisatoren der E-World mit unterschiedlichen Partnern an den Messetagen viele Diskussionen und Vorträge rund um die smarten Themen anbieten.

Eröffnungspressekonferenz „E-world energy & water 2016“ Es sprachen auf der Pressekonferenz (V.l.n.re.:) Franzjosef Schafhausen, Leiter der Abteilung „Klimaschutzpolitik; Europa und Internationales“, Leiter der Arbeitsgruppe „Emissionshandel“ im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit; Johannes Remmel, Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen; Dr. Niels Ellwanger, Vorstand con|energy ag; Dr. Frank Büchner, Leiter Energy Management Division Siemens Deutschland, Siemens AG und Johannes Kempmann, Präsident des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft BDEW. --- 16-02-2016/Essen/Germany Foto:Rainer Schimm/©MESSE ESSEN GmbH --- Verwendung / Nutzungseinschränkung: Redaktionelle Foto-Veröffentlichung über MESSE ESSEN/CONGRESS CENTER ESSEN und deren Veranstaltungen gestattet. NO MODEL RELEASE - Keine Haftung für Verletzung von Rechten abgebildeter Personen oder Objekten, die Einholung der o.g. Rechte obliegt dem Nutzer. Das Foto ist nach Nutzung zu löschen! --- Use / utilisation restriction: Editorial photographic publications about MESSE ESSEN / CONGRESS CENTER ESSEN and their events are permitted. NO MODEL RELEASE - No liability for any infringements of the rights of portrayed people or objects. The user is obliged to seek the above rights. The photograph must be deleted when it has been utilised!

Eröffnungspressekonferenz unter anderen mit Johannes Kempmann, Präsident des BDEW (li), Foto: Rainer Schimm/©MESSE ESSEN GmbH

Auch bei der Eröffnungskonferenz gestern gehörten Speicher auf die Liste der aktuellen Themen. Präsident des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) Johannes Kempmann zeichnet ein negatives Bild in seiner Ansprache: So werde die große Bedeutung immer wieder beteuert, doch der Einsatz der Technik werde mit Netzentgelten bestraft. Dies sei für ihn nicht nachvollziehbar. Kempmann forderte mehr Klarheit von der Politik. Im vergangenen Jahr seien rund 220 Mio. Euro für Forschung und Entwicklung im Segment Speicher ausgegeben worden. Viel zu wenig, findet Kempmann. Viele Unternehmen seien aufgrund der Rahmenbedingungen nicht in der Lage, mehr Geld zu investieren.

Starkes Momentum für Batterielösungen

Ob groß oder klein, Batterien als Speicher sind gefragt, hier ein Produkt auf dem WAGO-Stand, Foto: Vattenfall

Ob groß oder klein, Batterien als Speicher sind gefragt, hier ein Produkt auf dem WAGO-Stand, Foto: Vattenfall

Trotz allem findet man einige Akteure und auch Start-Ups, die sich mit Speicherlösungen auseinandersetzen. Gerade bei den Stromspeichern sieht man Marktchancen und Potenzial, wie sie in Kombination mit Solarenergie den Markt verändern. „Ob es aber ein ‚Game Changer‘ wird, müssen wir abwarten“, sagt Stefan Dohler, Vorstand des Bereiches Märkte bei Vattenfall. „Es gibt auf jeden Fall ein sehr starkes Momentum.“

Verfügbarkeit von Flexibilitäten ändert sich

Aus seiner Sicht liegen die Marktchancen nicht bei sogenannten Insellösungen, bei denen sozusagen Batterien zusammen mit Erzeugungsanlagen eine weitgehend autarke Stromversorgung ermöglichen. „Das ist meines Erachtens nicht haltbar.“ Chancenreich hingegen ist das Glätten von Einspeiseprofilen. „Hier könnten Batterien künftig ins Geld kommen. Derzeit gibt es eher ein Überangebot an Flexibilität im Markt. Das wird sich aber ändern.“

Besondere Rolle von Großbatterien

Batteriespeicher sind optimale Partner für Solarzellen, nicht nur für die in Nordrheinwestphalen die dieses Modell am Stand präsentieren, Foto: Vattenfall

Batteriespeicher sind optimale Partner für Solarzellen, nicht nur für die in Nordrheinwestphalen die dieses Modell am Stand präsentieren, Foto: Vattenfall

Wie das konkret funktioniert und welche Voraussetzungen dazu nötig sind, erklärt Oliver Weinmann, Geschäftsführer der Vattenfall Europe Innovation AG. In seinem Vortrag am Messestand erläutert er die Rolle von Großbatterien in der Energieversorgung. „Mit dem Ausbau der volatilen Energieträger steigen auch die Herausforderungen. Immer stärkere Schwankungen in der Erzeugung sind die Folge, und weil der Wind nicht dauernd weht und die Sonne nicht ständig und überall scheint, nimmt zudem das Ungleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch deutlich zu.“

Marktgerechte Instrumente und Produkte erarbeiten

Dass sich der Anteil der Erneuerbaren an der insgesamt installierten Leistung zur Stromerzeugung deutlich erhöht, ist ein entscheidender Faktor. „Hier müssen wir marktgerechte Instrumente und Produkte erarbeiten“, so der Experte. „Um die schwankenden Erzeugungsleistungen effizient zu beherrschen, haben Energiespeicher eine Schlüsselfunktion; beim Umbau des Systems spielen sie zunehmend eine stärkere Rolle. Auch der Bedarf an Systemdienstleistungen wird mittel- bis langfristig zunehmen“, so Weinmann. „Doch bisher sind die Kosten für neue Speichertechnologien wie Batterien noch zu hoch für Großanwendungen.“

Chancen für Batterielösungen steigen

Speicherbatterien aus einem der Second-Life-Projekte, Foto: Vattenfall

Speicherbatterien aus einem Second-Life-Projekt, Foto: Vattenfall

Laut aktuellem Bericht des Welt-Energierates sollen die Kosten für Energiespeicher in den nächsten 15 Jahren um 70 Prozent fallen. Durch die Vielzahl an Technologien in der Entwicklung und verbesserter Technik würden Speicher immer wettbewerbsfähiger und damit kostengünstiger. „Sinkende Kosten von Batterien eröffnen auch neue Chancen für Anwendungen in der Energieversorgung. Bei Vattenfall werden zurzeit drei Projekte mit Second Life Batterien umgesetzt, Kooperationsparter ist BMW. Eine weitere Anlage mit neuen Batterien soll in einen Windpark integriert werden.“ Die Projekte zeigen das weite Spektrum der Einsatzmöglichkeiten.

Positive Entwicklung prognostiziert

„Großbatteriespeicher aus gebrauchten oder neuen Batterien können künftig beispielsweise zur Regelung von Primärenergie eingesetzt werden, die Direktvermarktung von erneuerbaren Energien unterstützen oder zur Optimierung des Eigenverbrauchs dienen. So zum Beispiel als Puffer zwischen dem Stromnetz und den Schnellladestationen für Elektro-Autos oder in einer Photovoltaikanlage.“ Weinmann ist überzeugt: „In dem Maße, wie die Kosten für die Speicherung von Wind- und Solarstrom sinken und die spezifische Speichertechnik für die Anwendung im großen Maßstab weiterentwickelt wird, desto mehr werden Speicher an Bedeutung für unser Energiesystem gewinnen. Was heute nur als Nischenanwendung funktioniert, wird sich zu attraktiven Produkten und Geschäftsmodellen für den Strommarkt entwickeln.“

Unsere Workshops

Folgendes Programm erwartet Sie auf der E-World am Vattenfall Stand noch am 17. Februar:

14.45 bis 15.15 Uhr: Optimierung am kurzem Ende: Vom Intradayhandel bis zum Speicher

15.45 bis 1615 Uhr: Vattenfalls Marktzugangslösungen: Beschaffen und Handeln wie die Profis

 

Weitere Bilder von der Messe: 

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SAP - ist einer unser Standnachbarn, Foto: Vattenfall
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Weitere Artikel zum Thema Batteriespeicher finden Sie bei uns im Blog hier:

https://blog.vattenfall.de/batteriespeicher/

https://blog.vattenfall.de/das-zweite-leben-der-e-mobility-batterien/

https://blog.vattenfall.de/solarkraftwerk-mit-batteriespeicher/

https://blog.vattenfall.de/mobile-batteriespeicher/

 

Oliver Weinmann
Experte
17. Februar 2016

Seit Jahren ist mein Fachgebiet die Innovationstechnologien rund um den Energiemarkt. Mein Promotionsthema in den 90iger Jahren waren solarthermische Kraftwerke. Seit 2010 bin ich Geschäftsführer der Vattenfall Europe Innovation GmbH. Meine Kernaufgabe ist es, neue Trends zu erkennen und die dazu passenden innovativen Produkte und Technologien zu entwickeln. Die Zukunft gehört intelligenten Systemen, die unser komplexer werdendes Versorgungssystem steuern, Energieangebot und Nachfrage optimieren und die Effizienz des Gesamtsystems erhöhen.

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