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BHKW und Brennwertkessel
Experte
30. Januar 2017
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Ein Keller voller Energie

Was kann in einem Keller schon Besonderes sein? – Wer diese Frage stellt, geht nicht davon aus, etwas Interessantes zu finden. Doch der Keller, von dem hier die Rede ist, hat es in sich: Es ist ein Keller voller Energie, ausgestattet mit modernster Technologie. Hier steht nicht eine einfache Heizungsanlage, sondern eine Kombination aus gasbetriebenem Blockheizkraftwerk (BHKW), Kessel, Wärmepumpe und Elektroheizpatrone.

Thorsten Müller, verantwortlich für das „Kellerprojekt‘‘ bei der Vattenfall Europe New Energy Services GmbH, erklärt das so. „Das Besondere am Energiekeller, ist das Zusammenspiel dieser einzelnen Teile. Wir haben hier etwas Neues ausprobiert. Beispielsweise mit der Wärmepumpe. Das ist eine kleine Maschine, die Wärme aus der Umgebungsluft aufnimmt und in nutzbare Wärme für die Heizung umwandelt. Sie ist in diesem Keller raumluftgeregelt. D.h., sie läuft nicht ständig, sondern sie nimmt nur dann Wärme aus der Luft auf, wenn die Abwärme des BHKW die Raumtemperatur steigen lässt. Die Abwärme wird also nicht nach draußen abgeleitet, sondern für die Warmwasserbereitung verwendet.“

Bedarfsgerechte Wasserwärme

Ein genauer Blick auf die Nutzer dieses Gebäudes machte deutlich, dass die Anforderungen an die Wassertemperatur nicht bei allen gleich waren. Das Gebäude beherbergt neben 28 Wohnungen auch zwei Gewerbebetriebe. Einer der Gewerbekunden betreibt einen Waschsalon und benötigt etwa 70 Grad heißes Wasser. Daher wurden zwei Trinkwasserbehälter mit unterschiedlichen Temperaturniveaus eingebaut. Ein kleinerer liefert besonders heißes Wasser für den Waschsalon, ein größerer versorgt die 28 Wohnungen in dem Gebäude mit etwa 60 Grad heißem Wasser.

„Der Waschsalon braucht sein Wasser nicht noch einmal deutlich aufzuheizen. Wir liefern es in der gewünschten Temperatur. Dadurch verringern wir den Energiebedarf des Waschsalons und sparen dem Kunden Kosten im Vergleich zu einer elektrischen Aufheizung“, erläutert Thorsten Müller.

Umwandeln von Strom in Wärme

Zwei Kessel zur ....im so genannten Energiekeller, Foto: Vattenfall

Zwei Trinkwasserbehälter mit unterschiedlichen Temperaturniveaus, Foto: Vattenfall

Auch die Möglichkeit, Strom in Wärme umzuwandeln, die sogenannte Power-to-Heat-Technologie, findet sich in diesem Keller wieder. Thorsten Müller ist begeistert von dem hier eingebauten OSKAR-Schichtspeicher: „Dieser Speicher ermöglicht die optimale Speicherung und Verteilung von Wärme.“ Effizient ist auch das mit Gas betriebene BHKW. Für eine noch bessere Nutzung des Brennwertes sind seine Rücklauftemperaturen so gering wie nur möglich eingestellt worden.

Erfreuliches Ergebnis: Hocheffizienter Energieeinsatz

Thorsten Müller scheint mit dem Ergebnis seines Experiments zufrieden. „Die Anlage ist zwar erst seit November des letzten Jahres vollständig in Betrieb, die ersten Datenanalysen zeigen, dass diese Anlage sehr effizient arbeitet.“ In dem Energiekeller ist modernste Messtechnik eingebaut worden, um die Wirkungs- und Nutzungsgrade der einzelnen Anlagenteile kontinuierlich überprüfen und mit den gewünschten Ergebnissen vergleichen zu können. „Wir streben einen Nutzungsgrad von über 90 Prozent an. Bereits nach der ersten Optimierung der Einstellungen haben wir einen hohen Gasausnutzungsgrad erreicht. Das ist ein toller Erfolg – nicht zuletzt für die Umwelt. Wir erzeugen die benötigte Wärmemenge mit geringerem Energieeinsatz. Das reduziert die CO2-Emissionen“, stellt der Vattenfall-Fachmann fest.

Im Keller dieses Neubaus in Hamburg befindet sich also nicht nur ein einfacher Heizungsraum, sondern ein Beispiel für eine innovative, dezentrale Wärmeversorgung mit niedrigen CO2-Emissionswerten.

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Presseinformation: Ein Keller voller Energie

Thorsten Müller
Experte
30. Januar 2017

Ich kümmere mich zusammen mit meinem Team um den Vertrieb und den Bau von dezentralen Wärmeerzeugungsanlagen in den Metropolregionen Hamburg und Bremen. Als vertriebserfahrener Verfahrenstechnikingenieur betrachte ich immer das Zusammenspiel von Einzelkomponenten. Wir verfolgen das Ziel, bestmögliche Ergebnisse mit dem geringsten Rohstoffeinsatz zu erreichen und dabei wirtschaftlich zu sein.

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