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14. August 2017
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Ein Klassenzimmer im Grünen – IGA Berlin 2017

Mehr Spaß als Unterricht im gewohnten Klassenzimmer bringt in diesem Jahr ein Besuch auf dem IGA-Campus in Berlin. Gärtnern, ernten, kochen, kreativ sein und eigene Talente entdecken. Die Internationale Gartenausstellung IGA Berlin 2017 bietet für Kinder jede Menge Spaß.

Fußgängerbrücke über das Wuhletal

Obwohl es erst 10 Uhr morgens ist, hat sich am Besuchereingang „Kienbergpark“ der Internationalen Gartenausstellung IGA Berlin 2017 schon eine Schlange gebildet. Gleich hinter dem Eingang ist der Andrang noch größer, denn dort befindet sich die Station der Seilbahn. Die neue Fußgängerbrücke über das Wuhletal gibt den Blick frei auf das gegenüberliegende IGA-Gelände, den Wuhleteich und das Umweltbildungszentrum am Ufer mit seinem Floß, von dem aus Kinder und Jugendliche auf dem Wuhleteich Wasserproben für ihre Untersuchungen sammeln können.

Forschungsfloß des Umweltbildungszentrums am Wuhleteich, Foto: Vattenfall

Der IGA-Campus ein innovativer Lernort

Innovativer Lernort, Foto: Vattenfall

An das Umweltbildungszentrum schließt sich der IGA-Campus an. Giselind Rinn, als Projektmanagerin des IGA-Campus unter anderem für Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising zuständig, ist stolz auf den Campus, wo Kinder und Jugendliche selbst mitmachen und viel Interessantes zu den Themen Gärtnern oder biologische Vielfalt entdecken und sich selbst ausprobieren können: „Der IGA-Campus ist ein innovativer Lernort, der den Kindern an vielen unterschiedlichen Stationen die Möglichkeit bietet, sich mit „grünen“ Themen zu beschäftigen.

The Global field – der Weltacker, Foto: Vattenfall

Es gibt viele unterschiedlichen Beete, Schulbeete von Berliner Schulen genauso wie internationale Schulgärten, dazu den „Weltacker“, zwei Küchenpavillons, Gewächshäuser, einen Waldgarten, Biodiversitätswiesen und vieles mehr, wo die Kinder naturkundliches Wissen oder Ernährungsbildung erwerben können.“

15 bis 20 Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche gibt es hier jeden Tag. Sie dauern im Schnitt 90 Minuten und bieten den Kids ein abwechslungsreiches Programm zum spielerischen Entdecken der Natur und Erkunden von Flora und Fauna. Am Ende der IGA werden über 50.000 Kinder und Jugendliche den IGA-Campus besucht haben.

Entstehung des grünen Klassenzimmers

Wo jetzt die hellen Stimmen der Schulklassen zu hören sind, die hier lernen, basteln und experimentieren, schallte vor einem Jahr noch Hämmern und das Dröhnen von Kreissägen durch das Gelände. Der IGA-Campus mit dem „grünen Klassenzimmer“ war gerade im Entstehen.

Ein grünes Klassenzimmer auf dem IGA-Campus, Foto: Vattenfall

Mit der Förderung der Vattenfall Umweltstiftung wurden die „Einrichtungsgegenstände“ des IGA-Campus, wie Holztische, Bänke, Podeste oder Hochbeete im letzten Jahr von französischen, italienischen und deutschen Studenten in einem Workcamp konzipiert und gebaut. „Für unsere Stiftung ist die Umweltbildung ein Schwerpunkt der Förderarbeit.“, sagt Olaf Litwiakow, Vorstandsvorsitzender der Vattenfall Umweltstiftung. „Wir möchten beispielsweise den Gedanken der biologischen Vielfalt fördern und vor allem Kinder dazu motivieren, ihr Naturumfeld kennenzulernen, zu verstehen und sich aktiv an seiner Gestaltung zu beteiligen.“

Beruf im Grünen?

Die mobile Kochstation gleich neben dem Rezeptgarten, Foto: Vattenfall

Wer noch nicht weiß, wie es nach dem Schulabschluss weitergehen soll, kann sich an der Lehrbaustelle über die vielen Facetten von grünen Berufen, wie Gärtner, Landschaftsgärtner oder Forstwirt informieren, auch Studienmöglichkeiten im Bereich Technologie und Umwelt oder Stadt- und Landschaftsplanung werden vorgestellt.

An der mobilen Kochstation, die direkt neben dem Rezeptgarten liegt, erfährt man so manches über Obst und Gemüse und seine Inhaltsstoffe oder wie man selbiges verarbeitet. Nach dem Motto „Vom Garten auf den Teller“ können die Kinder verschiedenes Gemüse, Obst und Kräuter erst ernten und dann zubereiten.

Rezeptgarten: Vom Garten auf den Teller, Foto: Vattenfall

„Gestern wurde hier schon wie wild Spinat geerntet“, erklärt eine Campus-Mitarbeiterin, „Heute stehen Bohnen auf dem Speisezettel. Für viele Kinder, die Gemüse bestenfalls aus der Dose oder der Tiefkühlpackung kennen, ist das eine ganz neue Erfahrung.“

Nebenan in der Werkstatt am Färbergarten werden Blätter, Blüten und Beeren zu einem Meer aus Farben, mit denen sich prima malen und experimentieren lässt.

Der IGA-Campus und das Umweltbildungszentrum sollen auch nach Ende der IGA weiterhin zur Nutzung für Kinder und Jugendliche zur Verfügung stehen.

Themenverwandtes im Blog

Internationales Buddeln – IGA Berlin 2017

Weitere Links

Vattenfall Umweltstiftung

IGA Berlin 2017

IGA Campus

Giselind Rinn
Experte
14. August 2017

Ich bin aus Bayern zum Studieren nach Berlin gekommen und (wie viele) hier hängengeblieben. Meine Leidenschaft gilt der Vermittlung von tollen, innovativen Projekten, zum Beispiel aus dem Kultur- und Bildungsbereich, an die Öffentlichkeit, aber auch an potentielle Unterstützer. Bei der IGA bin ich als Projektmanagerin für Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit für das Umweltbildungsprogramm IGA Campus zuständig und freue mich jeden Tag, dass so viele Kinder und Jugendliche hier Spaß haben und was fürs Leben lernen.

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