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Ole, der Rettungshund
Experte
8. Februar 2016
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Ein Rettungshund trainiert im Kraftwerk

Wuff! Wuff! Mann, wann kann ich denn endlich raus hier aus dieser Transportbox? Oh, das dauert mal wieder. Ich habe ja Geduld, aber jetzt könnte es schon langsam losgehen. Oh, sorry, dass ich mich noch nicht vorgestellt habe. Ich bin Ole. Ich bin ein Belgischer Schäferhund, gerade acht Jahre alt geworden, und arbeite als Rettungshund für das Deutsche Rote Kreuz.

Mein Frauchen Gabriele und ich. Als Rettungshund und Rettungshundeführerin fürs Deutsche Rote Kreuz sind wir ein starkes Team, Foto: Vattenfall

Mein Frauchen Gabriele und ich. Als Rettungshund und Rettungshundeführerin fürs Deutsche Rote Kreuz sind wir ein starkes Team, Foto: Vattenfall

Heute trainieren wir in einem Kraftwerk. Aber darüber später mehr. Eigentlich heiße ich „Iven vom roten Merlin“, so steht´s in meinem Pass. Mein Frauchen Gabriele hat mich aber damals als Welpe in Ole umbenannt. Gottseidank! Welcher Vierbeiner heißt schon Iven!

Gabriele und ich sind ein super Team. Sie ist meine Rettungshundeführerin, und ich wohne zu Hause bei ihr und ihrer Familie. Da bin ich ein ganz normaler Familienhund und ein auch kleines bisschen Wachhund. Den Briefträger lasse ich aber immer ohne Bellen rein, der hat Leckerli dabei. Ich liebe lange Spaziergänge, im Garten spielen oder in meinem Hundekorb chillen.

Im Einsatz für Feuerwehr und Polizei

Sie sehen, mein Alltag unterscheidet sich nicht besonders von dem der anderen Hunde in der Nachbarschaft. Aber wenn wir Rettungs- oder Sucheinsätze für Polizei oder Feuerwehr haben, dann werde ich zum Profi: Ich bin ausgebildet und geprüft in Flächensuche und Trümmersuche. Das heißt, immer wenn irgendwo Menschen gesucht werden müssen, ob vermisste oder verschüttete Personen, dann sind mein Frauchen, ich und die anderen Hunde mit ihren Hundeführern zur Stelle.

Hundestaffel 6

Ein Teil unseres Teams: Wichtiger als die Rasse sind bei Rettungshunden der entsprechende Trieb und eine ausgezeichnete Nase, Foto: Vattenfall

Inklusive Nachwuchshunde gibt es in unserer Staffel „Berlin City“ 27 Vierbeiner und 32 Zweibeiner. Seit ich ganz klein war, gehen Frauchen und ich mindestens zweimal pro Woche zum Training. Dienstags und am Wochenende. Trainieren ist für einen Rettungshund ganz wichtig. Super wichtig sogar! Schließlich müssen wir immer fit sein. Besonders unsere Nase. Denn die Nase ist unser wichtigstes Werkzeug. Damit orientieren wir uns, damit verarbeiten wir Informationen und damit finden wir gesuchte Personen.

Wussten Sie, dass wir Hunde 200 Millionen Riechzellen haben und ihr Menschen gerade mal 5 Millionen? Kein Wunder, dass ihr uns für alle möglichen Aufgaben braucht! Je nachdem, auf welche Gerüche unsere Nase trainiert wird, können wir Rauschgift erschnuppern, Krankheiten wie Krebs riechen oder eben Menschen finden. Apropos: Wann geht´s denn jetzt endlich los?

Schnuppern im Maschinenhaus

Heute ist ein besonderer Tag. Wir trainieren im Kraftwerk Klingenberg in Berlin Lichtenberg. Immer einmal im Jahr kommen wir hierher, damit wir ungewohnten Reizen ausgesetzt sind und lernen, auch unter schwierigen Bedingungen und mit Ablenkungen zu arbeiten. Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht so richtig, was ein Kraftwerk ist, und was die da machen mit den riesigen Maschinen. Aber ich kann mich noch erinnern, dass wir letztes Jahr auch hier waren, und es war total aufregend. Überall brummt, und dröhnt und zischt es, alles ist ganz verwinkelt, laut, warm und es riecht komisch.

Puh, das Trainieren der Suche nach Verschütteten oder Vermissten ist ganz schön anstrengend. Besonders in ungewohnter Umgebung wie diesem Kraftwerk, Foto: Vattenfall

Puh, das Training bei der Suche nach Verschütteten oder Vermissten ist ganz schön anstrengend, Foto: Vattenfall

Der Chef von dem Kraftwerk heißt Flügel, hat mein Frauchen gesagt. Das klingt für mich wie etwas zu essen. Aber es muss ein cooler Typ sein, denn er erlaubt uns seit Jahren, dass wir hier trainieren können. Gleich geht´s in die Maschinenhalle, und dann kann ich zeigen, was ich drauf habe. Frauchen stellt sich dann mit mir auf, ich setze mich hin und warte auf ihr Kommando „Such und hilf!“. Wenn sie das sagt, dann starte ich.

Das Stillsitzen davor ist immer das Schwerste, weil ich so aufgeregt bin und kaum warten kann, endlich zu suchen. Eine der anderen Hundeführerinnen hat sich vorher schon irgendwo in dieser unübersichtlichen Halle mit den ganzen Rohrleitungen, Eisentreppen, Maschinen und verschiedenen Ebenen versteckt, und ich muss sie finden. Sie machen es bestimmt wieder extra schwierig. Aber das ist für mich kein Problem!

Spaß bei der Arbeit

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Das ist immer das Schönste: Mein Ball zur Belohnung, Foto: Vattenfall

Bei erfolgreicher Suche kriege ich meinen Ball zum Spielen. Das ist meine Belohnung. Das, und der Spaß beim Suchen selber natürlich. Das ist wichtig zu verstehen: Für uns Hunde ist das keine Arbeit, wir machen das gerne, wir lieben die Herausforderung und freuen uns, wenn wir die Aufgabe gut gemeistert haben und belohnt werden.

Wenn wir draußen bei einem echten Einsatz suchen, in einem Wald oder einem Trümmerhaus zum Beispiel, wird jedem von uns ein bestimmtes Suchgebiet zugeteilt, das suchen wir dann selbstständig ab. Wenn ich eine Person gefunden habe belle ich ganz laut, damit Frauchen und die anderen wissen, wo ich bin. Bei allem Spaß an der Suche arbeiten wir natürlich trotzdem hochkonzentriert. Nach 20 Minuten ist da erst mal eine Pause nötig, damit sich die Nase erholen kann. Doch dann kann es von mir aus auch schon weitergehen.

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Oh Mann, wie ich solche Gittertreppen hasse. Aber ein Profi wie ich packt das, Foto: Vattenfall

Oh, haben Sie das gehört? Das war das Signal, dass ich jetzt endlich aus der Box raus darf und das Training beginnt. War schön, mit Ihnen zu plaudern. Vielleicht trifft man sich ja mal wieder. Aber lieber beim Spazierengehen als bei einem meiner Einsätze.

Hopp! Wuff! Tschüss!

Ole Rettungshund
Experte
8. Februar 2016

Ich bin Ole, ein acht Jahre junger Belgischer Schäferhund. Ich arbeite als Rettungshund für das Deutsche Rote Kreuz und wurde ausgebildet und geprüft in Flächen- und Trümmersuche. Außerhalb der Dienstzeit bin ich ein ganz normaler Familienhund.

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