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Magnus Hall Vorstand von Vattenfall
Experte
31. Juli 2017
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Ein Tag mit dem Vorstand Magnus Hall

Der schwedische Vattenfall-Vorstand Magnus Hall ist in Berlin. Er hat einen terminreichen Tag vor sich: Mitarbeiterveranstaltung, Interview und Paneldiskussion beim Kongress des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Wir begleiten ihn.

Berlin. 8:30 Uhr. Ein Mittwoch im Juni. Magnus Hall befindet sich seit dem Vorabend in der Hauptstadt. Er ist aus Lissabon gekommen. Leider war die Klimaanlage im Flieger auf „Kühlschrank“ eingestellt. Die Stimme daher: etwas belegt. Die Stimmung hingegen: entspannt. In einer Stunde beginnt sein erster Termin, eine Mitarbeiterveranstaltung. Magnus Hall spricht dort über das Unternehmensziel, innerhalb einer Generation klimaneutral zu werden. Ein Dialog soll es werden, das ist Magnus Hall wichtig. „Ich möchte wissen, was die Leute bewegt, welche Fragen sie haben und was sie brauchen, um gut arbeiten zu können“, erklärt Magnus Hall. „Nicht jede Entscheidung, die ein Unternehmen trifft, stößt bei den Mitarbeitern auf Verständnis oder gar Gegenliebe. Man muss auch Kritik aushalten.“

Magnus Hall mit Kollegen der Kommunikation während der Dialogveranstaltung, Foto: Vattenfall

8:50 Uhr: Ein kurzer Blick in den Konferenzraum in der deutschen Unternehmenszentrale in Berlin-Mitte, in dem bereits geschäftiges Treiben herrscht. Dolmetscherin, Tontechniker und Moderatoren sind vor Ort, bauen ihr Equipment auf und gehen ihre Stichworte durch. Magnus Hall schüttelt Hände und spricht mit den Moderatoren über den geplanten Ablauf.

9:30 Uhr: Die Veranstaltung beginnt. Die Moderatoren bitten Magnus Hall, sich zum Unternehmensziel zu äußern, innerhalb einer Generation CO2-frei zu sein. Er erklärt: „Wenn die Kinder, die heute geboren werden, selbst Kinder bekommen, wollen wir fossilfrei sein. Daher müssen wir Wege finden, um Strom und Wärme in großem Stil CO2-frei zu erzeugen. Das ist eine echte Herausforderung. Wir diskutieren aktuell mit dem Land Berlin über die Möglichkeit, bis 2030 den Ausstieg aus der Kohle komplett zu schaffen. Ich bin davon überzeugt, dass es uns gelingen wird, auch wenn wir aktuell noch nicht alle Antworten kennen.“ Die Fragen der Mitarbeiter, die zum Teil aus dem Publikum heraus, zum Teil übers Web von den zugeschalteten Standorten aus gestellt werden, beantwortet er alle – auch die weniger angenehmen zu Konzernumbau und möglichem Stellenabbau. Und bekennt sich einmal mehr zum deutschen Markt: „Deutschland ist für Vattenfall ein strategischer Eckpfeiler. Hier gibt es große Themen und viele Wachstumsmöglichkeiten.“

10:20 Uhr: Die Veranstaltung ist beendet, die Mitarbeiter kehren zurück an ihre Arbeitsplätze. Magnus Hall zieht sich kurz zurück, um ein Glas Wasser zu trinken. Um Viertel vor elf soll es offiziell weitergehen, doch der Plan muss spontan angepasst werden, denn die Journalistin, mit der Magnus Hall zum Interview verabredet ist und der Fotograf sind bereits eingetroffen. Letzterer möchte ein paar Fotos machen, bevor das Gespräch beginnt.

Hall im Gespräch mit der Redakteurin, Foto: Vattenfall

10:45 Uhr: Theresa Münch, dpa-Redakteurin für Politik und Wirtschaft, stellt ihre Fragen. Im Fokus ihres Interesses steht in erster Linie die Entwicklung des Deutschlandgeschäfts. Es ist ein angeregtes Gespräch. Theresa Münch kennt Vattenfall und die Energiebranche gut und Magnus Hall hat Antworten. Wenn ihm etwas besonders wichtig erscheint, unterstreicht er es mit den Händen. Das passiert an diesem Vormittag oft. Die Stimme hat sich inzwischen überraschend erholt. Die Redakteurin fragt: „Wie wichtig ist Ihnen der deutsche Markt?“ Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten. „Deutschland ist für Vattenfall essentiell. Hier wollen wir bleiben und wachsen.“ In welchen Bereichen man wachsen wolle? „Zum Beispiel bei der Elektromobilität. Wir haben das Wissen und die Technologien, jetzt müssen wir nur noch die entsprechenden Ressourcen einsetzen. Aber ohne die Unterstützung der Politik wird es nicht gehen. Auch die Automobilbranche ist am Zug. Elektromobilität muss sich für den Konsumenten lohnen. Sonst wird sie sich nicht entwickeln.“ Ob er daran glaube, dass die Politik in dem Bereich die richtigen Schritte gehen wird?  „Auf jeden Fall. Deutschland ist ein extrem pragmatisches Land. Hier findet man immer eine Lösung – egal, wie unwahrscheinlich das auf den ersten Blick scheinen mag.“

Magnus Hall auf dem Weg zum nächsten Termin, Foto: Vattenfall

12:00 Uhr: Das Gespräch kommt zum Ende, alle Beteiligten haben Anschlusstermine. Für Magnus Hall ist das der heutige BDEW-Kongress, auf dem er für Vattenfall auf dem Panel über Sektorenkopplung sprechen wird – die Vernetzung verschiedener Bereiche wie Elektrizität, Wärme, Verkehr und Wohnen zur Hebung von Synergien und zur Erreichung der Klimaschutzziele. Sektorenkopplung gilt als Schlüssel zur Energiewende. In der Tiefgarage der Unternehmenszentrale trifft sich Magnus Hall mit dem Vattenfall Deutschland-Chef Tuomo Hatakka. Dessen Fahrer bringt beide in Tuomo Hatakkas BMW i3, einem Elektroauto, zum Kongressgelände.

12:20 Uhr: Ankunft. Ein kurzer Fototermin mit beiden Herren vor dem Elektrofahrzeug, dann beginnt noch auf dem Außengelände das Netzwerken. Mit über 90 Rednern im Programm und über 1.600 Geschäftsführen und Entscheidern aus den energiewenderelevanten Bereichen ist der Kongress des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) eine der bedeutendsten branchenübergreifenden Veranstaltungen. Es folgt ein erster Gang durch die Ausstellung und ein kurzer Halt am Stand von Vattenfall. Bevor Magnus Hall um 14:30 Uhr auf dem Podium debattieren wird, steht für ihn und Tuomo Hatakka erst einmal ein Mittagessen der Bank of America mit geladenen Gästen auf dem Plan.

Auf dem BDEW-Kongress, Magnus Hall zu aktuellen Themen der Energiebranche, Foto: Vattenfall

14:30 Uhr: Das Panel beginnt. Die Moderatorin und Journalistin Dr. Ursula Weidenfeld stellt die Redner vor: Magnus Hall, Wolfgang Langhoff, Vorsitzender des Vorstands der BP Europa, Dr. Rolf Martin Schmitz, Vorstandsvorsitzender bei RWE und Manfred Greis, Generalbevollmächtigter der Viessmann Group. Es wird diskutiert und auch ein wenig gestritten. Das Publikum soll sich ja nicht langweilen. Welche neuen Geschäftsmodelle sind bei der Sektorenkopplung denkbar? Welche politischen Rahmenbedingungen werden benötigt? Wer sind die neuen Player am Markt und welche neuen Technologien werden möglicherweise entstehen? Für Magnus Hall steht fest: Sektorenkopplung, das ist keine Modeerscheinung, hier werde man noch viele Kooperationen sehen. Die Energiebranche müsse klar machen, wie ernst es ihr mit der Energiewende sei und geschlossen dafür eintreten. Er ist sich sicher: „Die nächste ‚big story‘ der Energiewende werden die Speicher sein.“ Zumindest in diesem Punkt ist sich die Runde einig.

15:30 Uhr: Die Diskussion endet, der nächste Redner steht bereits in den Startlöchern. Magnus Hall setzt sich ins Publikum. Für die nächste halbe Stunde ist er Zuhörer. Eine kurze Atempause ohne Fragen oder Gespräche – und damit etwas Schonung für die Stimme.

Für einen netten Small Talk mit Kollegen vom Stromnetz Berlin bleibt gerade noch Zeit. Foto: Vattenfall

16:00 Uhr: Eine letzte Runde über das Kongressgelände steht an, vorbei noch einmal an den Ständen von Vattenfall und der Tochterfirma Stromnetz Berlin GmbH. Deren Thema: Open Data. Magnus Hall lässt sich die Ideen und Modelle präsentieren, testet selbst. Die Mitarbeiter freuen sich über das Interesse. Ein Journalist bittet um ein kurzes Gespräch, macht sich Notizen, verabschiedet sich und eilt weiter zum nächsten Stand. Magnus Hall wendet sich wieder den Kollegen zu.

16:40 Uhr: Es ist Zeit aufzubrechen. Am Flughafen wird der CEO noch ein wenig arbeiten, bevor um kurz vor sieben sein Flieger Richtung Stockholm abhebt. Wenn nichts mehr schief läuft, wird er zum Abendessen zuhause bei seiner Familie sein. Darauf freut er sich.

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Als Pressesprecherin kümmere ich mich vorrangig um die standortübergreifenden Themen Elektromobilität, Biomasse, Steinkohle und Diversity. Als Redakteurin für den Blog liegt mein Fokus auf Portraits und Erlebnisberichten – auch aus persönlichem Interesse. Es sind die Menschen und ihre Geschichten, die Vattenfall mit Leben füllen und das Unternehmen in die Zukunft navigieren. Bei knapp 7.000 Mitarbeitern alleine in Deutschland geht uns der Stoff so schnell nicht aus!

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