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Schnellladestation
Experte
30. März 2016
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Elektroautos: Schnell laden im Trend

Elektroautos gelten als umweltschonend, leise und Stadt-tauglich. Wenn aber unterwegs die Batterie leer ist, kostet es meist viel Zeit, um sein Fahrzeug wieder aufzuladen. Inzwischen geht das an immer mehr Standorten flotter. In dem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projekt „Schnell-Laden Berlin“ wurden entsprechende Ladestationen in der Hauptstadt installiert und getestet. 

Ladestation in der Wilhelminenhofstraße 2 in Berlin, Foto: Vattenfall

Ladestation in der Wilhelminenhofstraße 2 in Berlin, Foto: Vattenfall

In nur 20 bis 30 Minuten kann das Elektroauto an einer Schnell-Ladestation rund 80 Prozent aufgeladen werden – mit 100 Prozent Ökostrom. Auch, wenn die tatsächliche Ladezeit von der Batteriegröße, dem tatsächlichen Füllstand und äußeren Faktoren wie zum Beispiel der Batterie-Temperatur abhängt, spart man enorm viel Zeit.

Voraussetzung für das Schnell-Laden ist, dass das Fahrzeug über einen entsprechenden Anschluss verfügt; nicht alle Fahrzeuge mit elektrischen Antrieben haben diesen bereits. Schätzungsweise zwei Drittel der reinen Elektroautos sind schnell ladefähig. Plug-in-Hybride, die über einen Elektro- und einen Verbrennungsmotor verfügen, sind es in der Regel noch nicht. „Der Trend geht aber ganz klar in Richtung Schnell-Laden“, sagt Gunter Nissen, der den Bereich Elektromobilität Deutschland bei Vattenfall leitet.

Schnell-Laden leicht gemacht

Wenn das Fahrzeug über einen entsprechenden Anschluss verfügt, ist es ganz leicht. Das Projekt „Schnell-Laden Berlin“ hat sieben Stationen veröffentlicht. Im Rahmen des so genannten „Combined Charging Systems“ kann der Kunde entweder mit Gleichstrom (Combo-2-Stecker) oder mit Wechselstrom (Typ-2-Stecker oder Buchse) schnell laden. Alternativ sind die Stationen auch mit dem japanischen CHAdeMO-Gleichstrom-Stecker ausgerüstet. Übrigens: „Schnell-Laden“ wurde in einer europäischen Richtlinie als „Laden mit einer Leistung von mehr als 22 kW“ festgelegt. Bis zur Umsetzung in deutsches Recht werden hierzulande aber auch noch Gleichstrom-Ladestationen mit einer Leistung von 20 kW dazu gezählt.

Neu: Laden und bezahlen mit der App

Vier der Schnell-Ladestationen werden von Vattenfall betrieben. Hier können die Kunden seit Ende 2015 entscheiden, ob sie die übliche Ladekarte oder die neue App „Schnell-Laden“ nutzen. Das Besondere an der App: Man muss kein Vattenfall-Kundenkonto haben. Einfach die App herunterladen, Zahlungsdaten hinterlegen (Lastschrift oder Kreditkarte) und los geht es. Der Stationsfinder zeigt an, wo sich die nächste freie Ladesäule befindet. Ab dem Frühjahr soll die App dann auch an allen anderen öffentlich zugänglichen Vattenfall-Ladestationen nutzbar sein.

Eine weitere Schnellladesäule bei den Ministergärten, in Berlin Mitte, Foto: Vattenfall

Schnell-Ladesäule bei den Ministergärten in Berlin Mitte, Foto: Vattenfall

Schnell-Laden hat seinen Preis

Schnell-Ladestationen haben allerdings ihren Preis, sowohl bei der Installation als auch im Betrieb. „Damit sich daraus ein Geschäftsmodell für uns als Energieversorger entwickelt, muss das öffentliche Schnell-Laden langfristig auch mehr kosten als der „normale“ Strom aus der Steckdose“, sagt Nissen. „Eine öffentliche Anschubfinanzierung reicht da auf Dauer nicht aus.“ Er hofft, dass die Akzeptanz dafür wächst. Denn: „Wir brauchen ein breites Netz an Schnell-Ladestationen, um Elektroautos noch alltagstauglicher zu machen und so die Elektromobilität in Deutschland weiter voranzutreiben.“

Lesen Sie mehr dazu im Blog: Das zweite Leben der E-Mobility-Batterien

Gunter Nissen
Experte
30. März 2016

Seit 2010 begleite ich sowohl Forschungs- und Entwicklungsprojekte als auch die konkrete Umsetzung der Elektromobilität. Mittlerweile leite ich den Bereich Elektromobilität Deutschland bei Vattenfall. Vorher habe ich als studierter Luft- und Raumfahrtingenieur während meiner 20-jährigen Berufslaufbahn schon in der Luftfahrtbranche, bei der Bahn und im Anlagenbau gearbeitet; davon zehn Jahre als Berater. Elektromobilität fasziniert mich; sie ist einerseits älter als die Mobilität mit fossilen Kraftstoffen und andererseits technisch einfacher und effektiver. Die Zukunft gehört dem Kraftstoff Strom.

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