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Das Netz der Ladesäulen wird wachsen
Experte
10. März 2017
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Elektromobilität: Fuhrpark wird elektrisch

Vattenfall stellt in den kommenden fünf Jahren seine Fahrzeugflotte auf E-Fahrzeuge um. Schon heute sind elektrisch betriebene Firmenautos im Einsatz. Eins davon fährt Deutschland-Chef Tuomo Hatakka.

Bei Vattenfall wird Elektromobilität groß geschrieben. Mehr als 3.500 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge werden innerhalb der nächsten fünf Jahre bei Vattenfall in Schweden, den Niederlanden und Deutschland durch elektrisch betriebene Modelle ersetzt. Die Umstellung ist ein bedeutender Schritt zur Erreichung des Unternehmensziels, bis zum Jahr 2050 vollständig klimaneutral zu sein.

Komplette Umstellung in fünf Jahren

Vattenfall hat im Januar 2017 mit der über fünf Jahre geplanten schrittweisen Umstellung seines Fuhrparks mit 1.700 Fahrzeugen in Schweden, 1.100 in Deutschland und 750 in den Niederlanden begonnen. Alle Fahrzeugtypen vom Pkw bis zu Technik- und Wartungsfahrzeugen sollen umgestellt werden.

Tuomo Hatakka mit seinem BMW auf dem Weg zum Termin, Foto: Vattenfall

Tuomo Hatakka, Deutschland-Chef von Vattenfall, fährt bereits seit April 2016 einen BMWi3. Er ist davon überzeugt, dass gerade in Metropolen wie Berlin und Hamburg Elektromobilität in Verbindung mit öffentlichem Nahverkehr die Zukunft ist. Für ihn zeigt die Entscheidung, dass das Unternehmen an die Zukunft der Elektromobilität in Deutschland glaubt. Der Deutschland-Chef sieht aber auch, dass die Ladeprozesse noch zu oft mit der mühsamen Suche nach Ladesäulen verbunden ist. „Beim Ausbau der öffentlichen Ladestruktur hat Deutschland definitiv noch Nachholbedarf,“ sagt er.

Ausbau Lade-Infrastruktur

„Als erster Schritt müsste daher das Genehmigungsverfahren für die Stationen beschleunigt werden. Allein in Berlin dauert es oft Monate, bis eine Ladesäule steht. Das ist einfach zu langsam für ein gut funktionierendes Ladenetz,“ sagt Hatakka. „Zweitens könne mehr staatliche Förderung den Absatz von E-Autos deutlich beschleunigen.

Ladeboxen wie diese sind noch zu selten, Foto: Vattenfall

Das neue Fördermodell der Bundesregierung, das zum 1. März 2017 gestartet ist und bis Ende 2020 läuft, ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Das Investitionsrisiko muss gesenkt werden, wenn wir in Deutschland mittelfristig die dringend notwendige Verdichtung des Ladenetzes erreichen wollen. Holland ist hier ein gutes Vorbild.“

Das zweite Leben der Autobatterien

Eine wichtige Schnittstelle zwischen der Elektromobilität und der Energiewirtschaft ist die Batterie. So eignen sich die Batterien der E-Autos nach einer bestimmten Anzahl von Ladevorgängen zwar nicht mehr für die Elektromobilität, aber sehr wohl in einem zweiten Lebenszyklus als intelligente Stromspeicher.

Der stationäre Stromspeicher in der Hamburger HafenCity, Foto. Vattenfall

Gemeinsam mit BMW und Bosch hat Vattenfall beispielsweise in der Hamburger HafenCity ausgediente Batterien aus mehr als 100 Elektrofahrzeugen zu einem stationären Stromspeicher zusammengeschaltet.

Die Entwicklung zuverlässiger Speicher ist ein wichtiger Baustein der Energiewende. Denn der weitere Ausbau bei Wind und Photovoltaik bringt nur dann etwas, wenn der so erzeugte Strom gespeichert und bei Bedarf schnell verfügbar gemacht werden kann.

Strom, Wärme und Mobilität zusammen denken

Der grüne Strom wird auch in einem anderen wichtigen Gebiet, auf dem Vattenfall seit Jahrzehnten erfolgreich ist, an Bedeutung gewinnen. Wärme und warmes Wasser werden nach wie vor hauptsächlich konventionell mit fossiler Energie hergestellt. Anders als Strom lässt sich die Wärme einfach und preiswert speichern.

Und so, wie die Mobilität zunehmend elektrisch wird und konventionelle Fahrzeuge verdrängt, muss es auch für die Wärmerzeugung eine Wärmewende geben, indem der Einsatz von grünem Strom massiv steigt. Die bisher getrennt betrachteten Sektoren Stromerzeugung, Wärmeerzeugung und Mobilität müssen in Zukunft viel stärker zusammen gedacht werden. Denn wenn insbesondere die großen Städte klimaneutral werden sollen, wird das nicht ohne die Elektromobilität und die „Wärmewende“, also der Wärmeerzeugung mit grünem Strom und der intelligenten Speicherung von Wärme gelingen.

Links

Elektroautos: Schnell Laden im Trend
Neues Leben für eine gebrauchte Batterie
Vattenfall stellt seinen gesamten Fuhrpark auf Elektroantrieb um

Gunter Nissen
Experte
10. März 2017

Als Luft- und Raumfahrtingenieur und mit über 20-järiger Berufserfahrung hat mich schon immer die Herausforderung der Gestaltung von Technologie zur nachhaltigen Verbesserung unseres Lebens gereizt. Die Erfahrungen meiner beruflichen Stationen in der Luftfahrtbranche, bei Bahnunternehmen und im Anlagenbau, sowie eine langjährige Beratertätigkeit für Bundesministerien, Landesämter sowie Unternehmen aus dem Verkehrs-, Logistik- und Energiesektor bringe ich heute als Leiter des deutschen Elektromobilitätsteams von Vattenfall aktiv zur Gestaltung neuer Mobilität für den urbanen Raum ein.

  • Alexander Schuster

    Liebes Vattenfall Team,

    Danke für den tollen Artikel! Jedoch sollte auch bedacht werden, dass neben den elektrisch betriebenen Autos immer mehr sog. E-Bikes auf der Straße zu finden sind. Ich selber bin stolzer Besitzer eines solchen Gefährtes und nutze es um meine Kinder in den Kindergarten zu bringen. Dazu habe ich ein Fahrrad umgebaut damit die Sitze gut Platz haben. https://www.sortimo.de/das-lastenfahrrad-procargo-ct1/. Jetzt ist das Laden jedoch häufiger das Problem, da der Akku schwer ist und ich aus dem Haus kein Kabel auf die Straße legen kann. Direkt vor meiner Tür ist eine E Säule von Vattenfall, doch ist die Spannung nicht für E-Bikes ausgelegt. Kann Vattenfall in Zukunft das mit einplannen beim Aufbau solcher Säulen? Danke!!

    • Vattenfall Deutschland

      Sehr geehrter Herr Schuster,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Unsere derzeit im Betrieb befindlichen Ladesäulen haben auch einen Schuko-Anschluss (ist mit dem Roller-Symbol gekennzeichnet). Da kann auch ein Pedelec geladen werden, denn das Ladegerät hat ja einen Schuko-Anschluss. Wenn der jeweilige Nutzer über eine Ladekarte von Vattenfall verfügt, dann kann er die Schuko-Steckdose genauso öffnen (sie ist im Normalfall verriegelt, wegen Vandalismus-Schutz) wie die Autosteckdose (Die Karte einfach davor halten).

      Was die Ladesäulenphilosophie insgesamt angeht, so werden heute keine Stationen mit einem weiteren Schuko-Anschluss präferiert, da damit der 7-Pol-Anschluss blockiert wird. Für Fahrräder und Roller wird verstärkt an separate Ladestationen gedacht, z. B. Schränke, in die das Ladegerät oder sogar der ganze Akku sicher eingeschlossen werden können. Solche Ladeinfrastruktur ist aber leider in der Tat noch Zukunftsmusik.

      Freundliche Grüße
      Ihr Team von Vattenfall

  • Experte
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