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Exponaten im Energie-Museum Berlin: Stromzähler
Experte
14. Dezember 2017
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Energiegeschichte zum Anfassen

Im Energie-Museum Berlin finden sich mehr als 5.000 Ausstellungsstücke rund um die Geschichte der Strom- und Wärmeversorgung. Von Hollywood-Filmrequisiten, über Materialien von Offshore-Windparks bis hin zu Einmann-Bunkern ist jede Menge an Energiegeschichte zu entdecken.

Nostalgische-Telefone, die Kinder und Jugendliche wohl nur noch vom Erzählen kennen, Foto: Vattenfall

„Ich mache mir sonst nichts aus Physik, aber heute war es superinteressant.“ Das Gästebuch im Energie-Museum Berlin ist voll von solchen und ähnlichen positiven Kommentaren. Insbesondere Jugendliche, aber auch alle anderen Altersklassen sind positiv überrascht, wie spannend so ein Museum alter Technik sein kann.

Energie-Museum Berlin – Informationen für Besucher

Das schwerste Ausstellungsstück: die Litfasssäule, Foto: Vattenfall

Das Energie-Museum, das auf dem Gelände des Umspannwerks Steglitz der Stromnetz Berlin GmbH im Gebäude der ehemals weltweit größten Batteriespeicheranlage untergebracht ist, hat einiges zu bieten. Über vier Etagen geht der Fundus der Ausstellungsstücke rund um die Geschichte der Strom- und Wärmeversorgung und ihre Sekundärtechnik. Es reicht von der Telekommunikation über die öffentliche Beleuchtung bis hin zu Elektrogeräten.

Energiegeschichte mit viel Liebe und Enthusiasmus

Als technikverrückt oder sagen wir lieber: technikbegeistert kann man die gut zwei Dutzend aktiven Mitglieder des als eingetragener gemeinnütziger Verein geführten Energie-Museums bezeichnen. Sie verbringen viele Stunden damit, die Exponate aufzuarbeiten, zu restaurieren, funktionstüchtig zu machen, anschaulich zu präsentieren und vorzuführen. Viele von ihnen sind Pensionäre von Vattenfall beziehungsweise seinen Vorgängerunternehmen, aber auch aus anderen Unternehmen. Ihr Enthusiasmus und ihre fast jugendliche Begeisterung überträgt sich sofort auf die Besucher. Viele der Objekte und Geräte sind in Aktion erlebbar. Sie können von den Besuchern selbst ausprobiert werden, wie etwa ein Fernschreiber von 1940 oder eine funktionierende Rohrpostanlage.

Ein klassisches Telefon aus den zwanziger Jahren, Foto: Vattenfall

„Im Energie-Museum kann man Energiegeschichte und technische Entwicklungen von damals bis heute nachvollziehen, denn schnell geraten sonst Dinge in Vergessenheit“, erläutert Museumsvorstand Horst D. Kreye. Schmunzelnd erzählt er von einem Fünftklässler, der beim Anblick eines Wählscheibentelefons fragte: „Also, so einen Hörer kenne ich, aber was ist das runde Ding in der Mitte mit den Löchern und den Zahlen?“

Besondere Exponate

Das SELTENSTE Stück im Museum ist eine 20.000-Watt-Glühlampe, die in den 1950er-Jahren allein den kompletten Vorplatz des Berliner Bahnhofs Zoo ausleuchtete.

Das ÄLTESTE Inventar im Energie-Museum Berlin ist ein Strommessgerät von 1894.

Das BERÜHMTESTE Objekt ist ein Transformator von 1939. Er spielte eine Rolle als Requisit für den in Babelsberg gedrehten Hollywoodfilm „In 80 Tagen um die Welt“.

Das GRÖSSTE Objekt ist eine fünf Meter hohe Litfaßsäule, in deren Inneren sich eine Umspannstation befindet.

Das SCHWERSTE Exponat wiegt mehrere Tonnen: ein freistehender „Einmann-Bunker“, der im Krieg den Kraftwerksmaschinisten vor Bomben schützen sollte.

Eines der JÜNGSTEN Neuzugänge ist ein Stück Unterseekabel vom Offshore-Windpark Baltic 1 in der Ostsee.

Ein SPEZIELLES Equipment ist die „schwarze Taste“, mit der am 07. Dezember 1994 der Berliner Regierende Bürgermeister Eberhardt Diepgen den elektrischen Anschluss West-Berlins an das westeuropäische Verbundnetz vollzogen hat. Damit war Berlins prekärer Status als Strominsel nach über 40 Jahren überwunden.

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Energie-Museum Berlin

Horst D. Kreye
Experte
14. Dezember 2017

Von Haus aus bin ich Diplomingenieur. Studiert habe ich Starkstromtechnik und Elektrotechnik an der TU Berlin. Das war in den 70 er Jahren. Ich habe also schon einige Jahrzehnte der Energiegeschichte miterlebt. Beruflich hatte ich immer mit der Energiewirtschaft zu tun, vorwiegend bei der Bewag beziehungsweise Vattenfall. Meine letzte Station war Leiter der Netzführung Berlin und Hamburg. Die Geschichte der Elektroenergie, ihre Erzeugung, Verteilung und Anwendung, hat mich seit jeher interessiert. Seit 2014 bin ich Vorsitzender des Energie-Museums Berlin. Hier finden sich Ehrenamtliche zusammen, um die Geschichte der Elektroenergie anhand realer Ausstellungsstücke zu dokumentieren. Viele Arbeitsstunden investieren wir in die Aufbereitung der Exponate.

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