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Hanno Balzer, Geschäftsführer von Vattenfall Energy Solutions
Experte
18. Oktober 2017
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Engagiert für die Energiewende: Hanno Balzer

Abgeschieden vom Berliner Großstadttrubel, mitten im Herzen der Uckermark, liegt ein liebevoll restauriertes Bauernhaus. Umgeben von einem weitläufigen Garten mit alten, Schatten spendenden Obstbäumen. Herr dieser grünen Idylle ist Hanno Balzer. Gemeinsam mit Familie und Freunden schuf er in Templin einen Rückzugsort. Hier gestaltet er seine persönliche Vision vom naturnahen Leben und der privaten Energiewende.

Hanno Balzer, Geschäftsführer von Vattenfall Energy Solutions, treibt mit dezentralen Energielösungen die Energiewende voran. Mit effizienten Technologien und grünen Ressourcen. Und auch in seiner Freizeit blickt er ins Grüne.

Hanno Balzers Blick ins Grüne

Wenn der gebürtige Westfale nicht an seinem Bauernhaus werkelt, arbeitet er an dezentralen Wärmeversorgungslösungen. Diese vor Ort erzeugenden Energielösungen verbinden seine Liebe zur Umwelt mit seinem Engagement für das Energieunternehmen. „Grün getickt habe ich schon immer“, sagt Hanno Balzer. Der große Naturfreund ergänzt überzeugt: „Hier kann ich selbst meinen aktiven Beitrag zur Energiewende leisten.“ Er hat sich im Beruf zur Leidenschaft gemacht, was ihn auch privat antreibt: bestehende Ideen mit seiner grünen Vision zu beleben.

Von innen heraus verändern

Seit 20 Jahren ist Hanno Balzer bei Vattenfall und seinen Vorgängerunternehmen tätig. Doch was hat ihn am Energie- und Wärmemarkt gereizt? „Dort versprach ich mir, meine persönlichen Nachhaltigkeitsziele umsetzen zu können. Denn wenn wir die Dinge verbessern wollen, müssen wir das System von innen heraus verändern.“ Die Grundlage der Energieerzeugung war damals vor allem Braunkohle. Doch schon zu dieser Zeit beschäftigen Hanno Balzer klimafreundlichere, dezentrale Alternativen. Die Herausforderung war dabei, neuartige Technologien zu entwickeln, die in der Praxis funktionieren würden.

Hanno Balzer im BHKW Kastanienallee Puhlmannhöfe

Hanno Balzer im BHKW Kastanienallee Puhlmannhöfe, Foto: Markus Altmann

„Die Idee einer Blockheizkraftwerk-Technologie zur Nahwärme-Versorgung galt vor 15 Jahren in den Augen vieler Branchen-Größen rein technisch als verrückt. Aber es war klar, dass in Zukunft etwas Neues entstehen musste,“ sagt Hanno Balzer. Es sollte ihm noch Einiges an Geduld und ambitionierter Teamarbeit abverlangen, bis sein Glaube an individuelle und umweltverträglichere Energieversorgung die gewünschte Öffnung bewirkte.

Auch privat nachhaltig ausgerichtet

Das Traumbauernhaus von Hanno Balzer im Uckermärckischen, Foto: Privat

Eine andere Herzensangelegenheit von Hanno Balzer konnte er schneller verwirklichen. Als er mit seiner Frau das alte Templiner Bauerngehöft kaufte, war auch sein Freundeskreis gleich Feuer und Flamme: „Es war unser Traum, in der Stadt zu wohnen und einen Rückzugsort in der Natur zu haben. Von Beginn an war der Hof ein nachhaltig ausgerichtetes Gemeinschaftsprojekt, in das sich jeder einbringen konnte. Vom Keller bis zum Dach haben wir vieles selbst instandgesetzt“, berichtet Hanno Balzer. Mit viel Kraft und Herzblut ist aus dem alten Gebäude ein zweites Heim geworden – selbstverständlich beheizt mit regenerativen Brennstoffen. Mit dem ansässigen Förster pflegt er einen freundschaftlichen Umgang und darf in den umliegenden Wäldern sein Holz sammeln.

Langer Atem für professionelle Nahwärme

Hanno Balzers Impulse zu einer dezentralen Energieversorgung brauchten dagegen mehr Zeit, um reifen und begeistern zu können. 2010 zahlte sich seine feste Überzeugung von umweltverträglicher, vor Ort erzeugter Wärme aus. Vattenfall war reif für die Umsetzung seiner Vision der Nahwärme und etablierte eine Geschäftseinheit für dezentrale Wärmeversorgungslösungen. Gemeinsam mit seinem Team gründetet er dann in 2017 Vattenfall Energy Solutions und machte damit einen großen Schritt in Richtung Energiewende.

Teamwork für die Energiewende

Das Gefühl, ein gemeinsames Ziel erreichen zu wollen, vereint das Team von Vattenfall Energy Solutions jeden Tag. Der Sitz am Berliner EUREF Campus passt dazu. Zusammen mit den ansässigen Gründern, Startups und Technologiefirmen tüftelt das Team an innovativen Energielösungen. Seine rund 40 Beschäftigten sehen Hanno Balzer nicht so sehr als Geschäftsführer. Für sie ist er derjenige, der einen Rahmen schafft, in dem alle optimal arbeiten können. Das gegenseitige Duzen gehört zum offenen Klima im Team dazu. „Gerade bei neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern reiße ich oft Barrieren ein, wenn ich ihnen das Du anbiete. Da unsere Projekte absolute Gemeinschaftsleistungen sind, trägt dies fast automatisch zu einem kollegialen Miteinander bei.“ Für seine nahbare und unprätentiöse Art wird der Chef Balzer von seinen Beschäftigten geschätzt, die manchmal in der Uckermark zu Besuch sind, um gemeinsam Saft aus den Äpfeln vom Hof zu machen.

Ob der wahr gemachte Traum der nachhaltigen Landidylle oder sein beruflicher Beitrag zur Energiewende bei Vattenfall Energy Solutions – wenn Hanno Balzer von seinen wichtigsten Projekten spricht, spürt man seine Leidenschaft. Seine Überzeugung, dass Wärmeversorgung auch umweltverträglich funktionieren kann und sogar bessere Ergebnisse liefert, hat zu einer neuen Ausrichtung des Unternehmens auf dem Markt der Wärmeversorgung geführt. Auch die Nachbarschaft um das Templiner Familien-Anwesen hat sich verändert. „Viele unserer Freunde haben sich inspirieren lassen und inzwischen ihren eigenen Wunsch nach uckermärkischer Abgeschiedenheit erfüllt. Oft höre ich, sie hätten mich als Vorreiter gesehen“, schmunzelt Hanno Balzer.

„Von der Leine gelassen…“ – Das Geschäft mit dezentralen Energieanlagen

 

 

Hanno Balzer
Experte
18. Oktober 2017

Ich bin gebürtiger Westfale und gelernter Volkswirt. Im Vattenfall Konzern bin ich seit 1997 tätig. Zunächst war ich für das Geschäft mit Regionalversorgern zuständig; später arbeitete ich im Produktmanagement und in der Wärme-Geschäftsentwicklung. Seit 2010 leite ich das Business für dezentrale Wärmeversorgung in Berlin und Hamburg. Ich bin ein Familienmensch, verheiratet und wir haben drei Kinder. Wenn es meine Zeit erlaubt, werkele ich gerne an unserem Bauernhaus in der Uckermark.

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