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COP21
Experte
12. November 2015
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Erwartungen an COP21 – Teil 1

Auf der 21. Internationalen Klimakonferenz (COP21/CMP11) vom 30. November bis 11. Dezember 2015 werden die Verhandlungen über ein global verbindliches Klimaschutzabkommen fortgesetzt. Ziel ist die Einigung aller Länder auf verbindliche Maßnahmen, die die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius begrenzen. Die Pariser Konferenz wird auch in Deutschland mit hohem Interesse verfolgt. Die Reihe „Erwartungen an COP21“ zeigt eine Auswahl und berichtet über die inhaltliche Auseinandersetzung mit COP21 bei Vattenfall und anderswo.

Unser Thema des Monats

Luise Neumann-Cosel, Geo-Ökologin und Vorstandsmitglied der BürgerEnergie Berlin, schildert ihre Erwartungen an COP21 und beantwortet, welche Rolle Vattenfall aus ihrer Sicht bei der Umsetzung der Klimaziele spielen sollte.

Was erwartet die BürgerEnergie Berlin vom Klimagipfel?

Wenig, leider. Eigentlich ist klar: Die Klimakatastrophe lässt sich nur abwenden, wenn es einen internationalen Konsens und gemeinsame Anstrengungen gibt. Das gilt schon allein deshalb, weil die Klimafrage auch eine globale Gerechtigkeits- und Verteilungsfrage ist. Doch die Ergebnisse der internationalen Klimadiplomatie der vergangenen Jahre waren ziemlich ernüchternd – um es vorsichtig auszudrücken.

Wir sind überzeugt, dass wir nicht länger auf Politik und Wirtschaft warten können, bis diese die Dringlichkeit eines konsequenten Klimaschutzes erkannt haben. Deshalb handeln wir selbst: Lokaler Klimaschutz ist für uns nicht nur Engagement für den eigenen Vorgarten, sondern auch ein wichtiger Schritt hin zu einem globalen Klimaabkommen. Denn das wird es nur geben, wenn die europäischen und nordamerikanischen Staaten und Unternehmen ihre historischen Klimaschulden anerkennen, und ohne Wenn und Aber ihre Treibhausgasemissionen reduzieren.

Welche Rolle spielt Vattenfall für die erfolgreiche Umsetzung von Klimazielen?

Vattenfall spielt als großes Unternehmen im Energiebereich eine ziemlich große Rolle: Vor allem im Bereich der Stromerzeugung aus Braunkohle, der klimaschädlichsten Form der Energieerzeugung, muss Vattenfall Verantwortung übernehmen.

Anstatt das Geschäft mit der Braunkohle im Berliner Umland einfach zu verkaufen, braucht es einen Umstiegsplan, damit die Kohle im Boden bleibt und die Region eine langfristige Perspektive bekommt. Dafür muss Vattenfall geradestehen, auch wenn es teuer wird – denn schließlich hat Vattenfall jahrzehntelang viel Geld mit der Braunkohle verdient. Für Vattenfalls Kraftwerke in Berlin gilt dasselbe: Raus aus der Kohle!

Letztendlich entscheidend für den Klimaschutz sind allerdings nicht die großen Unternehmen, sondern wir Bürger. Wer seinen Strom bei einem echten Ökostromanbieter kauft oder Mitglied einer Energiegenossenschaft wird, trägt ganz entscheidend zum Klimaschutz bei – denn er entzieht klimaschädlichen Unternehmen das Geschäftsmodell.

 

Die Beiträge unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Vattenfall macht sich diese nicht zu eigen.

Luise Neumann-Cosel
Experte
12. November 2015

Als Mitbegründerin und Mitglied des Vorstandes der BürgerEnergie geht es mir um die Demokratisierung unserer Energielandschaft. Energienetze gehören in die Hand der Bürgerinnen und Bürger. Genauso der Aufbau eines zukunftsweisenden Energiesystems. BürgerEnergie Berlin gehört zusammen mit dem landeseigenen Unternehmen BerlinEnergie und der Vattenfall Tochter Stromnetz Berlin GmbH zu den Bewerbern um die Stromkonzession in Berlin.

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