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COP21
Experte
25. November 2015
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Erwartungen an COP21 – Teil 3

Auf der 21. Internationalen Klimakonferenz (COP21/CMP11) vom 30. November bis 11. Dezember 2015 werden die Verhandlungen über ein global verbindliches Klimaschutzabkommen fortgesetzt. Ziel ist die Einigung aller Länder auf verbindliche Maßnahmen, die die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius begrenzen. Die Pariser Konferenz wird auch in Deutschland mit hohem Interesse verfolgt. Die Reihe „Erwartungen an COP21“ zeigt eine Auswahl und berichtet über die inhaltliche Auseinandersetzung mit COP21 bei Vattenfall und anderswo.

Unser Thema des Monats

Hubert Lerche, Geschäftsführer der Wirtschaftsinitiative Lausitz e. V., schildert seine Erwartungen an COP21 und beantwortet, welche Rolle Vattenfall aus seiner Sicht bei der Umsetzung der Klimaziele spielen sollte.

Was erwartet die Wirtschaftsinitiative Lausitz e. V. vom Klimagipfel?

Klimaschutz und Erderwärmung sind globale Themen. Diese Herausforderungen kann die Staatengemeinschaft nur gemeinsam lösen. Deutschland ist mit der Energiewende Vorreiter und sollte die Erfahrungen bei diesem Gipfel einbringen und auch deren Nutzung in den anderen Ländern und Regionen einfordern. Wir erwarten eine offene und ehrliche Diskussion darüber, was erforderlich und möglich ist und wer dazu welchen Beitrag leistet. Deutschland und insbesondere die Lausitz haben in den vergangen 25 Jahren die CO2-Emissionen stark reduziert und die weiteren Ziele sind abgesteckt.

Die Bundesregierung muss aber auch akzeptieren, dass wir mit unseren Einsparungen die Erderwärmung nicht stoppen werden können, auch wenn wir aus der Braunkohle aussteigen und uns auch danach auf die anderen fossilen Energieträger fokussieren. Der Klimaschutz und die globale Erwärmung brauchen vor allem globale gesellschaftspolitische Lösungen. Diese werden aber auch bei diesem Klimagipfel nicht mehrheitsfähig sein. Ein Weg dahin können mehr Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Energiegewinnung und -verteilung sein, um den Entwicklungsstaaten Lösungen anzubieten. Hier sind die Industriestaaten mit globalen Forschungsprogrammen gefordert. Aber auch auf diesem Sektor wird wahrscheinlich nicht der notwendige Durchbruch erzielt werden.

Welche Rolle spielt Vattenfall für die erfolgreiche Umsetzung von Klimazielen (in der Lausitz)?

In der Lausitz steht heute einer der modernsten und emissionsärmsten Kraftwerksparks der Welt. Der CO2-Ausstoß ist heute etwa 40 Prozent geringer also noch im Jahr 1990. Vattenfall und seine Mitarbeiter leisten seit Jahren ihren Beitrag zur Energiewende. Die Kraftwerksblöcke sind heute bei hohem Wirkungsgrad bis auf 40 % ihrer Kapazität regelbar, wenn das die Einspeisung erneuerbarer Energien erfordert. Gleichzeitig liefern sie verlässlich Strom, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht.

Diese Partnerschaft zwischen Erneuerbaren und Fossilen werden wir auch in den kommenden Jahrzehnten noch brauchen. Hier ist der Bund gefordert, dass die Versorgungssicherheit und wettbewerbsfähige Strompreise für Wirtschaft und Einwohner in Deutschland mit den Klimazielen in Einklang gebracht werden. Gleichzeitig erwarten wir, dass der schwedische Konzern die Verantwortung gegenüber der Region und den Menschen in der Lausitz wahrnimmt und den angestrebten Verkauf der deutschen Braunkohlesparte mit Umsicht und Verlässlichkeit betreibt.

Die Beiträge unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Vattenfall macht sich diese nicht zu eigen.

Mehr zum Thema im Blog:
Erwartungen an COP21 – Teil 1
Erwartungen an COP21 – Teil 2.

Hubert Lerche
Experte
25. November 2015

Als Geschäftsführer der Wirtschaftsinitiative Lausitz e.V. vertrete ich seit Mai 2012 die Interessen dieser regionalen Aktions- und Netzwerkplattform von und für Unternehmen. Als Ingenieur war ich mehr als 20 Jahre in unterschiedlichen Führungspositionen bei BASF und 15 Jahre beim VEB Synthesewerk Schwarzheide tätig. Ende der 1980er Jahre habe ich auf dem Gebiet der technischen Diagnostik promoviert.

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