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Hamburg. © powell83 / Fotolia
Experte
5. Februar 2018
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Fernwärmeausbau bringt Hamburg Jobs und Geld

Von einem Fernwärmeausbau würde die Metropolregion Hamburg erheblich profitieren wie eine Studie ergibt: Mehr Arbeitsplätze, höhere Steuereinnahmen und höhere Nettoeinkommen.

Das Konzept der regionalen Wertschöpfung erfasst Geldströme in einer räumlich abgegrenzten Region.

Die Metropolregion Hamburg würde von einem Fernwärmeausbau im Rahmen der Quartiersentwicklung Rothenburgsort erheblich profitieren. Mehr Arbeitsplätze, höhere Steuereinnahmen und höhere Nettoeinkommen wären die Folge. „Jeder investierte Euro löst rund 2,80 Euro Umsatz in der Region aus“, so Burkhard Warmuth, der die Studie des Fraunhofer Instituts, der Forschungsstelle Kommunale Energiewirtschaft sowie Jung Stadtkonzepte seitens Vattenfall betreut hat.

Die beteiligten Institute wollten in erster Linie herausfinden, welche unterschiedlichen Auswirkungen die Heizungsversorgung mit Gas oder Fernwärme eines neuen Quartiers auf die regionale Wertschöpfung hat. Dabei wurden Geldflüsse untersucht und es wurde erfasst, wie viel Geld in der Region verbleibt und ob damit weitere Werte geschaffen werden.

Die Untersuchung steht im Zusammenhang mit der von Vattenfall angestrebten Nutzung von industrieller Abwärme des Kupferproduzenten Aurubis. „Neben den positiven Effekten der Nutzung CO2-freier industrieller Abwärme fürs Klima, waren wir auch an Antworten interessiert, ob Hamburg insgesamt aus diesem Projekt einen Nutzen ziehen kann“, sagt Warmuth.

Fernwärmeausbau schafft Arbeitsplätze

Insbesondere haben sich die Institute für Arbeitsplatzeffekte bei Bau, Installation und Handwerk, im Tiefbau, bei Architektur- und Ingenieurbüros sowie in der Energieversorgung interessiert. „Unter dem Strich profitieren alle Berufe deutlich stärker von einer Fernwärmeversorgung als von regulären Gasheizungen“, erklärt Warmuth. Demnach würde die Fernwärme über einen Untersuchungszeitraum von 20 Jahren rund 90 Arbeitsplätze zusätzlich gegenüber Gasheizungslösungen schaffen. Ein großer Teil dieser Jobs entfällt auf den Tiefbau, der im Rahmen der Leitungsverlegung erforderlich wird. „Doch auch in den Folgejahren bleiben die Beschäftigungseffekte durch die Fernwärme kontinuierlich über denen der Gasheizungen“, so Warmuth weiter.

Während der Bauarbeiten zum Ausbau des Hamburger Fernwärmenetzes in der Barner Straße. Foto: Vattenfall

Regionale Wertschöpfung

Doch Arbeitsplätze sind nur eine Facette. Die regionale Wertschöpfung unterteilt sich zum einen in die direkte regionale Wertschöpfung, die aus der Installation und dem Betrieb der Heizungsanlagen bzw. des Netzes resultiert. Die zweite Komponente ist die indirekte regionale Wertschöpfung, die sich aus Wartung und Instandhaltung der Anlagen speist. Für diese beiden Stufen wird dann ermittelt, wie viel Gewinn nach Steuern in der Region verbleibt, wie viel sich in den regionalen Nettoeinkommen wiederfindet und welcher Teil den Kommunen zur Verfügung steht. Dies können beispielsweise Umsatzsteuern, Konzessionseinnahmen, Wegenutzungsgebühren oder auch der kommunale Anteil an der Einkommensteuer sein.

Mehr Geld für die Region

Insgesamt liegt die regionale Wertschöpfung durch eine Fernwärmeversorgung um gut 220 Prozent höher als bei einer Entscheidung für Gasheizungen. 71 Prozent der Wertschöpfung fließen in die Nettoeinkommen, 23 Prozent verbleiben als Gewinn in den Unternehmen und immerhin sechs Prozent fließen als Steuern und Gebühren nach Hamburg. Ein wesentlicher Grund für die höhere Wertschöpfung liegt auch im geringeren Geldmittelabfluss für den Einkauf von Brennstoffen, beispielsweise von russischem Erdgas. Im Endausbau des Fernwärmenetzes müssten ab 2040 rund 1,4 Millionen Euro weniger für den Brennstoffeinkauf von außerhalb Hamburgs aufgewendet werden. Deutlich mehr Geld verbleibt demnach in der Region.

Fernwärme plus industrielle Abwärme – ein Beitrag zur regionalen Wertschöpfung in Hamburg

Starkes Argument für die Fernwärme

Die Vattenfall Wärme Hamburg geht davon aus, dass für eine Erschließung von Rothenburgsort bis 2040 rund 75 Millionen Euro aufgewendet werden müssten, um 75 Prozent des Gebiets versorgen zu können. Bestandteil dieser Investitionen sind unter anderem der Bau eines Niedertemperaturnetzes inklusive Transportleitung sowie die Bereitstellung von Redundanzleistungen. Aus 75 Millionen Euro Investitionen resultieren bis 2040 dann rund 127 Millionen Euro regionale Wertschöpfung. „Ein starkes Argument für die Fernwärme“, so Warmuth.

Von Forschern bestätigt

Ein Argument, das nicht nur für Hamburg trägt. Die Forscher haben sich neben der Hansestadt auch mit Projekt- und Quartiersentwicklungen in anderen deutschen Städten beschäftigt. Die Ergebnisse aus Düsseldorf, Weimar, Gotha, Dresden und Rosenheim bestätigen, dass die jeweiligen Städte mit einer Entscheidung für die Fernwärme eine deutlich höhere regionale Wertschöpfung erzielen als mit den untersuchten Alternativen.

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Wärme Hamburg

Burkhard Warmuth
Experte
5. Februar 2018

Seit nunmehr zehn Jahren arbeite ich in verschiedenen Funktionen im Bereich der Wärmeversorgung in Berlin und Hamburg. Gestartet als Trainee in den Heizkraftwerken mit Stationen in der Verteilung und im Vertrieb lernte ich die gesamte Wertschöpfungskette unseres Wärmegeschäfts kennen. Eines meiner ersten Projekte war damals die Errichtung der Solarthermie-Anlagen in der HafenCity West. Derzeit bin ich mit meinem Team verantwortlich für die Geschäftssteuerung der Vattenfall Wärme Hamburg GmbH und kümmere mich um die strategische Ausrichtung unseres Geschäfts.

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