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Ein Blick auf die Fernwärmekarte von Vattenfall
Experte
8. Mai 2017
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Fernwärme-Mischstation Emser Platz: Ab unter die Erde!

Im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf befindet sich unsichtbar für Anwohner und Besucher der neue zentrale Knotenpunkt für die künftige Erschließung Schönebergs mit Fernwärme. Die unterirdische Mischstation verknüpft die Vergangenheit der Fernwärmeversorgung mit der Zukunft und sorgt für behagliche Wärme im Berliner Westen.

Auf den ersten Blick gibt es auf dem Emser Platz in Charlottenburg nicht viel zu entdecken. Ringsum stehen Schulter an Schulter Mehrfamilien- und Bürohäuser, ein paar Bäume dienen als Sichtschutz zum Hohenzollerndamm, der Platz selbst ist ein schmaler Pflastersteinstreifen, das Muster in der Mitte unterbrochen von zwei unauffälligen „Kanaldeckeln“.

Im Hintergrund Armin Böhm an einem Kontrollmonitor, Foto: Vattenfall

Doch diese Deckel haben es in sich. Oder besser: unter sich. Darunter entdeckt man in gut fünf Metern Tiefe mehrere aluminiumglänzende, ineinander verschlungene Rohre. Diese Rohre sind Fernwärmeleitungen und bilden den zentralen Knotenpunkt für die künftige Erschließung Schönebergs mit Fernwärme.

Vergangenheit trifft Zukunft

Projektleiter Armin Böhm ist stolz auf das bisherige Ergebnis: „Die Mischstation am Emser Platz ist die erste dieser Art. Sie verknüpft die Vergangenheit mit der Zukunft der Fernwärme in Berlin, indem sie die hydraulische Verbindung zwischen dem alten Dreileiter-Verbundnetz und dem neuen Zweileiter-System bildet.“

Der Unterschied erklärt Armin Böhm so: „Das Dreileitersystem besteht aus zwei Vorlaufleitungen und einer gemeinsamen Rücklaufleitung. Im Störungsfall hatte man damit die Möglichkeit, zwischen den Leitungen hin und her zu schalten und so die Fernwärmeversorgung durchgehend aufrecht zu halten. Dank der immer sicherer werdenden und langlebigeren modernen Rohrleitungen genügen inzwischen zwei der ehemals drei Stränge.“

Gut fürs (Anwohner-)Klima

Gunther Müller, Vorstand Wärme AG, steigt mit in die Tiefe, Foto: Vattenfall

Eine knappe Million Euro hat die Vattenfall Wärme Berlin in die neue Mischstation investiert, 14 Monate hat ihr Bau gedauert. Sie ist die erste und bislang einzige, weitere sollen jedoch bald folgen. Die gute Nachricht für Anwohner und Durchfahrende: „Der Bau von Zweileiter-Systemen hat deutlich kürzere Bauzeiten. Bei einem Langzeitprojekt macht das viel aus“, so Armin Böhm. Überwacht wird die Mischstation übrigens über die zentrale Wärmewarte und muss nur ein bis zweimal im Jahr von einem Mitarbeiter kontrolliert werden.

Im Westen wird es wärmer

Vattenfall unterstützt mit dem Ausbau der Fernwärme die Klimaziele des Landes Berlin. Damit mehr Charlottenburger, Wilmersdorfer und Schöneberger Fernwärme bekommen können, wird das Netz fortlaufend verdichtet. „Insgesamt soll die neue Fernwärmetrasse bis 2020 auf 13 Kilometer Länge ausgebaut werden und vom Emser Platz über den Hohenzollerndamm bis zur Pallasstraße führen. Dann können rund 2.100 Gebäude, die bisher mit Gas oder Öl heizen, umweltfreundliche Fernwärme nutzen“, freut sich Armin Böhm. Wärme aus den neuen Leitungen erhalten die Anwohner am Hohenzollerndamm seit Winter 2015/16.

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Online-Artikel von Carolin Brühl

Armin Böhm
Experte
8. Mai 2017

Mit meinen 25 Dienstjahren bei Vattenfall gehöre ich schon fast zum Inventar. Mein Fachgebiet beinhaltet alle Planungsphasen von Fernwärmetrassen und Pumpstationen. Ich treffe die Absprachen mit den Genehmigungsbehörden und anderen Leitungsverwaltungen, erstelle Ausschreibungen und organisiere als Projektleiter die Bauvorhaben.