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Mit dem Heilkopter an den Windanlagen von DanTysk vorbei
Experte
10. Oktober 2017
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Helikopterflug zum Offshore-Windpark Sandbank

Mit einer großen Elekto-Grillfeier wurde der Offshore-Windpark Sandbank im Hamburger Stadtpark offiziell in Betrieb genommen. Unter dem Motto „Grillpower mit Windpower“ wurden drei Elektro-Grillmeister gekürt. Ihr Gewinn: ein Helikopterflug zum Windpark Sandbank.

In Spezialanzügen fertig zum Start, Foto: Vattenfall

Per Helikopterflug ging es raus aufs Meer zum Offshore-Windpark Sandbank. Dieser Traum erfüllte sich für die Gewinner des Grill-Wettbewerbs.

Zur Einweihungsfeier des Nordsee-Windpark Sandbank wurde gegrillt. Die ersten Kilowattstunden des grünen Nordsee-Stroms vom Windpark Sandbank haben dabei die Elektrogrills für den großen Offshore-Grillwettbewerb im Hamburger Stadtpark angeheizt. Diane Vrielmann, zuständig für die Kommunikation rund um den Windpark, begleitete nun die drei Grillmeister Tina, Tobias und Dominik bei ihrem Helikopterflug:

Der Wetterbericht am Morgen wirkte zunächst nicht gerade aufmunternd – Windstärken von 20 Meter/pro Sekunde, das sind 8 Beaufort in der Kategorie „stürmischer Wind“, die an dem Tag über die Nordsee fegten.

Umso beruhigter war ich, als ich unseren Piloten Martin Knudsen am Flughafen im dänischen Esbjerg kennenlernte: „Gar kein Problem für uns. Die Helis fliegen insbesondere bei widrigen Wetterbedingungen die Techniker zu den Windparks. Bei guten Bedingungen fährt das Personal mit dem Crew-Transfer-Schiff.“ Dass dies bei Wellengang eine durchaus holprige Angelegenheit sein kann, weiß ich aus Erfahrung. Also gut, dass uns das heute erspart bleibt, dachte ich.

Vor dem Helikopterflug: Sicherheitseinweisung

Bevor wir überhaupt in den Helikopter steigen durften, waren einige Sicherheitsmaßnahmen zu absolvieren. Sicherheit wird hier groß geschrieben. An der Waage kam keiner von uns vorbei. Das Gewicht aller Passagiere und Taschen wurde ermittelt, um anhand des Gesamtgewichts den Treibstoffbedarf genau zu errechnen. Auf jedes Kilo kommt es an.

Diese Spezialanzüge ermöglichen für eine gewisse Zeit das Überleben in kaltem Wasser, Foto: Vattenfall

Ein gezeigter Film zur Sicherheitsunterweisung, gab uns allen das Gefühl, zumindest in der Theorie gut auf unser Abendteuer vorbereitet zu sein. „Hauptsache, wir müssen es nicht anwenden“, sagte Dominik und versuchte sich in einen der orangefarbenen Überlebensanzüge zu zwängen, die schon bereit lagen.

Die Spezialanzüge ähneln den Trockenanzügen der Katamaranfahrer. Das Tragen dieser eher unbequemen Gummibekleidung ist Pflicht für jeden, der per Helikopter zum Windpark reist.

Und los geht’s

Nach einer Stunde Vorbereitung sind wir endlich startklar für den Flug. Der rote Helikopter  war inzwischen mit einem kleinen grünen Traktor aus dem Hanger nach draußen geschleppt worden. Blauer Himmel blitzte hier und da zwischen den Wolken durch. Na, das sieht doch alles ganz vielversprechend aus.

Tobias durfte vorne im Cockpit neben dem Piloten Platz nehmen, mir gegenüber saß Dominik. Ohrschützer sind hier obligatorisch, denn der Lärm ist gigantisch. Über Mikrofone konnten wir uns trotzdem während des Fluges unterhalten.

Gewinner Dominik auf dem Rücksitz des Helikopters, Foto: Vattenfall

Der Motor heult immer lauter auf, die Rotorblätter drehen sich immer schneller. Und endlich heben wir ab. Es ruckelt zuerst noch ein wenig, aber nach einer kurzen Weile stabilisiert sich die Maschine und wir blicken auf den Hafen von Esbjerg herab. Schon sehen wir erste Teile von Windenergieanlagen, die noch im Hafen lagern und auf ihre Verschiffung und Montage warten. Bis nach UK und Frankreich werden sie von hier transportiert.

Vorbei am Offshore-Windpark DanTysk

Nach 38 Minuten Flugzeit haben wir unser Zwischenziel nach 90 Kilometern Luftlinie erreicht: DanTysk, Vattenfalls Offshore Windpark direkt an der Grenze des deutschen und dänischen Hoheitsgewässers. Die achtzig 3,6-MW-Anlagen des Offshore-Windparks DanTysk produzieren bereits seit zwei Jahren klimafreundlichen Strom.

Der Helikopter liegt ruhiger in der Luft als gedacht. „Das liegt daran, dass die ebene, offene See auch bei starkem Wind kaum Turbulenzen verursacht, anders als bei bebauten Landschaften“, erklärt unser Captain. Von laminaren Winden sprach der Fachmann.

Wir umkreisen den Windpark DanTysk. Kein Schiff ist zu sehen, keiner unser Techniker ist heute draußen. Fünf Meter hoch sollen die Wellen unter uns sein. Erstaunlich, denn 300 Meter oberhalb der Wasseroberfläche sehen die Wellen fast niedlich aus, aber die Schaumkronen lassen anderes vermuten.

Offshore-Windpark Sandbank: Ziel erreicht

Die Flug-Route des Helikopterflugs, Grafik: Vattenfall

Weiter geht’s gen‘ Westen mit Kurs auf Sandbank, in 20 Kilometer Entfernung. Nach wenigen Minuten sehen wir endlich, wo der grüne Strom für den Offshore-Wind Grillwettbewerb produziert wurde. Also zumindest symbolisch produziert wurde. 72 Windenergieanlagen stehen hier auf einer Fläche, die in ihrer maximalen Ausbreitung 25 Kilometer lang ist, aber nur vier Kilometer breit. Die Breite lässt sich erahnen, wenn man weiß, dass die Anlagen etwa eintausend Meter auseinander stehen. Optimal, um den maximalen Wind einzufangen und in Strom umzuwandeln.

Vier Offshore-Windparks in zwei Stunden

Das Fotografieren aus dem Fenster, angeschnallt und im Überlebensanzug, fällt uns schwer. Mir gelingt es dann doch ein Foto des Umspannwerks von Sandbank zu machen. Klein wie eine Streichholzschachtel, hat es in der Realität doch eine Größe von etwa zehn Einfamilienhäusern. Hier wird der Strom hochtransformiert, bevor er über ein etwa 200 Kilometer langes Seekabel im schleswig-holsteinischen Büttel anlandet.

Das Umspannwerk des Offshore-Windparks Sandbank, Foto: Vattenfall

Offshore-Windpark Horns Rev

Auf dem Rückweg passieren wir zunächst den Windpark Horns Rev2 gefolgt von Horns Rev1, den Vattenfall 15 km vor der dänischen Küste betreibt. Seit 2001 ist er in Betrieb und damit der weltweit erste Offshore-Windpark. Auch das Umspannwerk für den Windpark HornsRev3 sehen wir einsam im Wasser stehen. HornsRev3 ist ein 400 Megawatt großer Windpark, den Vattenfall derzeit baut und ab 2019 grünen Strom für Dänemark produzieren wird.

Technologischer Fortschritt von oben betrachtet

Nach fast 2-stündigem Flug ist wieder Land in Sicht. Unser Captain macht uns noch schnell auf die neuste verfügbare Technologie aufmerksam und zeigt auf die Windräder unter uns.

Wir sehen zwei große Anlagen mit acht Megawatt Leistung, was mehr als das Zehnfache der Leistung der kleinen Windenergieanlagen daneben ist. Die Industrie hat innerhalb weniger Jahre enorme Fortschritte gemacht. Vattenfall installiert solche acht MW Anlagen derzeit im britischen Projekt in Aberdeen.

Jan Jorgensen im Vattenfall Kontrollzentrum in Esbjerg, Foto: Vattenfall

Im Anschluss an unseren Helikopterflug empfing uns unser Kollege Jan Jorgensen im Vattenfall Kontrollzentrum in Esbjerg. An diesem Ort werden die rund 50 Windparks aus fünf Ländern von Vattenfall ferngesteuert betrieben. Jan und sein Team setzen alles daran, die Anlagen so effizient wie möglich zu betreiben und koordinieren je nach Wetterlage die Service-Teams für Wartungs- und Reparaturarbeiten. Und das 24/7, rund um die Uhr.

Für unsere drei Fluggäste geht ein vollgepackter Tag mit vielen neuen Eindrücken zu Ende, den wir gemeinsam mit einem dänischen Imbiss in der Kantine mit Blick auf Hafen und Nordsee ausklingen lassen. „Ein tolles Erlebnis, so einen Offshore-Windpark in echten Dimensionen einmal erleben zu dürfen“, sagte Tina.

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Diane Vrielmann
Experte
10. Oktober 2017

Diane Vrielmann verantwortet seit 2011 den Aufgabenbereich Kommunikation für die Windenergie-Aktivitäten in Deutschland. Zuvor hat sie die vielen Facetten des Unternehmens in unterschiedlichen Stationen kennengelernt. Heute verfügt sie über ein umfangreiches Wissen rund um die Windenergie und steht im täglichen Kontakt mit ihren Kollegen, die Planung, Bau und Betrieb von Windparks an Land und auf See verantworten. Wenn es sein muss, ist sie auch selbst vor Ort ganz nah dabei: Sei es offshore bei der Installation der Anlagen oder in der Region, um mit Anwohnern über aktuelle Planungen zur Windenergienutzung zu diskutieren.

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