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Der BDEW Kongress 2017 in Berlin
Experte
21. Juni 2017
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Vattenfalls Anpassung an aktuelle Herausforderungen

Sektoren koppeln, Kooperationen eingehen - Mit über 90 Rednern im Programm und über 1.600 Geschäftsführen und Entscheidern aus den energiewenderelevanten Bereichen ist der Kongress des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) eine der bedeutendsten, branchenübergreifenden Veranstaltungen zum Stand und den zukünftigen Herausforderungen der Energiewende in Deutschland und Europa.

„Industry convergence“ also die Anpassung der Branchen an die Herausforderungen, die insbesondere durch die Digitalisierung der Energiewende entstehen, ist das Hauptthema des Kongresses. Für Stefan Kapferer, den Hauptgeschäftsführer des BDEW, müssen sich die Unternehmen nicht nur den Veränderungen anpassen, sondern darüber hinaus in einer neuen Qualität miteinander kooperieren. Vattenfall ist mit dem Vattenfall CEO Magnus Hall, dem Leiter der Windsparte Gunnar Groebler und mit dem Innovations-Manager von Stromnetz Berlin, Christian Jacob, als Redner auf dem BDEW Kongress vertreten.

Magnus Hall, Foto: Vattenfall

Herr Hall, was verbinden Sie mit dem Schlagwort „Konvergenz“, das als Leitmotiv des BDEW Kongresses 2017 dient?

Magnus Hall: Mit dem Verkauf der Braunkohlensparte haben wir ein neues Kapitel begonnen und uns viel sichtbarer als zuvor auf die regenerative Energieerzeugung fokussiert. Wir konvergieren aktuell zu einem Unternehmen, das seine Energieversorgung schrittweise auf eine vollständig CO2-freie Energieproduktion umstellt. Wir wollen dieses Ziel innerhalb von einer Generation erreichen. Es geht jetzt also aktuell darum, Wege zu finden, um Strom und Wärme in großem Stil CO2-frei zu erzeugen. Dafür haben wir Milliardeninvestitionen geplant und bauen unser Netzwerk mit Kooperationspartnern zur Erweiterung unseres Know-hows aus.

Das Unternehmen über Kooperationen enger zusammenrücken ist ein wichtiger Aspekt des Leitthemas „Industry convergence“. Herr Groebler, können Sie diese Entwicklung für die Windsparte bei Vattenfall bestätigen?

Gunnar Groebler, Foto: Vattenfall

Gunnar Groebler: Ja, die Entwicklung gibt es definitiv. Wir sehen bereits heute, dass die Veränderungen im Erzeugungsmix in Richtung erneuerbarer Energien, die vorhandenen Technologien einander näher bringen. Dieser Trend wird sich weiter beschleunigen. Ich sehe insbesondere in der Sektorenkopplung von Strom und Verkehr aber auch Strom und Wärme ein erhebliches Potential, eine intelligente Nutzung der volatilen Energie-Erzeugung zu ermöglichen.

Kooperation in der Branche und mit den wichtigsten Stakeholdern in den Märkten setzt voraus, als Partner akzeptiert zu werden. Wie ist die Situation in den Märkten, in denen das Unternehmen besonders aktiv ist?

Magnus Hall: Wenn es zum Beispiel darum geht, große Städte wie Amsterdam oder Berlin „smart“ zu machen und die Wärmewende in diesen Metropolen umzusetzen, sehen wir uns als starken Partner. In diesen Märkten verfügen wir über jahrzehntelange Kompetenz bei der Erzeugung von Wärme und Strom. Das ist auch die Basis für die Weiterentwicklung unserer Produkte und Dienstleistungen.

Herr Jacob, Sie haben bei Stromnetz Berlin mit neuen Kooperationspartnern, die man früher als „branchenfremd“ bezeichnet hätte, schon viele Erfahrungen gemacht. Aktuell beschäftigen Sie sich insbesondere mit der Frage, welcher zusätzliche Nutzen sich aus den Unmengen an Energiedaten ziehen lässt, die während des Betriebs eines großen Verteilungsnetzes entstehen. Wo steht Stromnetz Berlin bei dem Thema?

Christian Jacob, Foto: Vattenfall

Christian Jacob: Wir befinden uns in einer steilen Lernkurve. Stromnetz Berlin hat bereits zwei ‚Energyhacks‘ veranstaltet und im Rahmen von WindNODE bereits drei weitere fest geplant. Die Hackathons sind ein Versuchslabor für die vielschichtigen Herausforderungen der Energiewende. Hier experimentieren wir mit Makern, Hackern und Open Data-Enthusiasten um frühzeitig Trends und Entwicklungen zu erkennen und neue Technologien auszuprobieren. So gern wir konkrete Lösungen auf den Hackathons entwickeln – die Erfahrung hat gezeigt, dass es für erfolgreiche Innovationen um einen langfristigen Kulturwandel geht. Den gehen wir ganz aktiv an.

Und was sind Zukunftsthemen für die Windbranche?

Gunnar Groebler: Im Vordergrund steht weiterhin die Senkung der Stromgentstehungskosten. Dies werden wir zum einen über wettbewerbliche Fördersysteme und durch eine bessere Kombination von Technologien zur Erzeugung und Speicherung von Erneuerbarer Energie erreichen. Wir arbeiten beispielsweise intensiv an der Kombination von Solar-Energie mit unseren bestehenden Onshore Anlagen, um beispielsweise den vorhanden Netzzugang besser auszulasten. Darüber hinaus wird die Sektorenkopplung stark an Bedeutung gewinnen, zum Beispiel können Fernwärmenetze ohne großen Aufwand als große Speicher für regenerativen Strom dienen und helfen die Integration fluktuierender Einspeisung kosteneffizient zu unterstützen.

Hannes Hönemann
Experte
21. Juni 2017

Ich kümmere mich um die deutschsprachigen digitalen Kanäle von Vattenfall. Unsere wichtigsten Zielgruppen finden wir in Berlin und Hamburg. Das sind auch weiterhin unsere wichtigsten Märkte in Deutschland. Mit der Energiewende wandelt sich auch das Unternehmen. Da gibt es viel zu erzählen.

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