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Das Heizkraftwerk Wedel
Experte
29. März 2017
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Klar zur Wärmewende

Wie soll die Stadt Hamburg in Zukunft umweltverträglich und gleichzeitig bezahlbar mit Wärme versorgt werden? Zur Beantwortung dieser Frage entwickelt die Stadt Hamburg zusammen mit Vattenfall ein Konzept mit mehreren Modulen.

Alle 40 bis 50 Jahre bietet sich im Energiebereich die Gelegenheit, die Art der Versorgung neu auszurichten. Diese Zeit­spanne hat ein Kraftwerk, bis es das Ende der technischen Lebensdauer erreicht hat und ersetzt werden muss. Das kohlegefeuerte Heizkraftwerk in Wedel aus dem Jahr 1961 hat diese Zeitspanne längst überschritten. Darum arbeiten die Stadt Hamburg und Vattenfall seit über einem Jahr mit Hochdruck an möglichen Nachfolge-Szenarien. Wie der Ersatz der Anlage in Wedel aussehen könnte, hat die Gesellschafter-Versammlung der Vattenfall Wärme Hamburg (VWH) nun konkretisiert.

Wärme durch Müllverwertungsanlage in den Westen Hamburgs 

Die Müllverwertungsanlage Rugenberger Damm an der Hamburger Köhlbrandbrücke, Foto: Vattenfall

Mit Planungsmitteln in Höhe von 5,5 Millionen Euro soll in den kommenden Monaten ein Konzept mit mehreren Modu­len weiterentwickelt werden. Als Teil des favorisierten Konzepts soll die Müllverwertungsanlage Rugenberger Damm (MVR) in Hamburg-Altenwerder mit einer neu zu errichtenden Fernwärme-Sammelleitung künftig Wärme in den Westen der Stadt liefern. Die neue Elbquerung bietet zudem die Möglichkeit, weitere Wärmepotenziale südlich der Elbe an das Fernwärmenetz der VWH anzuschließen. So wird unter anderem der Bau einer Wärmepumpe am Standort Dradenau durch Hamburg Was­ser weiter untersucht werden.

Anschluss an das zentrale Fernwärmenetz

Arbeiten am Hamburger Fernwärmesystem an der Barner Straße 47, Foto: Vattenfall

Darüber hinaus soll die Anbin­dung des Standorts Stellinger Moor an das zentrale Fernwärmenetz vorbereitet werden. Die Stadtreinigung Hamburg plant dort die Errichtung einer Recycling-Anla­ge sowie den Bau eines Biomasse-Heiz­kraftwerks. Zudem plant die Freie und Hansestadt Hamburg, weitere Potenziale untersuchen zu lassen.

Stabilität der Fernwärmepreise

Pieter Wasmuth, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vattenfall Wärme Hamburg, sagt zu den Plänen für die zu­künftige Wärmeversorgung: „Der von den Gesellschaftern eingeschlagene Weg, vorhandene Wärmequellen zu erschließen und an das zentrale Fernwärmesystem Hamburgs anzuschließen, ist die best­mögliche Lösung für den Ersatz des Koh­lekraftwerks Wedel. Für unsere Kunden wollen wir auf diesem Weg weitgehende Stabilität der Fernwärmepreise erreichen. Gleichzeitig senken wir so nachhaltig die CO2-Emissionen pro versorgter Wohnein­heit. Die Balance von Wettbewerbsfähig­keit und Bezahlbarkeit der Wärme auf der einen Seite und einer weiteren Verbesse­rung der Umweltverträglichkeit auf der anderen Seite erfordert einen langfristig angelegten Umbauprozess.“

Die verschiedenen Komponenten des modularen Konzepts ermöglichen einen voll­ständigen Ersatz des kohlegefeuerten Heiz­kraftwerks Wedel aus dem Jahr 1961. Es versorgt heute rund 120.000 Wohneinheiten im Hamburger Westen mit Fernwärme.

Pieter Wasmuth
Experte
29. März 2017

Mein Herz schlägt für den Norden, nicht nur privat sondern auch dienstlich. Als Geschäftsführer der Vattenfall Wärme Hamburg und der Vattenfall Nuclear Energy sowie als Generalbevollmächtigter für Hamburg und Norddeutschland, bin ich für einen Teil der Geschäfte des Unternehmens in dieser Region verantwortlich. Dabei sind die konventionelle Energieerzeugung und die erneuerbare für mich kein Widerspruch, sondern eine sinnvolle Ergänzung. Schließlich komme ich als ehemaliger Vorstand der REpower Systems AG auch aus dieser Branche. Es ist eine spannende Aufgabe, die Energiewende zu begleiten.

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