Alle Themen
Die KPM produziert neben Porzellan auch Wärme
Experte
5. Mai 2017
Zurück

Königliche Porzellan-Manufaktur KPM jetzt auch “Wärme-Manufaktur“

Gemeinsam für die Energiewende: Die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin KPM und Vattenfall Wärme starten eine smarte Wärmekooperation.

Bei Berlins ältestem Unternehmen steht nun nicht mehr nur Porzellan auf dem Produktionsplan. Durch die Wärmekooperation mit Vattenfall Wärme ist die Königliche Porzellan Manufaktur Berlin jetzt auch „Wärme-Manufaktur“.

 

Königliche Porzellanmanufaktur in Berlin, Foto: Vattenfall

Anknüpfen an alte Traditionen

Um Energie zu sparen wurde bereits Anfang der 1870er in der imposanten Ofenhalle der Porzellan Manufaktur am Tiergarten Wärme von einem Ofen in den nächsten weitergeleitet. Nun wird an alte Traditionen angeknüpft. KPM liefert jetzt die Abwärme von vier Brennöfen in das Fernwärmesystem von Vattenfall. Bislang wurde diese Abwärme, die bei der Produktion entsteht, nach einer Filterung über einen Schornstein ungenutzt in die Umwelt abgegeben, erklärt KPM-Fertigungsleiter Carsten Glitzky. In Zukunft wird das überschüssige Wärmepotenzial von 1.000 Kilowatt umgeleitet und nutzbar gemacht.

Gunther Müller und Jörg Woltmann vor dem historischen Brennofen, Foto: Reiner Freese

CO2-freie Wärme für Berliner Haushalte

„Die Brennöfen sind mit einer Wärme-Rückgewinnungsanlage gekoppelt. Immer, wenn Porzellan produziert wird, erhitzen sie dabei heißes Wasser auf rund 110 Grad Celsius. Das Heizwasser fließt an den Wärme-Übertrager der Hausübergabestation und dann als CO2-freie Wärme ins Berliner Fernwärmesystem. Das sorgt insgesamt für 150.000 CO2-freie heiße Duschen pro Jahr“, veranschaulicht Gunther Müller, Vorstandschef der Vattenfall Wärme Berlin.

Stilecht in Porzellanschalen serviert – die Currywurst! Foto:Vattenfall

„Drei Porzellan-Currywurstschalen sorgen ab jetzt für eine CO2-freie heiße Dusche in Berlin“, sagt Jörg Woltmann, Alleingesellschafter der KPM. „Wir sind jetzt ebenfalls Wärmehersteller“. Das zukunftsweisende Traditionsunternehmen KPM möchte durch die Erzeugung von ökologischer Wärme dank Porzellan die eigene Herstellung noch effizienter gestalten und die Infrastruktur der Heimatstadt Berlin auf besondere Weise nutzen.

Links

Pressemitteilung „Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin und Vattenfall Wärme starten smarte Wärmekooperation“ vom 25. April 2017

KPM Berlin

Dr. Carsten Glitzky
Experte
5. Mai 2017

Der Porzellanbrand braucht hohe Temperaturen und viel Energie. Die Frage der sinnvollen Nutzung des Brennstoffs und der Abwärme ist für Porzelliner so alt wie die Porzellanherstellung selbst. Die Wärme-Kooperation mit Vattenfall und die Einspeisung unserer Abwärme in das Berliner Fernwärmenetz ist für mich als Fertigungsleiter bei KPM die zeitgemäße Antwort auf diese Frage. Beste Qualität und möglichst CO2-arme Produktion sind unsere Ansprüche, denen wir dank der Kooperation nun noch gerechter werden.