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Der große Elefant von Nantes ist Teil der Maschinen der Insel von Nantes / | © daliu / Fotolia
Experte
16. Oktober 2017
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Masterarbeit reduziert CO2-Emissionen

Camille Baillon kommt aus Frankreich. Studium und Masterarbeit führen sie nach Berlin. Hier entwickelt sie eine Simulationssoftware, mit der sowohl Versorger als auch Verbraucher ihre Kosten optimieren und die CO2-Emissionen reduzieren können.

Wenn eine französische Studentin ihren Lebensmittelpunkt aus der Pariser Vorstadt nach Berlin verlagert, hat sie wohl triftige Gründe: In Deutschland möchte Camille Baillon ihre Masterarbeit schreiben. Darin untersucht sie regenerative Energiesysteme. Mit einem selbst entwickelten Tool analysiert sie deren ökologische und ökonomische Aspekte.

Quartiere stehen im Fokus der Masterarbeit

Camille Baillon beschäftigt sich in ihrer Masterarbeit vorrangig mit urbanen Arealen. Dabei konzentriert sie sich auf die zentrale Netzinfrastruktur, dezentrale Energieversorgung und Inselnetze. „Ich habe festgestellt, dass 70 Prozent der Bevölkerung in Städten leben und hier 80 Prozent der CO2-Emissionen verursachen“, erzählt die Masterandin.

Für die ehrgeizige Camille Baillon bedeutet diese Erkenntnis, dass nur langfristig angelegte und intelligente Energielösungen die Quartiere aufwerten können: „Im MATLAB-Softwaretool der TU Berlin habe ich die Parameter programmiert. Untersucht habe ich den Einfluss unterschiedlicher Erzeugungsarten wie Gas, Holz, Solar oder Wind auf Primärenergiefaktor, CO2-Ausstoß und Kosten. Dabei musste ich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und praktikable Technologien berücksichtigen.“

Softwaretool für Masterarbeit bringt Einsparungen

Das Tool soll helfen, einen Kompromiss zwischen CO2-Emissionen und Kosten zu finden. „Sinnvoll ist MATLAB zum Beispiel für Hausbesitzer“, weiß sie. „Wer einen Heizkessel, eine Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlage betreibt, möchte optimale Ergebnisse erzielen. Das Tool vergleicht alle ökologischen und ökonomischen Aspekte miteinander. Es setzt sie zueinander ins Verhältnis und zeigt dem Betreiber in kürzester Zeit, wo er optimieren kann oder ob er gar umrüsten muss“, erklärt sie. Ihr Fazit: Die dezentrale Strom-, Wärme- und Kälteversorgung bringt sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile.

Wohnungswirtschaft ist begeistert von dezentralen Energielösungen

Masterarbeit weist den Weg nach Deutschland

Camille Baillon blick zurück: „Mein Abitur hatte ich in der Tasche, als ich 2013 an der ‚École Centrale de Nantes‘ angenommen wurde. Ich spezialisierte mich auf Energietechnik. Nach zwei Studienjahren brach ich meine Zelte in Frankreich ab. Meine Reise ging in Berlin weiter, an der Technischen Universität (TU) im Fachbereich Regenerative Energiesysteme. Mein Ziel ist ein Doppeldiplom: Der Masterabschluss an der TU Berlin sowie ein Ingenieurabschluss an der ‚Centrale Nantes‘.“

Auf die Frage, warum sie sich für Deutschland entschieden hat, antwortet die 24-jährige in perfektem Deutsch: „An der Schule in Nantes sind die Lerninhalte nur allgemein gehalten. Ich wollte mein Wissen um Energietechnik und Erneuerbare vertiefen und ausbauen. Da Deutschland in beiden Themengebieten sehr fortschrittlich und aktiv ist, konnte ich der Idee hier zu studieren, nicht widerstehen.“

Vattenfall Wärme ermöglicht Masterarbeit

Eine Kommilitonin vermittelt ihr den Kontakt zur Vattenfall Wärme. Perfekt für die sympathische junge Französin, die sich schon an der Uni mit Fernwärmethemen beschäftigt hat. Das umfangreiche Fernwärmenetz der Hauptstadt beeindruckt sie. Camille Baillon kommt nach Berlin. Mit anderen Studenten wohnt sie in einer WG, erkundet die Metropole, lernt viele Leute kennen und beschließt, in der deutschen Hauptstadt zu bleiben. Hier möchte sie ihre Masterarbeit schreiben.

„Bei Vattenfall fand ich genau die richtigen Experten für meine Masterarbeit und das Softwaretool“, erzählt Camille Baillon. „Ich nahm an Terminen und Gesprächen teil, ein konstruktiver Wissensaustausch war jederzeit möglich. Ich konnte mich voll und ganz auf meine Arbeit konzentrieren. Außerdem durfte ich flexibel arbeiten, und das nicht nur im Büro. Möglich waren auch Tage im Homeoffice oder an der Uni.“

Glückskind auf der Karriereleiter

„Ich hatte Glück“, resümiert Camille Baillon zufrieden: „Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Alles hat irgendwie gepasst. Sei es die Zeit für die Masterarbeit bei Vattenfall oder der neue Job bei einem Beratungsunternehmen.“ Ihre Wegbegleiter bei Vattenfall hingegen sind sich einig, dass sie es mit Glück allein nicht so weit geschafft hätte. Intelligent, selbstbewusst, engagiert und ehrgeizig sei sie.

Vattenfall prüft nun, inwieweit Camilles Softwaretool einsetzbar oder mit vorhandenen Tools kombinierbar ist. Es braucht einige Zeit, um es in den Unternehmensprozess einzubinden. Die Experten wollen es weiterentwickeln, denn Potenzial hat das MATLAB-basierte Tool durchaus. Anwendungsgebiete sind unter anderem die Produktentwicklung oder Kundenaquise. Ob sich die Wege von Vattenfall und Camille Baillon also noch einmal kreuzen, ist derzeit ungewiss, aber nicht unwahrscheinlich.

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