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c_Vattenfall_Einschalten | Symbolisches Einschalten am 30. April, Foto: Vattenfall
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30. April 2015
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Offshore-Windpark DanTysk in Betrieb

Jetzt ist es offiziell: Der Windpark DanTysk ist in Betrieb. 90 km vor der Küste Deutschlands, direkt an der Grenze zu Dänemark, produzieren jetzt auf 71 km  – einer Fläche so groß wie die griechische Ferieninsel Santorini – 80 Turbinen 288 Megawatt Windstrom. Das reicht für mehr als 400.000 Haushalte.

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Der Windpark DanTysk aus der Vogelperspektive, Foto: Vattenfall

DanTysk – „Dan“ steht übrigens für Danmark und „Tysk“ für Tyskland, dänisch für Deutschland – ist ein weiterer Meilenstein für Deutschlands Energiewende. Das Projekt ist ein großer Schritt für Vattenfall und die Stadtwerke München zu einer klimafreundlicheren Energieerzeugung. Trotz vielfacher Kritik arbeiten beide Unternehmen an einer signifikanten Reduzierung der CO2-Emissionen – in diese Strategie passt DanTysk natürlich hervorragend.

Windwelt zu Projektbeginn anders

Gunnar Groebler, zuständig für die Erneuerbaren-Sparte bei Vattenfall, erinnert sich an die Anfänge: „Im Jahr 2007 haben wir die Genehmigung gekauft. Auch wenn das gefühlt nicht lange her ist, war die Windwelt zu dieser Zeit noch eine andere und die Energiewende in Deutschland noch nicht beschlossen.“

Planung und Entwicklung erstmals bei Vattenfall

Erstmals war Vattenfall in Deutschland für den Großteil der Planungs- und Entwicklungsarbeit für einen Offshore-Windpark verantwortlich, mit anfangs zwei und in der Umsetzungsphase bis zu 100 ständigen Mitarbeitern. In der Hochphase waren bis zu 400 Mitarbeiter von Vattenfall und den Lieferanten sowie 20 Schiffe im Baufeld unterwegs. Das erforderte eine exakte logistische Planung und Steuerung.

Risiken für den Zeitplan waren enorm

Gunnar Groebler begrüßt Dr. Florian Bieberbach, Foto: Vattenfall

Gunnar Groebler begrüßt Dr. Florian Bieberbach, Foto: Vattenfall

„DanTysk ist sehr weit draußen auf dem Meer entstanden, und die Bauarbeiten in einer Wassertiefe bis zu 32 Meter bringen größere Risiken für den Zeitplan und das Projektbudget mit sich. Dazu kommen die hohe Abhängigkeit vom Wetter und die kurzen Zeitfenster, in denen die Arbeiten erledigt werden müssen. Beispielweise gab es 2013 das kälteste Frühjahr seit Jahren mit Schnee Ende April. Die Bauarbeiten konnten deshalb erst mit deutlicher Verzögerung im Mai beginnen. Und auf das Wetter haben wir ja leider keinen Einfluss“, erklärt Groebler. Inzwischen ist auch der Netzanschluss gemeistert und seit Anfang Dezember bis zum heutigen Tag hat der Windpark bereits  über 262.000 MWh Windstrom produziert. Das entspricht dem Jahresverbrauch von ca. 85.000 Zwei-Personen-Haushalten.

Gute Partnerschaft mit München

Für die Stadtwerke München ist das Engagement am Windpark DanTysk eines von vier im Offshore-Bereich. Das Unternehmen mit seiner Eigentümerin der Stadt München übernimmt Verantwortung in puncto Klimawandel und hat sich ehrgeizige energiepolitische Ziele gesetzt: Bis 2025 wollen die Bayern so viel Ökostrom in eigenen Anlagen erzeugen, wie ganz München verbraucht. „München wird damit weltweit die erste Millionenstadt sein, die dieses Ziel erreicht“, erläutert Dr. Florian Bieberbach. „Ein wichtiges Etappenziel auf diesem Weg können wir bereits in Kürze feiern. Ab Mai speisen unsere regenerativen Erzeugungsanlagen so viel Ökostrom ins Netz ein, wie alle Münchner Haushalte sowie U-Bahn und Tram unserer Verkehrstochter MVG verbrauchen.“

Teamleistung über alle Gewerke

Der Alte Speicher war die Location für das Event, Foto: Vattenfall

Der Alte Speicher war die Location für das Event, Foto: Vattenfall

Der Bau des Windparks war vor allem eine Teamleistung. Neben Vattenfall und den Stadtwerken München waren mehrere große und kleine Unternehmen daran beteiligt. Viele von ihnen kamen auch am 30. April nach Hamburg. Aber auch Vertreter von E.on und Dong Energy sowie die Projektmitarbeiter waren beim Event dabei.

Große Beteiligung in Hamburg

Viel politische Prominenz kam ebenfalls in den Alten Speicher an die Elbe: Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel und sein schwedischer Kollege Mikael Damberg, Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig waren dabei.

 

  • Talk zwischen Gunnar Groebler und Dr. Florian Bieberbach
    • Talk zwischen Gunnar Groebler und Dr. Florian Bieberbach

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Video Eröffnungstalk zwischen Gunnar Groebler, Vattenfall Head of Business Area Wind und Dr. Florian Bieberbach, SWM Stadtwerke München, CEO, moderiert durch Ivo Banek, Head of Communication Vattenfall AB

 

Appell zur Unterstützung des neuen Wirtschaftszweigs

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Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz bei seiner Ansprache, Foto: Vattenfall

„Hamburg war immer Umschlagplatz für Innovatives, Neues. Trotz vieler Unkenrufe haben es Unternehmen wie diese geschafft, die Windenergie auf See Realität werden zu lassen“, eröffnet Olaf Scholz die offizielle Ansprachenrunde. „Vattenfall und Stadtwerke München stehen dafür, dass es eine echte ‚Powerhalse‘ werden kann.“ Scholz appellierte an die Bundesregierung, diesen neuen Wirtschaftszweig zu stützen. Die Norddeutschen Länder wären dazu bereit. „Nur die Offshore Energie erzeugt Strom grundlastfähig.“

Pionierphase der Technologie erfolgreich absolviert

Hamburgs Bürgermeister übergab das Mikrophon  dann an Torsten Albig. „Sie sehen mich ein wenig aufgeregt, weil es irgendwie mein Kraftwerk ist, das da ans Netz. Es ist ein schönes Gefühl.“ Albig hatte das Projekt intensiv begleitet. „Die Frauen und Männer beweisen heute die Mär: Ja wir können Offshore.“ DanTysk stößt in die große Riege der Windparks in der Nordsee und schafft es auf Platz drei. „ Mit dem Start von DanTysk haben wir die Pionierphase der Offshore-Technologie hinter uns.“

 

 
  • Rede von Olaf Scholz, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg
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  • Rede von Torsten Albig, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein
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Video Redebeiträge von Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig

 

Europas Energiemarkt steht vor immensen Herausforderungen

Wirtschaftsminister unter sich: Mikael Damberg (l) im Gespräch mit Sigmar Gabriel, Foto: Vattenfall

Wirtschaftsminister unter sich: Mikael Damberg (l) im Gespräch mit Sigmar Gabriel, Foto: Vattenfall

Den Reigen der politischen Ansprachen setzte nach einem Interview mit den beiden Projektbeteiligten und einem Filmbeitrag der schwedische Minister für Wirtschaft und Innovation, Mikael Damberg, fort. Er ging auf die Rolle der grenzübergreifenden Transformation des Energiesystems ein. Er mahnte, dass Europa immer noch vor einer immensen Herausforderung stehe. Schwedens langfristiges Ziel sei eine 100 Prozentige erneuerbare Energieversorgung. „Wir in Schweden haben dazu die besten Bedingungen“, führte er aus. „Deutschland hat sehr ehrgeizige Klimaziele und ich bin beeindruckt, mit welcher Konsequenz diese verfolgt werden.“ Der Windpark  DanTysk stehe dafür.

 

 

Exportschlager für Deutschland

Wirtschaftsminister Gabriels Rede wurde viel beachtet, Foto: Vattenfall

Wirtschaftsminister Gabriels Rede wurde viel beachtet, Foto: Vattenfall

Highlight für die Medien war die Rede Sigmar Gabriels. Er betonte, das der Strukturwandel in der Energiebranche Zeit benötige, es brauche Perspektiven, auch für Arbeitsplätze. „Klar ist, dass wir in Deutschland noch drei Jahrzehnte die Kohle brauchen, als Backbone der Erneuerbaren.“ Die Offshore-Technologie sei den Kinderschuhen entwachsen und auf dem Weg zur Industrialisierungsphase. „Mit der Offshore-Windenergieproduktion haben wir ein Stück Reindustrialisierung in Gang gesetzt“, sagte er erfreut. „Wir wollen jetzt einen Exportschlager daraus machen.“ Doch auch in Deutschland könne die Branche wachsen.

Gerade der Bereich Offshore zeige, wie groß die Entwicklungsmöglichkeit sei. Mit der Novellierung des Erneuerbaren Energien Gesetzes sei die richtige Weichenstellung erfolgt. „Aufgabe ist, die in der Vergangenheit ziemlich lose existierenden Fäden der Energiewendeaktivitäten miteinander zu verknüpfen.“

 

  • Rede von Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft
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  • Rede von Mikael Damberg, Minister für Wirtschaft und Innovation, Schweden
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Video Redebeiträge von Schwedens Minister für Wirtschaft und Innovation, Mikael Damberg und Deutschlands Bundesminister für Wirtschaft,  Sigmar Gabriel

 

Vattenfall wird Engagement weiter ausbauen

Vattenfall-Vorstand Magnus Hall mit Deutschlandchef Tuomo Hatakka, Foto: Vattenfall

Vattenfall-Vorstand Magnus Hall mit Deutschlandchef Tuomo Hatakka, Foto: Vattenfall

Während die Reden der politischen Prominenz ungestört vonstattengehen konnten, störten zwei Greenpeace-Aktivistinnen den Beitrag von Vattenfall-Vorstand Magnus Hall. Der Schwede ließ sich jedoch nicht beirren, nach wenigen Sekunden wurden die Aktivistinnen nach draußen begleitet, die Veranstaltung ging weiter. „Wir bei Vattenfall fühlen uns fit, bei den anstehenden Ausschreibungen in Deutschland dabei zu sein und unser Engagement weiter auszubauen“, versicherte er in Richtung aller. Mit seinem Unternehmen sei weiter zu rechnen, der Ausbau der Erneuerbaren strategisches Ziel.

 

 

Starkes Signal für die Zukunft

Symbolisches Einschalten am 30. April, Foto: Vattenfall

Symbolisches Einschalten am 30. April, Foto: Vattenfall

Lars G. Nordström, Vorsitzender des Vattenfall-Verwaltungsrats unterstrich dies: „Der schwedische Staat als Eigentümer von Vattenfall hat dem Unternehmen den klaren Auftrag erteilt, mit seinem Energiegeschäft eine Rendite zu erzielen, die es dem Unternehmen ermöglicht zu den Marktführern bei der Entwicklung einer nachhaltigen Energieerzeugung zu gehören.“ Er betonte, dass Vattenfall eine führende Rolle bei der Energiewende spielen werde. Es wehe der Wind des Umbruches, doch jeder Umbruch brauche Zeit. „Ich habe großes Vertrauen, dass wir diesen Wechsel gemeinsam schaffen. Die heutige Inbetriebnahme des Windparks DanTysk ist ein starkes Signal dafür.“

 

 
  • Rede von Magnus Hall - Einweihung DanTysk
    • Rede von Magnus Hall - Einweihung DanTysk

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  • Rede von Lars G. Nordström, Vorstandvorsitzender Vattenfall
    • Rede von Lars G. Nordström, Vorstandvorsitzender Vattenfall

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Video Redebeträge von Vattenfalls CEO Magnus Hall und Lars G. Nordström, Vorstandvorsitzender Vattenfall

 

Gemeinsam legten alle Redner zum Ende der Veranstaltung symbolisch den Schalthebel um. Der Windpark DanTysk ist damit offiziell in Betrieb.

Daniela Sasonow
Experte
30. April 2015

Für Vattenfall arbeite ich seit 2000 in der Kommunikation. Im Rahmen des Social Media Projektes habe ich diesen Blog mit aufgebaut. An meinem Job reizt mich die Themenvielfalt, die das Unternehmen bietet. Auch nach Jahren gibt es immer noch völlig neue Themen für mich zu entdecken, neue Menschen kennenzulernen und Aspekte zu durchdenken. Kommen Sie mit auf die Themenreise, ich freue mich auf Ihre Anregungen und Kommentare.

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