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Mädchen gießt die frisch gepflanzten Blumen
Experte
6. Juni 2016
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Pflanz was! Urban Gardening in Berlin

Urban Gardening – Gemeinsames Gärtnern in der Stadt wird immer beliebter. Und das, wo doch mehr und mehr Freiflächen zugebaut werden. Darum legt Vattenfall jetzt im Zentrum Berlins einen Gemeinschaftsgarten zum Pflanzen und Ernten für alle an. Den Anfang des Engagements „Pflanz was!“ macht ein Garten im Bezirk Mitte.

Beliebt: Roter Mangold, Foto: Vattenfall

Beliebt: Roter Mangold, Foto: Vattenfall

Tomaten, Erdbeeren und Mangold frisch geerntet in der Großstadt – das ist längst keine Seltenheit mehr. In Berlin gibt es bereits etwa 100 Urban-Gardening-Projekte, Tendenz steigend. Was wie ein neuer Öko-Trend klingt, hat eine lange Tradition und wird angesichts der zunehmenden Verdichtung immer wichtiger, damit Innenstädte lebenswert bleiben. Wo mehr und mehr Grünflächen dem Wohnungsbau geopfert werden, brauchen Städter kleine Inseln der Stadtnatur – auch wenn es oft nur Paradiese auf Zeit sind – bis Bagger und Baukräne anrücken.

Der Begriff Urban Gardening wurde in den 70er Jahren geprägt, als engagierte Bürger in New York „Community Gardens“ gründeten. Sie besetzten verwahrloste Brachen und legten Gärten an, die allen Anwohnern offen stehen sollten.

Schrebergärten machten den Anfang

Insektenhäuschen, Foto: Vattenfall

Insektenhäuschen, Foto: Vattenfall

In Deutschland hat das urbane Gärtnern eine noch viel längere Tradition. Vor 150 Jahren entstanden die ersten Schrebergärten. Die Arbeiter in den Mietskasernen der Großstädte sollten für wenig Geld ein kleines Stück Land zum Anbau von Nahrungsmitteln und ein Häuschen auf der Parzelle bekommen – die Gartenlaube.

In Deutschland wurde 1996 mit den Internationalen Gärten in Göttingen das erste Urban-Gardening-Projekt gestartet. In Berlin machte 2006 der interkulturelle Garten „Rosenduft“ auf den Bahnbrachen am Gleisdreieck den Anfang. Heute sind die bekanntesten Berliner Urban Gardening-Projekte der Prinzessinnengarten am Moritzplatz in Kreuzberg und der Allmende-Kontor auf dem Tempelhofer Feld, wo seit 2011 rund 300 Hochbeete von Anwohnern gepflegt werden.

Urbane Gärten für die Gemeinschaft

Selma pflanzt mit ihrer Mutter, Foto: Vattenfall

Selma pflanzt mit ihrer Mutter, Foto: Vattenfall

Hochbeete sind typisch für urbane Gärten. So kann der Garten umziehen, falls die Fläche bebaut werden sollte. Außerdem ist der Boden in der Innenstadt oft mit Schwermetallen belastet und kommt für den Anbau von Obst und Gemüse nicht infrage. Zentral beim Urban Gardening ist der Gemeinschaftsaspekt. Beim gemeinsamen Gießen, Pflanzen und Hacken kommen Nachbarn unterschiedlicher Herkunft zusammen. Das fördert das soziale Klima im Kiez. Gerade Familien nutzen die Gemeinschaftsgärten. So lernen auch Großstadtkinder, woher Salat und Erdbeeren kommen.

Auch Majoran wächst in der Neuen Grünstraße, Foto: Vattenfall

Auch Majoran wächst in der Neuen Grünstraße, Foto: Vattenfall

Wer im Gemeinschaftsgarten gärtnert, der tut etwas Gutes für seine Gesundheit, die Umwelt und die unmittelbare Nachbarschaft. Und genau das können Anwohner jetzt auch im Gemeinschaftsgarten Neue Grünstraße tun. Auf 500 Quadratmetern mit über 50 Hochbeeten bietet Vattenfall hier Urban Gardening für alle. So gibt es Willkommensbeete mit exotischem Gemüse, einen Kindergarten und ungewöhnliche Pflanzgefäße wie alte Koffer. Nur eins gibt es nicht: Privatbeete. Die Idee ist, dass im Garten alles gemeinschaftlich bewirtschaftet werden soll. Bei einer gemeinsamen Pflanzaktion mit den Anwohnern wurden am 5. Juni 2016 die ersten Gemüsepflanzen und Kräuter unter fachkundiger Anleitung der GemüseAckerdemie in die Hochbeete gesetzt.

Gisela Koch, Anwohnerin, Foto: Vattenfall

Gisela Koch, Anwohnerin, Foto: Vattenfall

„Meine Nachbarn finden die Aktion toll“, sagte Anwohnerin Gisela Koch, die sogar selbst Petersilie im Topf zum Auspflanzen mitgebracht hatte. Das ist eigentlich gar nicht nötig – Pflanzen und Gartengeräte werden von Vattenfall bereitgestellt. Auch der berühmte grüne Daumen ist nicht erforderlich. Zu den Öffnungszeiten ist stets ein Betreuer im Garten, der den Anwohnern mit Rat und Tat zur Seite steht. So wird die Neue Grünstraße mit dem Urban-Gardening-Projekt von Vattenfall ihrem Namen ab jetzt ganz sicher alle Ehre machen.

Logo_pflanz_wasGemeinschaftsgarten Neue Grünstraße

Neue Grünstraße 13-14, 10179 Berlin, U-Bahnhof Spittelmarkt
Geöffnet dienstags bis freitags, 15 bis 18 Uhr
sonnabends und sonntags 11 bis 18 Uhr

Pflanz was!

 

 

 

Weitere Links zum Thema

Vattenfall – Pflanz was!

Internationale Gärten in Göttingen

Interkultureller Garten „Rosenduft“ am Gleisdreieck

Prinzessinnengarten in Kreuzberg

Allmende-Kontor auf dem Tempelhofer Feld

GemüseAckerdemie

Silvia Teich
Experte
6. Juni 2016

Stadtgrün und Natur sind meine Themen als freie Journalistin. Seit zehn Jahren pflanze und ernte ich in meinem Kleingarten, der mitten in einer Wendeschleife der Straßenbahn in Berlin-Prenzlauer Berg liegt – urbaner geht es kaum. Meine Garten-Tipps gebe ich im Magazin „Aufs Land!“ weiter. Über Kartoffeln und Kürbis aus dem eigenen Beet schreibe ich auch auf meinem Gartenblog www.teichrose.blogger.de

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