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2-Generationen-Spatenstich für Power-to-Heat in Berlin Spandau
Experte
8. November 2017
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Spatenstich für Europas größte Power-to-Heat-Anlage

Der nächste große Schritt in Richtung Klimaneutralität ist getan: Vattenfall ersetzt den Steinkohlenblock C des Heizkraftwerkes Reuter im Berliner Bezirk Spandau durch die größte Power-to-Heat-Anlage in Europa. Mit Hilfe dieser Zukunftstechnologie, die einem riesigen Wasserkocher gleicht, wird ab dem Jahr 2019 elektrische Energie in umweltschonende Fernwärme umgewandelt. Von dem Neubauvorhaben profitieren bis zu 30.000 Haushalte.

Nicht nur das Wetter, auch die Stimmung war sonnig, als der Berliner Vattenfall Wärme-Chef Gunther Müller und Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz, ihre Spaten in den weichen Erdboden auf dem Baufeld des Kraftwerksgeländes am Großen Spreering stießen und damit symbolisch den Startschuss für den Bau der europaweit größten Power-to-Heat-Anlage gaben. Tatkräftigt unterstützt wurden sie dabei von zwei kleinen Vertretern der ganz jungen Generation: Fernwärme der nächsten Generation für die nächste Generation.

Podiumsdiskussion anlässlich des Spatenstich der Power-to-Heat-Anlage am 06. November 2017 auf dem Gelände der HKW Reuter West.

Das Prinzip Power-to-Heat

Jörg-Andreas Czernitzky, Kraftwerksleiter Reuter West und Projektleiter Peter Kontny-Asmussen. Foto: Pedro Becerra

Die neue Anlage funktioniert nach dem Tauchsieder-Prinzip. Ihre Leistung entspricht rund 60.000 handelsüblichen Wasserkochern. Ab 2020 wird sie Fernwärme aus Strom für bis zu 30.000 Haushalte erzeugen. Das ist ein wichtiger Baustein der Berliner Wärmewende. Nach der Inbetriebnahme sämtlicher Heißwassererzeuger dieses Projektes kann Block C des Steinkohle‐Heizkraftwerks Reuter wie geplant nach der Heizperiode 2019/2020 vom Netz gehen.

Vattenfall beschreitet technisches Neuland

Gunther Müller, Chef der Vattenfall Wärme Berlin, Foto: Pedro Becerra

Gunther Müller, Vorstandschef der Vattenfall Wärme Berlin, erklärt: „Mit dem Bau der Power-to-Heat-Anlage beschreitet Vattenfall europaweit technisches Neuland. Berlin gewinnt einen entscheidenden Hebel zur Integration erneuerbarer Energien. Ist viel regenerativer Strom im Netz, nutzt ihn die Anlage zur Erzeugung umweltschonender Fernwärme. Die erneuerbare Energie, die wir dafür abnehmen, entspricht 10 Prozent des gesamten Berliner Strombedarfs im Sommer – oder der Energiemenge für 750.000 Kühlschränken. Mit der neuen Power-to-Heat-Anlage müssen weniger Windräder und PV-Anlagen abgeregelt werden.“

Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz (Bildmitte), Markus Graebig vom Forschungsprojekt Windnode (r.) Foto: Pedro Becerra

Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz, fügt hinzu: „Berlin soll bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden. Um dieses Ziel zu erreichen, sind Projekte wie die Errichtung und Inbetriebnahme einer Power-to-Heat-Anlage unerlässlich. Die Zukunft der Energie ist erneuerbar. Das gilt nicht nur für die Erzeugung von Strom, sondern auch von Wärme und letztlich auch für den Verkehrsbereich. Damit Energie aus Sonne und Wind intelligent und effizient genutzt werden kann, müssen wir den Weg der Kopplung dieser Bereiche konsequent weitergehen. Der heutige Spatenstich zu diesem Großprojekt ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem klimaneutralen Berlin.“ 

 

Vollständiger Kohleausstieg bis spätestens 2030

Mit diesem Vorhaben verfolgt Vattenfall seine Strategie konsequent, bis zum Jahr 2030 vollständig aus der Kohlenutzung in der deutschen Hauptstadt auszusteigen, und realisiert einen weiteren Punkt der Klimaschutzvereinbarung mit dem Land Berlin. Im Mai dieses Jahres endete in Klingenberg bereits die Braunkohlenutzung – drei Jahre früher als ursprünglich geplant.

Für dieses Projekt investiert die Vattenfall Wärme Berlin in den kommenden zwei Jahren knapp 100 Millionen Euro. Es umfasst hydraulische und elektrische Infrastruktur sowie gasgefeuerte Heißwassererzeuger, die Verbrauchsspitzen im Fernwärme‐System abdecken werden. Das trägt maßgeblich zur Versorgungssicherheit bei. Bis zum Jahr 2030 hält Vattenfall den Ausbau von „Power-to-Heat“-Lösungen für die Fernwärmeversorgung in einem Umfang von 300 Megawatt für möglich.

Pressemappe zum Spatenstich für Europas größte Power-to-Heat Anlage in Berlin-Spandau im November 2017

Ein Projekt unter dem Dach von WindNODE

Das Investitionsvorhaben ist ein Projekt unter dem Dach von WindNODE, der nordostdeutschen Modellregion für intelligente Energie. Im Rahmen des Programms ‚Schaufenster intelligente Energie‘ (SINTEG) fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie insgesamt fünf Modellregionen in Deutschland, in denen Lösungen für eine intelligente Energieversorgung der Zukunft mit wachsenden Anteilen erneuerbarer Energien entwickelt werden.

Einmalige Chance für die Energiewende

Wie funktioniert Power-to-Heat?

Julia Klausch
Experte
8. November 2017

Als Pressesprecherin kümmere ich mich vorrangig um die standortübergreifenden Themen Elektromobilität, Biomasse, Steinkohle und Diversity. Als Redakteurin für den Blog liegt mein Fokus auf Portraits und Erlebnisberichten – auch aus persönlichem Interesse. Es sind die Menschen und ihre Geschichten, die Vattenfall mit Leben füllen und das Unternehmen in die Zukunft navigieren. Bei knapp 7.000 Mitarbeitern alleine in Deutschland geht uns der Stoff so schnell nicht aus!

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