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Experte
8. Januar 2018
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Primärenergiefaktor 0,45: Berliner Fernwärme noch umweltfreundlicher

Zur Bewertung der Umweltfreundlichkeit eines Heizsystems gibt es den Primärenergiefaktor. Je kleiner der Wert, desto umweltschonender und effizienter die Wärmeerzeugung. Eine Untersuchung des Berliner Fernwärmeversorgungssystems bescheinigt eine Verbesserung des Werts auf 0,45.

Von Gebäudeeigentümern fordert der Gesetzgeber den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien bei der Wärmeerzeugung. Alternativ kann Fernwärme mit mindestens 50 Prozent Anteil hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung genutzt werden. Dank der gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme benötigt Fernwärme bei der Wärmeerzeugung einen geringen Einsatz von Primärenergie und hat daher einen niedrigen Primärenergiefaktor (PEF). In Berlin wurde der PEF im November 2017 überprüft und eine Verbesserung auf 0,45 zertifiziert. Hier gilt: je umweltschonender die Energieform und effizienter ihre Umwandlung, desto niedriger ist der Primärenergiefaktor.

Berlin Prenzlauer Berg mit Fernsehturm und dem alten Wasserturm

Primärenergiefaktor wichtig für Neubau und Bestandsimmobilien

Der PEF ist ein entscheidender Faktor für die Wahl des Heizsystems und Entscheidungshilfe für Planer, Investoren und Gebäudeeigentümer. Je niedriger der Primärenergiefaktor eines am Neubaugrundstück anliegenden Fernwärmesystems, desto wahrscheinlicher die Entscheidung für diese Art der Wärmeversorgung.

Aber auch in Bestandsimmobilien spielen PEF und CO2 eine immer entscheidendere Rolle, wenn es um Sanierung von Gebäuden oder die Erstellung von Sanierungsfahrplänen geht. Insbesondere bei der Entwicklung von Quartieren entscheiden PEF und CO2 darüber, ob ein Versorgungskonzept angenommen und umgesetzt wird.

Der neue Wert für den PEF im Berliner Wärmeverbundsystem liegt bei 0,45 und geht einher mit einem CO2-Wert von 129,3 g/kWh. 

Umbau der Berliner Wärmeerzeugung verbessert PEF

Die Investitionsentscheidungen und Projektentwicklung der vergangenen Jahre trägt Früchte und sorgen für die Verbesserung des PEF von 0,56 auf 0,45 im Berliner Wärmeverbundsystem. Marko Voß, Leiter System Development für die Berliner Fernwärme, freut sich darüber und legt die Gründe für die Verbesserung dar: „Wir haben den Erneuerungs- und Transformationsprozess unserer Wärme-Erzeugung auf dem Weg in eine fossilfreie Welt eingeleitet. Der Ersatz der Braunkohle durch Erdgas im Heizkraftwerk Klingenberg, die Neuerrichtung der Anlagen in Marzahn und Lichterfelde sowie die Power-to-Heat-Maßnahmen für den Steinkohleersatz am Heizkraftwerk Reuter erhöhen die Effizienz und den Anteil erneuerbarer Energien im Berliner Fernwärmesystem deutlich.“ Auf dieser Basis ist die Neuzertifizierung des Primärenergiefaktors sowie der spezifischen CO2-Emissionen erfolgt.

Niedrigerer PEF ist gute Basis für weiteren Ausbau der Wärmenetze

Der niedrigere PEF zeigt, dass die Berliner Fernwärme noch umweltschonender wird und geworden ist. Er ist eine wertvolle Basis für den weiteren Ausbau der Fernwärmeversorgung in der deutschen Hauptstadt, belegt die Wirksamkeit von Vattenfalls Maßnahmen auf dem Weg zur Klimaneutralität und ermöglicht den Kunden eine bezahlbare, umweltschonende Wärmeversorgung.

Links

Wärme für Berlin – Unsere Produkte – Primärenergiefaktor

Heizkraftwerk Klingenberg: Ende und Beginn einer Ära

Grundsteinlegung Neubau Heizkraftwerk Marzahn

Spatenstich für Europas größte Power-to-Heat-Anlage

Marko Voß
Experte
8. Januar 2018

Mich fasziniert die Technik, Energie umzuwandeln und zu nutzen. Daher bin ich nach dem Studium der Energie- und Verfahrenstechnik direkt in die Energiebranche gegangen. Seit fünf Jahren leite ich bei Vattenfall den Bereich Systemplanung Berlin und Hamburg. Hier verantworte ich für beide Metropolen neue Anlagenkonzepte für die Wärme- und Stromproduktion. Zum Beispiel die eingeleitete Erneuerung des Anlagenparks, die ein erster Schritt auf dem Weg zur Strategie „fossil free within one generation“ ist.

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