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Richtig heizen
Experte
4. Januar 2016
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Richtig heizen: Umwelt und Geldbeutel schonen

Draußen klirrend kalt, drinnen kuschelig warm: Mollige Wärme und sparsamer Energieverbrauch schließen sich nicht aus. Wer einige simple Tricks befolgt, schont nicht nur das Klima, sondern spart auch bares Geld. GESOBAU-Energieexperte Manfred Plackties gibt Tipps zum kostengünstigen und umweltschonenden Heizen.

70 Prozent der gesamten Energie verbraucht ein Haushalt beim Heizen. Das heißt: Wer den Energiekosten wirklich an den Kragen will, sollte das eigene Heizverhalten genauer unter die Lupe nehmen. Beim Heizen sparen – das klingt zunächst ungemütlich. Doch Frieren im Wohnzimmer muss nicht sein und ist sogar unklug. Warum, erklärt GESOBAU-Energieexperte Manfred Plackties. Er weiß, was Mieter selbst beeinflussen können und wo der Vermieter gefragt ist.

Viele Berliner klagen über hohe Heizkosten. Was raten Sie Ihren Mietern?

Plackties: Wir raten ihnen zum Beispiel, nachts alle Heizkörper getrost auf Reglerstufe 2 zurückzudrehen, alle Räume ausreichend und möglichst gleichmäßig zu beheizen (auch ungenutzte Zimmer), die Heizung während der Heizperiode nie ganz abzustellen (auch nicht, wenn sie in den Urlaub fahren), bei längerer Abwesenheit die Thermostate auf Minimalstufe 1,5 zu stellen und die Türen zu weniger beheizten Räumen geschlossen zu halten. So kann keine Wärme entweichen. Im Winter sollte außerdem auf Kipplüftung verzichtet werden, weil dadurch der komplette Luftaustausch bis zu einer Stunde dauern und der Raum sich langsamer wieder aufheizen würde.“

„Do it yourself“: Wie können Mieter ihre Wohnung mit einfachen Mitteln besser isolieren?

Plackties: „Hier gibt es eigentlich keinen universalen Tipp. Bauliche Einzelmaßnahmen werden vom Vermieter nicht gern gesehen und müssen auf jeden Fall von ihm genehmigt werden. Wenn etwa bei Doppelkastenfenstern die Außenscheiben innen beschlagen, bedeutet das, dass die Innenfenster nicht dicht sind und warme feuchte Luft aus den Wohnräumen nach außen strebt. Hier hilft kein Abkleben mit Schaumstoffband, vielmehr ist der Tischler gefragt, der fachmännisch einen neuen Dichtungsgummi einzieht. Beschlagen hingegen die Innenscheiben, ist dies ein sicherer Hinweis auf zu feuchte Räume – dann sollte schnell gelüftet werden.“

Ihr Tipp an Berliner, die auf Wohnungssuche sind: Was ist in Sachen Heizung zu beachten?

Plackties: Anhand des Energieausweises für Wohngebäude erhalten Mieter einen guten Überblick über die energetische Qualität des Gebäudes. Der Energieausweis enthält die folgenden Angaben: Gebäudetyp, die Adresse der Immobilie, den untersuchten Gebäudeteil (Vorderhaus/Hinterhaus), das Baujahr des Gebäudes und der Anlagentechnik, die Zahl der Wohnungen, die Gebäudenutzfläche, den Anlass der Ausstellung des Energieausweises, den Energiebedarf und die Energieträger. Ein Element sind die farbigen Skalen, die von Dunkelgrün bis Dunkelrot reichen. Ein Pfeil auf dem obersten Farbbereich der Skalen stellt den Endenergiebedarf des Gebäudes in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr dar. Grüne Werte in der Energieausweis-Skala stehen für sehr gute, rote für schlechte Werte.“

Checkliste

  • Heizkörper nicht verdecken
    Damit sich Heizwärme optimal im Raum verteilen kann, sollten die Heizkörper nicht durch Gardinen oder Möbel verdeckt werden. Sie werden sehen: Die Wärme staut sich nicht mehr. Es wird schneller warm – und zwar im ganzen Raum.
  • Tür zu und gut
    Wer effizient heizen will, sollte die Türen zum Flur geschlossen halten. Die Folge: Kalte Luft wird ausgesperrt, die Wärme kann nicht entweichen und hält sich länger im Raum. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass die Heizung nicht ständig voll aufgedreht werden muss.
  • Zugluft kann draußen bleiben
    Häufig unterschätzt wird, wie viel kalte Luft sich heimlich den Weg in die Wohnung bahnt. Hier hilft es, den Spalt zwischen Wohnungstür und Türschwelle abzudichten – je nach Geschmack mit einem Zugluftstopper aus dem Baumarkt oder dem selbstgestrickten „Zugluftdackel“.
  • Die Schotten dichtmachen
    Draußen stürmt es, drinnen zieht es wie „Hechtsuppe“. Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, sollten Sie Ihre Fenster abdichten. Ein vom Tischler eingezogener neuer Dichtungsgummi sorgt dafür, dass sie wieder gut schließen und kalte Luft draußen bleibt. Sprechen Sie hierzu Ihren Vermieter an.
  • Ganz oder gar nicht
    Regelmäßiges Lüften muss sein. Allerdings gilt hier die Devise „ganz oder gar nicht“: Mehrmals täglich zehn Minuten Stoßlüften bei ausgeschalteter Heizung, danach werden die Fenster wieder geschlossen. Sind Fenster dauerhaft gekippt, kühlt die Wohnung langsam aus und es muss umso mehr geheizt werden.
Manfred Plackties
Experte
4. Januar 2016

Seit 1976 bin ich Mitarbeiter der GESOBAU. Ich bin Versorgungstechniker und kümmere mich um die Haustechnik. Ein Arbeitsschwerpunkt ist die Versorgung unserer Häuser mit Energie. Hier war ich in fast allen Bauvorhaben der GESOBAU involviert. Das Märkische Viertel ist mit seiner energetischen Modernisierung von rund 13.500 Wohnungen das bisher größte Projekt in meiner beruflichen Laufbahn. Das Sparen von Energie ist nicht nur in Großsiedlungen wichtig, auch vergleichsweise kleinere Projekte wie die Installation von Photovoltaikanlagen auf unseren Hausdächern oder die Inbetriebnahme von Blockheizkraftwerken mit Erdgas-Brennwerttechnik wirken sich positiv auf die Klimabilanz und die Energiekosten aus. Hier geht die GESOBAU neue Schritte in der Strom- und Wärmeversorgung ihrer Mieter – und das macht meinen beruflichen Alltag spannend

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