Alle Themen
SOFIFRA
Experte
20. März 2015
Zurück

SoFi2015: Energieversorgung besteht Probe

Kurz vor zwölf Uhr war alles vorbei. Die partielle Sonnenfinsternis ist Geschichte. Und mit ihr die Aufregung um die Versorgungssicherheit. Die Probe aufs Exempel ist bestanden.

Erleichterung und Optimismus beim Übertragungsnetzbetreiber

Solareinspeisung

Solarenergieinspeisung am 20. März ins Netz von 50Hertz, Quelle: http://www.50hertz.com/Portals/3/Content/Animationen/FoyerTV/FoyerTV.html

In Neuenhagen in der Netzwarte bei 50Hertz herrscht Erleichterung. „Es hat alles sehr gut funktioniert, genau wie geplant“, so Dr. Dirk Biermann, Mitglied der Geschäftsführung des Unternehmens gegenüber N24. Die Frequenzabweichung war minimal. „Es war ein erfolgreicher Test für die Zukunft.“ Wie erwartet fand die größte Abweichung statt, als der Mond die Sonne wieder freigab. Die Einspeisung der Solarenergie sei in Deutschland um 15.000  Megawatt, von 7.000 auf rund 20.000, innerhalb weniger Minuten angestiegen. „Das hatten wir so noch nicht gesehen“, sagte Biermann gegenüber dem Nachrichtensender.

Gute Vorbereitung auf SoFi hat sich ausgezahlt

Bei Vattenfall macht sich ebenfalls Erleichterung breit. Ralf Schreck vom Dispatch bei Trading ist zufrieden. Vattenfall hatte im Vorfeld seine Kraftwerke optimal vorbereitet, so dass die bestmögliche Erzeugungskapazität angeboten werden konnte. „Es ist alles bestens gelaufen. Die letzte Auktion gestern für den heutigen Tag  war mit außergewöhnlichen Preisen ausgestattet. Wir haben unsere Kapazitäten am Markt untergebracht“, freut sich der Chef der Dispatcher. „Heute Morgen haben wir allerdings auch in einigen Zeitfenstern negative Preise gesehen. Doch als es losging, hat sich alles angeglichen. Letztendlich verlief durch die gute Vorbereitung alles so, wie jeden anderen Freitag auch.“

Kraftwerke waren voll verfügbar

Windeinspeisung

Windenergieeinspeisung am 20. März ins Netz von 50Hertz, Quelle: http://www.50hertz.com/Portals/3/Content/Animationen/FoyerTV/FoyerTV.html

Auch in den Kraftwerken wird aufgeatmet: „Alle Blöcke unsere Braunkohlen-Anlagen sowie die Pumpspeicher waren voll verfügbar“, freut sich Thoralf Schirmer, Pressesprecher für die Lausitz. „Unsere Kraftwerke sind sogar relativ stabil mit Volllast während der gesamten Sonnenfinsternis durchgefahren.“ Als Grund dafür sieht er die gleichzeitige Windflaute, die dafür sorgte,  dass die volle Leistung der konventionellen Kraftwerke zur Sicherstellung der Stromversorgung gebraucht wurde. Während der Sonnenfinsternis musste der Kraftwerkspark letztlich nur in geringem Maße auf kurzfristige Anforderungen der Netzbetreiber reagieren. Dabei ging es um Leistungen von maximal 350 MW nach oben und von maximal 250 MW, die zeitweise eingesenkt werden mussten.

Energieversorgung hat Flexibilität bewiesen

Im Netz sehen sich die Fürsprecher der Energiewende bestätigt: Die Energieversorgung von heute sei flexibel genug für den Ausbau der Erneuerbaren, die Energiewende könne unvermindert weitergeführt werden. Die Sonnenfinsternis hat zumindest gezeigt, was mit einer guten Vorbereitung möglich ist. Und daraus gilt es für die Zukunft die richtigen Handlungsoptionen abzuleiten. Bis 2026 zur nächsten Sonnenfinsternis hier in Europa dürfte sich da einiges tun.

 

 

 

Daniela Sasonow
Experte
20. März 2015

Für Vattenfall arbeite ich seit 2000 in der Kommunikation. Im Rahmen des Social Media Projektes habe ich diesen Blog mit aufgebaut. An meinem Job reizt mich die Themenvielfalt, die das Unternehmen bietet. Auch nach Jahren gibt es immer noch völlig neue Themen für mich zu entdecken, neue Menschen kennenzulernen und Aspekte zu durchdenken. Kommen Sie mit auf die Themenreise, ich freue mich auf Ihre Anregungen und Kommentare.

  • Experte
    Volker Penndorf Volker Penndorf
    19. Oktober 2016

    Ein Kraftwerk sattelt um. Die Mitarbeiter auch?

    Wenn Energie- und Wärmewende so richtig in Fahrt kommen, ist das auch hinter den Kulissen spürbar. Brandaktuell betrifft es die Mannschaft im Berliner Heizkraftwerk Klingenberg, das im Mai 2017 von [...]
  • Experte
    René Zimpel René Zimpel
    12. September 2016

    Fitnesskur für die Förderbrücke F60

    Es tut sich was im Tagebau Nochten: Nach über 40 Jahren Einsatz erhält die Förderbrücke F60 eine Fitnesskur. Die Modernisierung mit riesigen Dimensionen läuft seit Anfang Juni; Höhepunkt ist der [...]
  • Experte
    Helmar Rendez Helmar Rendez
    25. Juli 2016

    Über die Zukunft der Braunkohleaktivitäten

    Es sind nur noch wenige Wochen bis zum Abschluss des Verkaufsprozesses der Braunkohlenaktivitäten. Voraussichtlich im Herbst soll der Verkauf an ein Konsortium aus EPH und dem Finanzinvestor PPF vollzogen werden. [...]