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Ariane Volz - Media Managerin des Nuon Solar Teams
Experte
27. September 2017
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Solarmobil: Na Nuna na, was fährt denn da?

Am 8. Oktober startet in Australien die Formel Eins der Solarmobile. Bei der alle zwei Jahre stattfindenden „Bridgstone World Solar Challenge“ gehen internationale Teams ins Rennen um das schnellste Sonnenfahrzeug. Seit Jahren dabei und schon mehrfacher Weltmeister: Das Nuon Solar Team von der niederländischen Technischen Hochschule Delft mit seinem Fahrzeug Nuna.

Hier wurde Nuna9 präsentiert, Foto: Jorrit Lousberg

Nuna9 heißt das Solarfahrzeug, das die 16 Studenten der Technischen Hochschule Delft extra für das diesjährige Solar-Rennen entwickelt haben. Der Name klingt wie eine Raumkapsel. Und ein bisschen hat das Solarmobil auch etwas von einem Weltraumsatelliten. Es ist bedeckt mit Sonnenkollektoren. Die braucht es auch. Daraus zieht es die Power, die es voran treibt. Und das funktioniert ziemlich gut. Von den acht Mal, die die Delfter Studenten bislang mit einem Solarmobil an dem Rennen teilgenommen haben, wurden sie sechs Mal Weltmeister.

Jetzt hat das Solarmobil die neunte Entwicklungsstufe erreicht. Und mit der wird das Team am 8. Oktober den Siegerpokal verteidigen. Glücklicherweise kann das niederländische Team auf jede Menge Unterstützung bauen – nicht zuletzt auch auf die von Nuon und Vattenfall.

Junge Ingenieure bauen Solarmobil

Das Team von Nuna9 mit großer Zuversicht für das Rennen in Australien, Foto: Vattenfall

Teams aus aller Welt kommen alle zwei Jahre nach Australien, um an dem 3.000 Kilometer langen Solarmobilrennen teilzunehmen. Die Sonne in der australischen Wüste brennt für alle gleich. Doch es kommt darauf an, wie die Teams es schaffen, sie mit ihren Konstruktionen am geschicktesten und effizientesten auszunutzen. Zwei Jahre Tüftel- und Entwicklungsarbeiten liegen hinter ihnen, unzählige Simulationen und Testfahrten. Dabei mussten die Studenten quasi bei Null anfangen, denn das Nuon-Solarteam wird jedes Jahr aus neuen Studierenden zusammengestellt. Dies bedeutet auch, dass die Mitglieder des diesjährigen Teams noch nie zuvor ein Solarmobil gebaut haben.

Unterstützung vom Profi

„Zum Glück sind die 16 Studenten nicht auf sich allein gestellt“, sagt Ariane Volz vom Vattenfall Medienteam, die das Projekt kommunikativ begleitet. „Sie können auf die Erfahrungen der vorherigen Teammitglieder zurückgreifen. Und auf Sponsoren wie uns, die ihr Know-How zur Verfügung stellen.“

Zu diesem Know-How gehört auch die Unterstützung, die Ariane Volz als Media Manager in das Projekt einbringt. „Als Technikstudenten sind sie in Public Relations und den Medien nicht so zu Hause sind wie wir. Deshalb unterstütze ich den Kommunikationsbeauftragten des Teams bei der Öffentlichkeitsarbeit“, erläutert sie.

Verschärfte Bedingungen

Nuna9 bei der Vorbereitung auf das große Rennen, Foto: H.P. van Velthoven

Einfach wird es für das niederländische Team diesmal nicht. Es wird eine große Herausforderung, denn die Konkurrenz wird Jahr für Jahr härter. Und auch die Bedingungen wurden verschärft: Eine neue Auflage schreibt vor, dass Nunas Solarpanel nicht größer als vier Quadratmeter sein darf, das heißt, die für die Gewinnung der Sonnenenergie verfügbare Fläche ist eineinhalb mal kleiner als beim letzten Rennen. Dazu kommt, dass das Team nur einen Bruchteil der eigentlich geplanten Zeit hat, um das Solarfahrzeug unter Ortsbedingungen zu testen und anzupassen. Schuld war das Herzstück des Nuna-Mobils, die hochentwickelte Batterie. Sie kam viel zu spät an ihrem Bestimmungsort an.

Odyssee einer Batterie

Das Transportflugzeug der Batterie, Foto: Vattenfall

„Die Fluggesellschaften sind aus Sicherheitsgründen sehr zögerlich, Batterien zu transportieren“, erklärt Ariane Volz. Daher hing die Batterie zunächst zwei Wochen am Flughafen in Amsterdam fest, kam dann über Moskau nach Singapur, blieb dort erneut hängen, wurde dann einige Tage später mit einem Lastwagen nach Kuala Lumpur gebracht, von wo sie mit einer malayischen Frachtmaschine nach Sydney gelangte. Nachdem sie dort vier Tage vom Zoll festgehalten wurde, konnte sie per LKW die 4.000 Kilometer weiter nach Darwin transportiert werden. Mit fast dreiwöchiger Verspätung kam sie endlich dort an. „Das hat unsere Mädels und Jungs da unten schon einige Mühen und schlaflose Nächte gekostet.“

Live vor Ort

Eine Woche vor dem Rennen fliegt Ariane Volz selber nach Australien, wo sie das Event kommunikativ begleitet und ein Medienteam steuert, das aus dem Nuna-Kommunikationsbeauftragten sowie vier Kameraleuten und zwei Fotografen besteht. „Mancher denkt vielleicht, das sei Erholung, aber wir sind dort in Zelten mitten in der Wildnis des Outbacks, machen unseren Job mit wackeligen Satellitentelefonen und schlafen wegen der Zeitverschiebung zu Europa nur knapp fünf Stunden“, erzählt sie. In wenigen Tagen macht sie sich auf den Weg zum Nuon Solar Team in Darwin. Trotz der erschwerten Umstände ist sie zuversichtlich: „Meine Solar-Kids werden super abschneiden, davon bin ich überzeugt!“

Nuna9 in Zahlen

  • 9: Nuna9 ist das neunte konstruierte Solarfahrzeug vom Nuon-Solar-Team.
  • 135: So viele Kilos bringt Nuna9 auf die Waage.
  • 30,3 Prozent: Nuna9 ist wesentlich kleiner als das vorherige Solarfahrzeug.
  • 2,64 m2: umfasst die Oberfläche des Solarmoduls
  • 20: Soviel Kilo wiegt die Batterie. Zum Vergleich: Eine Pkw-Batterie hat 540 kg.
  • 3: In diesem Jahr werden drei Fahrerinnen hinter dem Steuer sitzen.
  • 3: Alle vom Nuon-Solar-Team gesteuerten Solar-Rennwagen tragen die „Trikotnummer“ 3.
  • 3.000: Das Rennen in Australien startet in Darwin im Norden und führt die Solar-Rennwagen über eine 3.000 Kilometer lange Strecke nach Süden, quer durch die Wüste bis zum Ziel in Adelaide. Das Rennen beginnt am Sonntag, den 8. Oktober und der Sieger wird am Donnerstag, den 12. Oktober an der Ziellinie erwartet.
  • Bridgestone World Solar Challenge
    In diesem Jahr nimmt das Nuon Solar Team zum neunten Mal an der Bridgestone World Solar Challenge in Australien teil. Das Rennen, bei dem Studenten von Universitäten aus aller Welt an den Start gehen, findet alle zwei Jahre statt. Das Nuon Solar Team besteht stets aus sechzehn Studenten der Technischen Universität Delft. Das Team war bereits sechsmal Weltmeister und belegte zweimal den zweiten Platz.
  • Vattenfall (als Co-Sponsor) und Nuon (als Hauptsponsor) sponsern das Solar Team seit 2001.
Ariane Volz
Experte
27. September 2017

Als Sprecherin für Vattenfall in den Niederlanden bin ich seit 2009 mit dem Nuon Solar Team als Media Manager verbunden. Ich finde es super, dass ich dabei immer wieder mit 16 jungen, talentierten Studentinnen und Studenten zusammen arbeiten kann. Ich nenne sie meine „Solar Kids“. Ein wichtiger Bestandteil unseres Sponsorings ist es, die Medien zu informieren und auf dem Laufenden zu halten. Ich unterstütze das Solar-Team bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit und helfe ihnen, die Medien für das Projekt zu interessieren. Diese Arbeit beginnt schon ein Jahr vor dem eigentlichen Rennen in Australien. Und sie wird immer intensiver, je näher das Ereignis rückt. Ich bin begeistert von diesem Projekt und es macht fast ein bisschen süchtig – wenn man einmal den „Nuna-Virus“ hat, kann man nie wieder davon lassen.

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