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9. Februar 2017
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Strompreiszusammensetzung und Unterschiede in Europa

Im Vergleich zu anderen EU-Länder liegen die Strompreise in Deutschland rund 44 Prozent über dem Durchschnitt. Dies liegt an überdurchschnittlich hohen Belastungen mit Steuern, Umlagen und Abgaben, welche inzwischen über die Hälfte des Strompreises ausmachen.
EEG-Erklärung

Funktionsweise einer EEG-Umlage

 

Deutschland hat ehrgeizige Ziele: Bis 2050 soll überwiegend nur noch grüner Strom aus der Steckdose fließen. Mit der Kraft aus regenerativen Quellen, wie Sonne, Wind und Wasser, will die Bundesregierung die Energieversorgung revolutionieren. Das ist gut für Mensch und Umwelt, da weniger CO2 ausgestoßen wird.

Die dadurch entstehenden Kosten werden über gesetzliche Umlagen an die Verbraucher weitergegeben. Allein diese aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) resultierende Umlage ist im Vergleich zum Vorjahr um 8,3 Prozent gestiegen.

Ein Film zur EEG-Umlage

 

Stromversorger als Vermittler

Für die Differenz zwischen dem Wert des Ökostroms an der Börse und der Einspeisevergütung kommen die Stromverbraucher auf – und zwar unabhängig davon, ob sie von ihrem Versorger Ökostrom beziehen oder nicht: Sie zahlen auf jede Kilowattstunde Strom, die sie verbrauchen, eine Abgabe. Das ist die so genannte EEG-Umlage. Wie hoch die Abgabe ausfällt, wird jährlich von den Übertragungsnetzbetreibern berechnet und von der Bundesnetzagentur überprüft.

Die Stromversorger nehmen in diesem System die Rolle eines Vermittlers ein. Sie erheben die Umlage über die Stromrechnung und leiten sie dann an die Übertragungsnetzbetreiber weiter. Die wiederum zahlen die Umlage – zusammen mit dem Geld, das sie für den grünen Strom an der Börse erlöst haben – als gesetzlich garantierte EEG-Vergütung an die Betreiber der Wind- und Solaranlagen aus. Somit dient die Umlage zu hundert Prozent der Förderung der erneuerbaren Energien.

Große Strompreisunterschiede in Europa

Die EEG-Umlage ist 2017 mit 6,88 Cent pro Kilowattstunde rund 34-mal so hoch wie zu ihrer Einführung im Jahr 2000. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Vergleichsportals TopTarif, welches die Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat vom ersten Halbjahr 2016 für die 28 EU-Mitgliedsstaaten ausgewertet hat: Wer in Deutschland Strom verbraucht, bezahle deutlich mehr als fast überall sonst in der Europäischen Union.

EEG-Umlage

EEG-Umlage 2017 | Quelle: BDEW, Stand Oktober 2016

Im Durchschnitt sei der Strompreis hierzulande ganze 44 Prozent höher. Stelle man die Strompreise in Europa gegenüber, fallen die großen Preisunterschiede besonders auf. Am teuersten sei es in Dänemark. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden bezahlte hier letztes Jahr durchschnittlich 1.235 Euro. Danach folgt Deutschland mit rund 47 Euro weniger. Am günstigsten war es im gleichen Zeitraum in Bulgarien. Ein Haushalt mit dem gleichen Verbrauch bezahlte hier nur 382 Euro, also mehr als zwei Drittel weniger.

Überdurchschnittlich hohe Belastungen in Deutschland

Laut Auswertung liegen im Durchschnitt aller EU-Länder die Stromkosten bei 823 Euro pro Jahr. Das bedeutet, dass die deutschen Strompreise 44 Prozent über dem EU-Durchschnitt liegen. Ein Grund ist die überdurchschnittlich hohe Belastung mit Steuern, Umlagen und Abgaben. Diese machen inzwischen über die Hälfte des Strompreises aus.

Nach Angaben von TopTarif sei in Deutschland die staatliche Last an Steuern und Abgaben mit 54 Prozent fast am höchsten. Noch höher sei die Staatsquote nur in Dänemark. Dort gehen ganze 70 Prozent für Steuern und Abgaben drauf. Die Steuerparadiese im Bereich Strom lägen in England und Malta. Dort kassiert der Staat jeweils nur knapp 5 Prozent. Im EU-Durchschnitt machen Steuern, Umlagen und Abgaben rund ein Drittel der europäischen Stromrechnung aus.

Zusammensetzung des Strompreises

Zusammensetzung von Strompreisen

Der Strompreis setzt sich aus drei wesentlichen Kostenbestandteilen zusammen

Der Strompreis setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen. Mehr als 54 Prozent bestehen aus Steuern, Abgaben und Umlagen. Rund ein Fünftel der Kosten bestimmt der Wettbewerb im Strommarkt. Diese Kosten entstehen für den Stromeinkauf, für die Verwaltung und für den Vertrieb. Aber auch für die Nutzung der Stromnetze, also den Transport und die Verteilung von Energie, erheben die Netzbetreiber die für alle Stromvertriebe geltenden Netzentgelte. Diese haben am Strompreis einen Anteil von fast 25 Prozent.

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9. Februar 2017

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