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Kältezentrale am Potsdamer Platz
Experte
24. März 2017
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Saisonstart für Kältezentrale

Mit Wasser transportiert Vattenfall einerseits Wärme in Berliner Wohnungen und sorgt andererseits für angenehm kühle Räume rund um den Potsdamer Platz. Jetzt startet auch in der Kältezentrale am Potsdamer Platz die Kühlsaison.

Wasser ist Vattenfalls Element. Das zeigt schon der Firmenname, denn Vattenfall ist das schwedische Wort für Wasserfall. Der flüssige Rohstoff ist ein wichtiger Energieträger: Mit Wasser wird Wärme in Berliner Wohnungen transportiert und außerdem für angenehm kühle Räume im Herzen der Hauptstadt gesorgt.

Flexible Steuerung der Kältezentrale

Woher die Kälte kommt, zeigt ein Blick hinter die Kulissen. In der Stresemannstraße am Potsdamer Platz befindet sich die Kältezentrale. Sie sorgt dafür, dass rund 12.000 Büros, 1.000 Wohnungen und zahlreiche Kultureinrichtungen in der Nachbarschaft angenehm gekühlt sind. Die flexible Steuerung der Kälteerzeugung macht sie zu einem Motor der Energiewende. „Ich bringe Berlin auf Temperatur“, sagt Gunnar Schmidt stolz, der sich um die Anlage kümmert. Gunnar Schmidt kennt sich aus: „Über unser unterirdisches Leitungsnetz verteilen wir Fernkälte an Gewerbe- und Wohneinheiten. In Spitzenzeiten zirkulieren hier rund 5.300.000 Liter Kaltwasser in einer Stunde.“

Im Winter sind lediglich geringe Kälteleistungen gefordert. Daher sind nur vier Kühltürme im Trockenbetrieb im Einsatz. Die Erzeugung läuft über kleine Wärmetauscher. In den Sommermonaten steigt aufgrund der warmen Außenluft die Kälteleistung. Jedoch reicht die Rückkühlleistung nicht aus. Deshalb wird das Wasser mit Lüftern gekühlt. Insgesamt acht Kühltürme arbeiten dann auf Hochtouren. Vier davon sind reine Hybridkühltürme, vier weitere auch für reinen Nassbetrieb geeignet. „Sobald sich der Frühling ankündigt, schalte ich alle acht Hybridkühlturme auf Sommerbetrieb um“, erzählt Gunnar Schmidt.

Gunnar Schmidt nach Einschalten des Sommerbetriebs der Kühltürme, Foto: (C)_X21de

Gunnar Schmidt nach Einschalten des Sommerbetriebs der Kühltürme, Foto: (C)_X21de

Dann muss auch das große Wasserbecken gefüllt sein. Das passiert meist schon Anfang März. Für den Winterbetrieb wird es Ende November geleert, damit das Wasser nicht einfriert. In dieser Zeit können die Kollegen das Becken reinigen, auf schadhafte Stellen kontrollieren und gegebenenfalls reparieren.

Das ist Aufgabe der Kältetechniker

So hat das Team um Gunnar Schmidt die vergangenen Wintermonate genutzt, und zwei der acht Kühltürme generalsaniert. Die meisten Bauteile sind inzwischen 17 Jahre alt. Deshalb mussten Ventilatoren, Lüfter, Getriebe und Motor in die Revision. Einmal im Jahr bekommen die Getriebe einen Ölwechsel und die Kühltürme werden gründlich gereinigt. So bleibt die Technik in Schuss.

„Auf meinem täglichen Rundgang durch die Kältezentrale, kontrolliere ich die Kältemaschinen, den Wasserlauf an der Außenseite der Kühltürme, notiere alle Zählerstände und checke die Pumpen“, beschreibt Gunnar Schmidt seinen Arbeitsablauf. „Meine Kollegen auf der Wärmeleitwarte überwachen alle Veränderungen der Wassertemperatur und beobachten den kontinuierlichen Wasserlauf. Im Störungsfall können sie kurzfristig eingreifen.“

20. Geburtstag der Kältezentrale

Im Sommer gibt es Grund zum Feiern: die Kältezentrale am Potsdamer Platz und das Heizkraftwerk Mitte werden 20 Jahre alt. Besichtigungen in beiden Anlagen sind bereits im Vorfeld möglich zur Langen Nacht der Industrie am 10. Mai 2017.

Wer es bis dahin nicht erwarten kann, erfährt mehr auf der Messe „Wasser Berlin International 2017“. Die Fachmesse findet vom 28. bis 31. März 2017 auf dem Messegelände Berlin statt. Der Vattenfall Stand befindet sich in Halle 1.2.

Raffinierte Kältetechnik
Die Kühltürme in der Kältezentrale erbringen die Rückkühlleistung. Damit diese möglichst umweltschonend bereitsteht, sind zwei unterschiedliche Arten von Kühltürmen im Einsatz. Je nach benötigter Kälteleistung arbeiten Nass- oder Hybridkühltürme. Beide geben Abwärme aus dem Kühlwasser an die Umgebungsluft ab.Nasskühltürme, die im Spitzenlastfall eingesetzt werden, basieren auf dem Prinzip der Verdunstungskühlung. Hierbei wird die Luft angefeuchtet, erwärmt und über den Kühlturm in die Umgebung abgeleitet. Dabei verrieselt Wasser. Hybridkühltürme kombinieren den Verdunstungsprozess mit einem Wärmeaustauscher. Der Vorteil dabei: Mögliche Dampfschwaden in der Umgebungsluft werden vermieden.

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Gunnar Schmidt
Experte
24. März 2017

Seit 20 Jahren kümmere ich mich hier bei Vattenfall um Netzstationen und Kälteanlagen. Mein Berufsalltag ist sehr abwechslungsreich, denn ich bin viel unterwegs. Schließlich gehören zu meinem Arbeitsbereich verschiedene Wärme- und Kälteanlagen. So zum Beispiel die am Potsdamer Platz, Tiergartendreieck und die Netzstation in der Liebigstraße. Jede Station hat ihren eigenen Charme und jede erfordert andere Handgriffe. Das macht meine Arbeit so interessant.

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