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In der Mechatronik-Werkstatt | Ein Schüler am Pneumatik-Schaltmodell
Experte
18. März 2016
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Technik zum Anfassen – Schüler in der Praxis

Eine Schulkooperation mit Vattenfall: Schüler vom Heinrich-Heine-Gymnasium aus Hamburg-Poppenbüttel waren einen Tag im Bildungszentrum im Moosrosenweg 18 in Hamburg zu Gast.

Aus- und Weiterbildungszentrum, Moosrosenweg 18 in Hamburg, Foto: Vattenfall

Ausbildungszentrum im Moosrosenweg 18 in Hamburg, Foto: Vattenfall

1. März, kurz vor halb vier: In der Mechatroniker-Werkstatt des Bildungszentrums in Hamburg herrschte noch reges Treiben. Fünf Schüler vom Heinrich-Heine-Gymnasium räumten zusammen mit Auszubildenden des ersten Lehrjahres ihre Arbeitsmaterialien zusammen. Dieser Tag hat mal nicht im Klassenzimmer stattgefunden sondern in der Ausbildungswerkstatt bei Vattenfall, und auf dem Stundenplan stand Pneumatik.

Erst die Theorie

Um zu verstehen, was die Welt zusammenhält, war auch an diesem Tag das Vermitteln von ein wenig Theorie als Grundlage nötig. Danach konnten die Schüler die Inhalte gut für die Umsetzung der Aufgabenstellungen nutzen. Fynn Gendelmeyer, einer der beteiligten Azubis, erzählte: „Wir mussten uns die Kenntnisse letzte Woche ohne fremde Hilfe alle selbst erarbeiten“. Den Schülern erklären wir natürlich die theoretischen Grundlagen; allerdings nur das Nötigste, damit sie erst einmal versuchen, die Aufgabe selbst zu lösen und einen Schaltplan zeichnen.“

Die Schüler lernten somit genau die gleichen Inhalte kennen, die auch auf dem normalen Lehrplan eines Mechatronikers stehen. Schon nach kurzer Zeit hatten sie verstanden, was zu tun ist. Anhand ihrer – erst per Hand und dann am Computer erstellten Schaltpläne bauten sie ein Modell, mithilfe von Luftschläuchen, Zylindern und Ventilen zusammen, das eine automatische Schiebetür simulieren sollte.

Der Plan war gut, aber …

Pneumatikschalt-Modell in der Mechatronik-Werksatt, Foto: Vattenfall

Pneumatik-Schaltmodell in der Mechatronik-Werkstatt, Foto: Vattenfall

„Ich baue das einfach nach meinem Plan auf und gucke dann, ob alles funktioniert“, erzählte der 14-jährige Julius, während er ganz selbstverständlich die einzelnen Komponenten mit Luftschläuchen verband. In der Pneumatik läuft nämlich alles mit Druckluft. Nach kurzer Zeit hatte er alles aufgebaut und konnte testen, ob auch alles so funktionierte, wie er sich das vorgestellt und aufgezeichnet hatte.

Unter Aufsicht seines betreuenden Auszubildenden drehte Julius die Druckluft auf, sodass sie durch die Schläuche strömen konnte. Nach dem Betätigen eines Auslösers bewegten sich die Kolben des Zylinders, nur leider nicht im gewünschten Rhythmus. Schade aber auch. Jetzt hieß es, auf Fehlersuche gehen. Nicht ganz einfach bei der Vielzahl an verarbeiteten Luftschläuchen. Mit etwas Hilfe war das Problem aber schnell behoben und die nächste Aufgabe konnte in Angriff genommen werden.

Verstehen und verstanden werden

Im Laufe des Tages lernten die Schüler immer kompliziertere Problemstellungen kennen, bei denen die Fehlersuche im Versuchsaufbau schon einmal eine halbe Stunde dauern konnte. Umso größer war die Freude, wenn man den Fehler dann behoben hatte. Der Tag war nicht nur eine Herausforderung für die Schüler, sondern auch für die Auszubildenden.

Azubis technischer Ausbildung bei der Arbeit, Foto: Vattenfall

Azubis technischer Ausbildung bei der Arbeit, Foto: Vattenfall

Letztere hatten sich ja erst eine Woche zuvor mit den Aufgaben beschäftigt und durften ihr Wissen an die Acht- und Neunklässler weitergeben. „Ich hätte vorher nicht gedacht, dass die Schüler alles so schnell verstehen. Es hat Spaß gemacht, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Dadurch konnte man auch testen, ob man selbst alles verstanden hat und es anderen vermitteln kann“, beantwortete Richard Putscher die Frage, wie er den Tag erlebt hat.

Spaß ist gut für die Motivation

Bereits seit fünf Jahren besteht die Kooperation. Darin gibt die Schule besonders leistungsstarken Schülern die Möglichkeit, an Kursen aus verschiedenen Bereichen, wie z. B. Sprache, Sport oder Technik, teilzunehmen. Dirk-Rainer Gutsch, Lehrer am Heinrich-Heine-Gymnasium, begleitet die Schüler seit dem ersten Jahr.

Aus seiner Erfahrung weiß er zu berichten: „Es ist immer etwas Besonderes, dem „grauen“ Schulalltag gegenüber, praxisnah in einem Unternehmen etwas lernen zu können. Pneumatik-Systeme mal ganz praktisch kennenzulernen, ist in der Schule gar nicht möglich. Daher sind Spaß und Motivation der Schüler immer sehr hoch.“

Die Azubis und Schüler, die den Tag gemeinsam meisterten, Foto: Vattenfall

Die Azubis und Schüler, die den Tag gemeinsam meisterten, Foto: Vattenfall

Auch Udo Schöning, Ausbilder für Mechatroniker, ist jedes Mal positiv überrascht von den Schülern. „Sie verstehen alles immer sehr schnell und wir geben den Schülern gerne Informationen und Anregungen, um vielleicht einmal beruflich in solch eine Richtung zu gehen.“

Ob die Schüler später mal etwas im technischen Bereich oder etwas ganz anderes machen wollen, ist für einige noch nicht sicher. In einer Sache waren sie sich aber alle einig: Der Tag hat sehr viel Spaß gemacht!

Für den Start der Ausbildung im Herbst 2016 gibt es noch ein paar freie Plätze im kaufmännischen Bereich. Schauen Sie selbst Ausbildung und duales Studium bei Vattenfall

Lesen Sie weitere Beiträge im Blog zum Thema Ausbildung: 

„Einstieg 2016: Ticket zum Einstellungsgespräch“; „Zum Allrounder im Büro: Die Kaufmännische Ausbildung“„Ausbildungsstart: Techniknachwuchs in der Energiebranche“; „Berufswahl mit Energie: Lausitzer Azubis starten durch“

Mona Indorf
Experte
18. März 2016

Ich bin seit 2013 bei Vattenfall in Hamburg und habe im Rahmen meines Dualen Studiums in Business Administration schon einige Unternehmensbereiche kennengelernt. In den Theoriephasen studiere ich an der Hamburg School of Business Administration. Mir gefällt die enge Verbindung zwischen Theorie und Praxis während des Studiums, sodass man sich in den verschiedenen Abteilungseinsätzen sehr gut einbringen kann. Im Rahmen meiner Bachelor Arbeit, die ich in der Berufsausbildung zum Thema Ausbildungsmarketing schreibe, habe ich den Tag mit den Schülern begleitet, Fragen beantwortet und natürlich welche gestellt.

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