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Kabelverlegung / Foto: Egon Klebe, Bergedorfer Museumslandschaft
Experte
15. September 2017
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Unter Strom – Energie im Museum

Energie durchzieht unseren gesamten Alltag: Wir schalten das Licht ein, kochen, heizen, fahren Auto oder Zug, telefonieren, nutzen das Internet,... Aber woher kommt die Energie und was wäre ohne sie?

Das Museum Bergedorf im Osten Hamburgs fragt in seiner Ausstellung „Unter Strom“  nach Ursprung und Zukunft unserer Energieversorgung. Bergedorf bietet sich für eine solche Frage an. Der Ort deckt eine immense Bandbreite der Energiegewinnung ab – von Wasser, Kohle, Wind bis hin zu Gas, Öl, Kernenergie und modernen Power-to-Gas-Verfahren.

Ochsenwerder / Foto: Anton Joachim Christian Bruhn. Museum für Kunst und Gewerbe.

Zwischen Wasser, Wind und Sonne

Bergedorf entsteht vor gut 800 Jahren – damals bereits wurde Wasserkraft genutzt und eine Kornwassermühle betrieben. Der eigens dazu angelegte Billestau vor dem späteren Bergedorfer Schloss prägt bis heute das Stadtbild. Reichtum und Wachstum Bergedorfs entstehen aus der Nutzung der Windkraft. Mehrere hundert Schöpfmühlen entwässern im 17. Jahrhundert das Landgebiet der Vier- und Marschlande und machen es zu einem der reichsten und fruchtbarsten Gartenanbaugebiete Deutschlands. Die lokalen Gartenbauern erhöhen die Ernteerträge geschickt, indem sie die Sonnenkraft für Mistbeetkästen und Gewächshäuser nutzen.

Öl- und Gasförderung

Bei einer Trinkwasserbohrung im Bergedorfer Stadtteil Neuengamme wird 1910 zufällig Erdgas entdeckt. Das Gas entzündet sich und bildet über Tage die mehr als mannshohe „Flamme von Neuengamme“. Der Unfall zieht so viele Schaulustige in die Vierlande, dass Sonderzüge aus Hamburg eingesetzt und Ansichtskarten gedruckt werden. Die Explosivität des Gases hält die Bergedorfer seinerzeit auch nicht davon ab, Gasballons abzufüllen und steigen zu lassen.

Historische Postkarten von der Ballonfüllung und von der Flamme von Neuengamme, 1910. Bergedorfer Museumslandschaft

Bohrtürme in Reitbrook. Foto: ENGIE

 

Kurz nach der Entdeckung der Gasquellen wird auch Erdöl unter Bergedorf gefunden. In den 1940er Jahren wächst Bergedorf zum größten Erdölförderstandort Deutschlands. Der Höchststand der Förderung liegt Ende der 1960er Jahre – allerdings wird bis heute ununterbrochen gefördert.

Kernkraft

Direkt an Bergedorfs Grenze steht in Geesthacht das Kernkraftwerk Krümmel. Im Zuge des Ausstiegs aus der Kernenergie nach dem Unfall in Fukushima wird auch die Anlage in Krümmel 2011 stillgelegt.

Energiewende

Die Wende zu erneuerbarer Energie wird in Bergedorf bereits 1991 eingeleitet, als der erste von heute vier Windparks in den Vier- und Marschlanden entsteht. Auch die Solarenergie in Bergedorf ist auf dem Vormarsch: 437 Photovoltaikanlagen erzeugen in Bergedorf 2016 bereits über 4450 MWh Energie. Seit 2015 ist hier außerdem das Technologiezentrum Energie-Campus Hamburg der Hochschule für Angewandte Wissenschaften angesiedelt. Gemeinsam mit Privatfirmen erforscht die Hochschule vor Ort Möglichkeiten der Speicherung erneuerbarer Energien. Teil des Zentrums sind ein Wind- und ein Smart Grid-Labor.

Blick auf das Heizkraftwerk Tiefstack, Foto: Egon Klebe, Bergedorfer Museumslandschaft

Blick auf das Heizkraftwerk Tiefstack, Foto: Egon Klebe, Bergedorfer Museumslandschaft

 

Exkursionen und Diskussionen

Welche Energieträger können in Zukunft den steigenden Energiebedarf decken? Ist grundsätzlich ein Umdenken beim Verbrauch notwendig? Diese und andere Fragen können Ausstellungsbesucher im Begleitprogramm der Ausstellung diskutieren. Exkursionen führen unter anderem zu den von Vattenfall betriebenen Heizkraftwerken Moorburg und Tiefstack, zum Pumpspeicherwerk Geesthacht und zur Fischaufstiegsanlage.

 

Ausstellung:
Unter Strom – Energie in Bergedorf

Bergedorfer Schloss, Foto_(c) K. Pfeifer

16. September 2017 bis 30. Juni 2018
Di bis So, 11 bis 17 Uhr im Museum für Bergedorf und die Vierlande, Bergedorfer Schlossstraße 4, 21029 Hamburg

 

 

 

 

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Links

Bergedorfer Museumslandschaft

Zur Ausstellung: Unter Strom – Energie in Bergedorf

Begleitprogramm zur Sonderausstellung: Unter Strom – Energie in Bergedorf

Bergedorfer Museumslandschaft für Kinder – Kinderprogramme

Dr. Schanett Riller
Experte
15. September 2017

Als Historikerin leite ich seit 2013 die Bergedorfer Museumslandschaft. Dazu gehören das Museum für Bergedorf und die Vierlande, das Freilichtmuseum Rieck Haus sowie das Besucherzentrum Hamburger Sternwarte. Die Bergedorfer Museen dokumentieren die Geschichte Bergedorfs und zeigen jedes Jahr Wechselausstellungen zu aktuellen Gesellschaftsthemen.

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