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Kampagnenmotiv Marzan Hellersdorf
Experte
18. Mai 2015
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Neue Vattenfall Plakatkampagne in Berlin

„Energie für die Sonnenallee. Und die Sonnenbank.“, „Energie für Mitte. Und alle anderen Laufstege.“ oder „Energie für den Hauptmann. Und sein Köpenick.“ – das sind nur einige neue Plakat-Headlines, mit denen sich Vattenfall ab heute in den Hauptstadtkiezen großflächig präsentiert. Und was will das Unternehmen den Berlinern damit sagen? Anne-Katrin Reinecke von der Vattenfall GmbH: „Vattenfall ist nicht nur schlechthin Energiedienstleister, sondern ein elementarer Teil dieser Stadt. Wir kennen Berlin und die Berliner, sind Partner und Nachbar. Kurzum: Wir sind Berliner für Berliner.“

Doch was steckt eigentlich hinter so einer Plakatkampagne? Was ist hinter den Kulissen passiert? Lesen Sie dazu unser Interview mit den Machern von der Kreativagentur DDB Berlin Hans-Hinrich Brandt (Berater) und Florian Hucker (Senior Art Director).

Wenn so ein Auftrag für eine Kampagne ins Haus flattert, flattern da auch die Nerven?

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Die Macher auf Agenturseite: Florian Hucker und Hans Brandt

Hans Brandt: Ich würde eher sagen, da klopft das Herz – vor Freude und Anspannung. Denn der Auftrag war schon eine besondere Herausforderung. Immerhin galt es, den Menschen direkt in den Berliner Bezirken und Kiezen zu zeigen, dass Vattenfall für sie mehr als nur ein Energiedienstleister ist. Eine spannende, aber keine einfache Aufgabe! Denn jeder Bezirk, jeder Kiez ist anders, hat andere Voraussetzungen und Bedürfnisse die bedacht werden müssen.

Wie sind Sie an die Umsetzung herangegangen?

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Motiv Energie für Kreuzberger Nächte. Und ruhige Abende. Grafik: DDB

Florian Hucker: Mit strukturierter Arbeit und viel Recherche. Das heißt, zuerst haben wir ein Kreativteam aus mehreren Art-Direktoren und Textern gebildet. Es galt, das Kernversprechen, das Vattenfall der Stadt macht, klar und prägnant zu kommunizieren. Das war mit „Energie für Berlin“ gefunden und damit auch unser Sprungbrett hinein in die Berliner Stadtbezirke. Dort suchten wir nach dem größten gemeinsamen Nenner. Denn die Stadtbezirke sind ja nicht homogen, haben Ecken und Kanten und das Repertoire ist unerschöpflich. Zudem wollten wir nicht in Klischees verfallen, uns denen aber auch nicht verschließen.

Wie ist das gelungen?

Florian Hucker: Wir sind in die Kieze gegangen, haben mit den Menschen, die dort leben, gesprochen. Kollegen bei Vattenfall und in der Agentur haben ihre Kiezerfahrungen einfließen lassen. Und natürlich haben wir auch online recherchiert.

Doch wie verlief die Ideenfindung an sich – am Schreibtisch, am Stammtisch?

Kampagnenmotiv_Pankow

Kampagnenmotiv Energie für Pankow. Und für Punkrock. Grafik: DDB

Florian Hucker: Da hat jeder von uns im Team so seine eigenen Methoden. Ich sitze gern am Schreibtisch, andere denken auf den Fahrrad nach, brauchen viel Kaffee und Schokolade. Unser Juniortexter Christian Hartmann hat sogar im Kampagnenduktus geträumt. Und es ist ja auch nicht so, dass jede Idee gleich die Endfassung ist. Im Gegenteil. Praktisch bedeutet eine Ideenfindung immer: Nachdenken, ausdenken, aufschreiben, wegwerfen, neu schreiben – noch mal und noch mal. Der Teufel und die meiste Arbeitszeit stecken im Detail. Geschätzt haben wir bestimmt rund 1.000 Headlines für diese Kampagne entworfen.

Dann sind da ja noch die Plakat-Illustrationen …

Florian Hucker: An die Illustrationen haben wir uns erst gesetzt, als die jeweilige Headline final feststand. Auch hier ging es mal schnell, mal weniger schnell. Und unser Anspruch war derselbe wie bei der Headline: Sie muss den Bezirk widerspiegeln, dass, was die Menschen und Vattenfall dort bewegt und eint. Und sie muss liebevoll gestaltet werden.

Welche Bezirke haben es Ihnen leicht, welche schwerer gemacht?

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Motiv Energie für Pilotprojekte. Und alle die durchstarten wollen. Grafik: DDB

Florian Hucker: Spandau war zum Beispiel eine Herausforderung. Da gibt es die Zitadelle, die Altstadt, die Havel. Doch was verbindet? Und bei der Recherche fanden wir heraus, dass Spandau zwar zu Berlin gehört, aber sich doch gern als eigene Havelstadt sieht – mit dem großen Berlin nebenan. So kamen wir auf die Headline: „Energie für Spandau. Und den Ort daneben“. Einfacher war es für Berlin-Mitte. Hier arbeiten wir, hier sind wir jeden Tag unterwegs, kennen uns aus. Hier flaniert das Leben, gibt es die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und so kamen wir schnell auf „Energie für Mitte. Und alle anderen Laufstege“. Doch ob leicht oder schwer, immer stand der Anspruch zu zeigen, dass dem Unternehmen Vattenfall jeder Bezirk mit seinen Menschen und seinen Eigenheiten wichtig ist, es keine Unterschiede gibt. Vattenfall ist für alle da – diese Botschaft galt es, charmant und sympathisch rüberzubringen, durchaus auch mit etwas Berliner Schnauze.

Wie verlief die Zusammenarbeit mit Vattenfall in diesem Prozess?

Hans Brandt: Sicher hat nicht jede Idee unseren Kunden Vattenfall sofort überzeugt. Bei einigen Motiven gab es durchaus unterschiedliche Meinungen. Wenn wir nicht überzeugen konnten, dann hieß es: zurück an den Schreibtisch. Hinzu kamen viele Abstimmungsschleifen. Das ist aber normal in so einem Prozess.

Das Ergebnis nach gut einem Jahr Arbeit sind 12 Motive, die ab heute in den Berliner Bezirken auf rund 1.000 Flächen den Hauptstädter ansprechen und auf Vattenfall aufmerksam machen sollen. Wie ist Ihre Stimmungslage?

Hans Brandt: Wir haben ein gutes Gefühl. Dennoch bleiben Herzklopfen und Anspannung nicht aus. Wie werden die Berliner auf die Kampagne reagieren? Werden sie sie annehmen? Auf jeden Fall haben wir die Bezirke, Kieze, die Berliner über die gesamte Zeit noch intensiver kennengelernt. Sie sind uns sozusagen ans Herz gewachsen und wir alle, Vattenfall und das Kreativteam von DDB, haben sehr viel Arbeit und Herzblut in diese Kampagne gesteckt. Sie steckt buchstäblich voller Energie.

 

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Anne-Katrin Reinecke
Experte
18. Mai 2015

Als stellvertretende Leiterin der Regionalen Kommunikation Berlin verantworte ich unter anderem die Kampagne „Energie für Berlin“, Medienkooperationen sowie verschiedene Projekte. Zuvor habe ich in unterschiedlichen Funktionen im Bereich Brand Communications und Sponsoring bei Vattenfall gearbeitet. Mit kurzen Unterbrechungen seit knapp 20 Jahren in Berlin lebend, schätze ich meinen eigenen Kiez natürlich ganz besonders – entdecke aber auch gerne immer wieder Neues über die Bezirksgrenze hinaus.

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