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Experte
22. September 2015
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Vattenfall kündigt nächsten Schritt im Braunkohle-Verkaufsprozess an

Potenzielle Bieter sind ab sofort eingeladen, ihr offizielles Interesse an Vattenfalls deutschen Braunkohleaktivitäten abzugeben – das Herantreten an den Markt ist ein wesentlicher Schritt im Braunkohle-Verkaufsprozess und bei der Umstellung des Energieerzeugungsportfolios.

Vattenfall hat am 22. September eine Anzeige in der Financial Times veröffentlicht, um formal an den Markt heranzutreten. Dies ist ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie bei der Umstellung des Erzeugungsportfolios. Die geplante Veräußerung umfasst das gesamte Geschäft der Braunkohleverstromung und des Braunkohletagebaus von Vattenfall in Deutschland, also die Kraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe in Brandenburg, außerdem Boxberg und Block R der Anlage Lippendorf in Sachsen sowie alle dazugehörigen Tagebaubetriebe in der Lausitz (Jänschwalde, Nochten, Reichwalde,Welzow-Süd und Cottbus Nord).

Wasserkraftwerke sind zusätzliche Option

Die Interessenten haben auch die Gelegenheit, zusätzlich zum deutschen Braunkohlegeschäft für ein Portfolio von zehn Wasserkraftwerken zu bieten, die nicht weit vom Braunkohlerevier in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt beheimatet sind. „Diese Anlagen können eine attraktive komplementäre Ergänzung zum Braunkohlegeschäft darstellen“, sagt Vattenfalls CEO Magnus Hall. „Vattenfall wird jedoch nur ein Geschäft akzeptieren, bei dem die Braunkohle gemeinsam mit den Wasserkraftanlagen veräußert wird. Die Wasserkraft steht nicht separat zum Verkauf.“

Endgültiger Abschluss in 2016

Interessenten müssen jetzt eine Interessenbekundung abgeben. „Wir werden die Interessenten dann eingehend prüfen, um sicherzustellen, dass es sich um glaubwürdige Bieter handelt. An diesem Punkt beginnt das reguläre Transaktionsverfahren“, erläutert Magnus Hall und ergänzt, dass der gesamte Veräußerungsprozess voraussichtlich bis in das Jahr 2016 hinein dauern wird. „Wir können zwar angesichts der Komplexität und des Umfangs dieser Transaktion keinen genauen Zeitplan angeben, sind jedoch aufgrund der gründlichen Vorbereitung in den vergangenen Monaten zuversichtlich, dass wir planmäßig vorankommen können.“

Der Veräußerungsprozess muss aufgrund der in den vergangenen Monaten in Deutschland geführten intensiven Debatte über die politischen Rahmenbedingungen für Braunkohle verlängert werden. „Der Vorschlag der Bundesegierung, eine Braunkohlekapazitätsreserve zu schaffen, brachte die nötige Klarheit, um den Verkaufsprozess zu eröffnen“, so Magnus Hall. „Angesichts der enormen Bedeutung dieser Transaktion innerhalb der deutschen Energielandschaft ist ein großes Interesse von Medien und Stakeholdern zu erwarten. Wir führen diese Verfahren wie immer mit hoher Vertraulichkeit durch und werden keine Kommentare zu allen Fragestellungen abgeben können.“

Deutschland ist und bleibt ein Kernmarkt

„Die Veräußerung unseres Braunkohlegeschäfts ist ein wichtiger Schritt zur Erfüllung der Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens“, sagt Magnus Hall abschließend und bekräftigt, dass Deutschland für Vattenfall ein Kernmarkt bleiben wird. „Wir haben dort mehr als drei Millionen Endverbraucher als Kunden, ein ehrgeiziges Investitionsprogramm für unser Wärmegeschäft, ein erfolgreiches Netzgeschäft in Berlin, eine professionelle Großhandelseinheit und unsere Aktivitäten im Bereich Windenergie.“

Mehr Infos zur Vattenfall Gruppe finden Sie unter news.vattenfall.com

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