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Die Hamburg Towers in Aktion
Experte
7. November 2016
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Vom Pfirsichkorb zum Weltsport

Basketball ist ein Spitzensport. Und wie jede Sportart, hat auch diese mal klein angefangen. 1891 in Kanada. In Hamburg erobern seit 2014 die Hamburg Towers, Basketball Zweitligist, die Herzen der Hanseaten. Es folgt ein kleiner Ausflug in die Geschichte und Regeln des Basketballs.
Die Höhe des Basketballkorbes ist international einheitlich, Foto: Vattenfall

Die Höhe des Basketballkorbes ist international einheitlich, Foto: Vattenfall

Wir schreiben das Jahr 1891. Der kanadische Arzt und Lehrer James Naismith ist für seine Studenten auf der Suche nach einer schnellen Hallensportart für die Winterzeit. Außerdem wollte er das Verletzungsrisiko, wie beispielsweise beim American Football, minimieren. So überlegte sich Naismith, dass die „Tore“ auf eine andere Ebene als die Spieler gebracht werden müssten. Gemeinsam mit dem Uni-Hausmeister fanden sie Pfirsichkörbe, die sie an einer Empore befestigten. Diese zufällig bestimmte Höhe von 3,05 Meter ist bis heute international gültig. Damit war es vollbracht und das Basketballspiel geboren.

Vier mal zehn macht neunzig

Um zu verhindern, dass die Zuschauer von der Galerie die Korbwürfe beeinflussen, wurde kurzum ein Brett dahinter montiert. Die Schulsekretärin half Lehrer Naismith kurzerhand bei der Erstellung der 13 Grundregeln, die bis heute fast unverändert geblieben sind. Das erste offizielle Basketballspiel fand am 20. Januar 1892 in Springfield statt.

Bei diesem Mannschaftsspiel versuchen die jeweils fünf Feldspieler und bis zu sieben Auswechselspieler, den Ball in den gegnerischen Korb zu werfen. Die Spieler können beliebig oft gewechselt werden.

Jeder Treffer in den Korb zählt je nach Entfernung zwei oder drei Punkte. Ein getroffener Freiwurf einen Punkt. Läuft ein Spieler mit dem Ball ohne zu dribbeln, begeht er einen Schrittfehler. Ein Spiel besteht aus vier Viertel, die jeweils zehn Minuten lang sind. Allerdings wird durch Fouls und Ausbälle sehr oft unterbrochen und die Zeit angehalten. Die tatsächliche Spiellänge liegt ungefähr bei 90 Minuten.

Hingabe, Ausdauer und Siegeswillen

Das Spielfeld beim Basketball ist genau aufgeteilt.

Das Spielfeld beim Basketball ist genau aufgeteilt.

Die Spieler brauchen Kondition, Koordination und Konzentration, um die schwierigen Bewegungsabläufe und die blitzschnellen Richtungswechsel zu meistern. Aber das reicht noch nicht: Ein gutes Team lebt auch von Hingabe, Ausdauer, Siegeswillen, taktischem Verständnis, Fairness und Teamwork jedes einzelnen Spielers. Es gibt fünf Positionen beim Basketball: Der Center ist meistens der längste und kräftigste Spieler im Team. Er bewacht den eigenen Korb und bildet mit den Flügelspielern das Vorfeld, den Frontcourt. Das Rückfeld, den Backcourt, bilden der Shooting und Point Guard. Der Small Forward ist besonders vielseitig und punktet zusammen mit dem Power Forward in den gegnerischen Korb. Viele Spieler sind aber häufig nicht nur auf einer Position. Beim modernen Basketball sind die Aufgabenbereiche nicht immer klar abgegrenzt. Erobert oder erhält eine Mannschaft den Ball in ihrer Spielfeldhälfte, muss sie diesen innerhalb von acht Sekunden in die Hälfte des Gegners bringen, sonst bekommt die andere Mannschaft den Ball. Ein Angriff darf höchstens 24 Sekunden dauern, sonst wechselt der Ball.

450 Millionen Basketballer

Schnell, spannend, mitreißend – Basketball ist ein faszinierender Sport und wurde mit der Zeit immer beliebter. Seit 1936 ist die Sportart auch olympisch.

Beim Basketball treten zwei Teams mit je fünf Spielern gegeneinander an. Es gibt fünf Positionen.

Beim Basketball treten zwei Teams mit je fünf Spielern gegeneinander an. Es gibt fünf Positionen.

Erste Berufsligisten wie die 1946 gegründete nordamerikanische Profiliga National Basketball Association (NBA) entstanden. Seit 1949 ist Basketball in Deutschland im Deutschen Basketball Bund (DDB) organisiert. Europameisterschaften werden seit 1957 alle zwei Jahre ausgetragen. Und alle vier Jahre findet in einem jeweils einem anderen Land eine Basketball-Weltmeisterschaft statt, die vom Weltbasketballverband FIBA veranstaltet wird.

Heutzutage ist Basketball auch ein weltweites Milliardengeschäft. Laut FIBA spielen etwa 450 Millionen Menschen weltweit Basketball. Der Sport hat global, insbesondere in den USA, China und Südeuropa einen hohen Stellenwert. Die Spiele werden zu Großereignissen. Und Bekleidungs- und Schuhfirmen werben mit den Stars und bringen sie auf die Kinoleinwand oder in Computerspiele. Die besten Spieler zählen zu den höchstbezahltesten Profisportlern in der Welt.

Eroberung der Hanseatischen Herzen

Der Pointgard-Spieler dribbelt ballsicher und behält die Übersicht.

Der Pointgard-Spieler dribbelt ballsicher und behält die Übersicht, Foto: Vattenfall

Auch wenn in Deutschland Fußball der unangefochtene König des Sports ist, nimmt die Beliebtheit für Basketball stetig zu. Große Fußballvereine wie der FC Bayern München haben ihren eigenen Basketball-Club. In Hamburg spielt sich der Basketball Zweitligist, die Hamburg Towers, in die Herzen der Hanseaten. Erst seit 2014 spielen sie in der Bundesliga ProA und haben es in der letzten Saison bis in die Playoffs geschafft. Hier spielen die besten acht Mannschaften um den Aufstieg in die 1. Basketball-Bundesliga.

Die Arena am 6. November voll besucht und begeistert vom Spiel, Foto: Vattenfall

Die Arena am 6. November voll besucht und begeistert vom Spiel, Foto: Vattenfall

Beim vergangenen Doppelspiel-Wochenende in der heimischen Inselpark-Arena ging es zur Sache, mit dem Ergebnis: Ein Sieg am Freitag gegen die Oettinger Rockets und eine Niederlage. Am Sonntag gegen die Crailsheim Merlins verloren die Hamburg Towers das Spiel knapp mit 84:90. Aber das tut der Stimmung keinen Abbruch, die Hamburger stehen hinter ihrer Mannschaft und fiebern dem nächsten Spiel entgegen. Auch Vattenfall unterstützt die Hamburg Towers für weitere zwei Jahre und gab vor den mehr als 2.500 Fans die vorzeitige Vertragsverlängerung bekannt.

Links

Hamburg Towers: Das letzte Heimspiel
Vattenfall Engagement im Basketball

Marvin Willoughby
Experte
7. November 2016

Ich komme aus Hamburg und bin in Wilhelmsburg aufgewachsen. Bis vor 10 Jahren war ich Basketball-Profi und habe in der Deutschen Nationalmannschaft gespielt. Mit 27 Jahren musste ich wegen einer Sprunggelenksverletzung meine Profi-Karriere beenden. Mit Freunden entwickelte ich die Idee, mit Basketball die Kids von der Straße zu holen und ihnen durch den Sport Werte zu vermitteln. Daraus ist der Verein „Sport ohne Grenzen“ entstanden, aus dem wiederum die Hamburg Towers gewachsen sind.

  • Experte
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