Alle Themen
Fesselnde Wärme - eine Filmszene
Experte
28. Juli 2017
Zurück

Wärmeleitwarte: Grüne Welle für Fernwärme

Im neuen Imagefilm der Vattenfall Wärme Berlin ist sie für einen kurzen Augenblick zu sehen: die Wärmeleitwarte in Prenzlauer Berg. Von hier aus wird die Berliner Fernwärme gesteuert. Nur wenige haben die Gelegenheit, einen Blick in die Wärmeleitwarte zu werfen. Deshalb übernehmen wir das heute einmal für Sie.

Die Wärmewarte, wo das Herz der Berliner Fernwärmeversorgung schlägt, Foto: Vattenfall

In dem ovalen Raum der Berliner Wärmeleitwarte herrscht konzentrierte Stille. Mehrere Mitarbeiter kontrollieren ein Dutzend Computerbildschirme und einen großes, leuchtendes Display, das das Berliner Fernwärmenetz abbildet. Der zehn Meter breite Netzplan erinnert an eine Verkehrsleitzentrale. So falsch ist der Vergleich nicht. Nur dass es keine Fahrzeuge sind, die sich über die Trassen bewegen, sondern einige Millionen Liter Fernwärmewasser.

Die Rohre sind so etwas wie die Stadtautobahnen, die Pumpstationen fungieren als Kreuzungen. Manchmal gibt es auch Umleitungen, Sackgassen oder Unfälle. Zum Beispiel weil ein Bagger bei Bauarbeiten ein Rohr beschädigt hat. Dadurch kommt es zu einem Druckabfall, der sofort auf dem Netzplan angezeigt wird. Dann zoomen sich die Kollegen der Wärmeleitwarte durch ihre Karte, bis sie die Stelle gefunden haben und regeln die Umleitung. Der „Fernwärmeverkehr“ nimmt dann einen anderen Weg. Meistens fließt er ruhig und ohne Probleme, wie bei einer gut getakteten, grünen Welle.   

Fernwärme: Spitze auch in Spitzenzeiten 

Über riesige Monitorwände wird der Fernwämeverlauf genauestens verfolgt und kontrolliert. Foto: Vattenfall

Mit mehr als 100 Grad schießt das Fernwärmewasser aus den Berliner Heizkraftwerken in die Rohre. Die Wandkarte in der Wärmeleitwarte zeigt an, wie viel gerade aus welcher Anlage kommt: 6.300 Kubikmeter pro Stunde vom Kraftwerk Klingenberg, 7.200 aus dem Heizkraftwerk Mitte, 4.300 aus dem Heizkraftwerk Reuter West und so weiter. Bei großer Kälte wird der Druck erhöht, damit mehr Wärme in die Gebäude strömen kann. Besonders hoch schießt der Verbrauch vor allem zu Wochenbeginn im Winter, wenn die Büros überall möglichst schnell wieder warm werden sollen.

Für das Team der Wärmezentrale gehören solche Spitzenzeiten zum Alltag und führen keines­wegs zu erhöhtem Puls. Die Mitarbeiter sind stolz darauf, die umweltfreundliche Fernwärme zu mehr als einer Millionen Berliner Haushalte zu leiten. Wärme, wie es im Filmtext heißt, „so individuell wie Berlin.“

Zahlen und Fakten zur Berliner Fernwärme: 

Wärmeversorgte Wohneinheiten:      rund 1,2 Millionen

Anzahl der Heizkraftwerke:                  11

Anzahl der Blockheizkraftwerke:        86

Länge der Rohrleitungen:                     1.940 Kilometer

Anzahl der Netzstationen:                    75

Wachstum pro Jahr (durchschnittlich):

–             Länge der Rohrleitungen 20 bis 25 Kilometer

–             Zuwachs versorgter Wohnungen 20.000

Der Film

Themenverwandtes aus dem Blog

Film:Wärme so individuell wie Berlin
Kunstwerke am Heizkraftwerk Mitte
3D-Druck Bauteile kommen im HKW Mitte zum Einsatz
Technikaustausch: Revision im HKW Mitte

 

Alf Geßner
Experte
28. Juli 2017

Ich wurde in Berlin geboren und bin hier aufgewachsen. Nach dem Abitur habe ich Maschinenbau studiert. Ich arbeite seit mehr als 30 Jahren im Unternehmen und bin während dieser Zeit „der Wärme“ immer treu geblieben. Ob Betrieb, Technik oder Vertrieb – in allen Bereichen habe ich schon gewirkt. Derzeit bin ich für den Ausbau der Fernwärmeverteilung und den Betrieb der Fernwärmeanlagen in Berlin verantwortlich. Eines meiner spannendsten Projekte derzeit besteht darin, mit der Wärmeleitwarte den Einsatz der Kraftwerke und das Fernwärmenetz zu steuern. Für die Zukunft haben wir geplant, das Fernwärmenetz smart zu gestalten.

  • Experte
    Iman Farhangian Iman Farhangian
    18. August 2017

    Integration – ein Erfahrungsbericht

    Ich bin 36 Jahre alt, stamme aus dem Iran und arbeite bei Vattenfall bei der Fernwärmenetz-Instandhaltung als Schweißer. Es ist [...]
  • Experte
    Linus Günther Linus Günther
    16. August 2017

    Fledermäuse und digitaler Datenfang

    Ich bin in Trier aufgewachsen, habe dort Biogeographie studiert und bin 2011 als Diplomand nach Berlin ins Naturkundemuseum gekommen. Dort [...]
  • Experte
    Giselind Rinn Giselind Rinn
    14. August 2017

    Ein Klassenzimmer im Grünen – IGA Berlin 2017

    Ich bin aus Bayern zum Studieren nach Berlin gekommen und (wie viele) hier hängengeblieben. Meine Leidenschaft gilt der Vermittlung von [...]