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Experte
14. September 2016
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Was Diversität mit Innovation zu tun hat

Vielfalt in der Belegschaft geht einher mit einer Vielfalt an Sichtweisen, Erfahrungen, Wissen und Kompetenzen. Das regt den Austausch an, fördert das kreative Denken und damit die Entstehung von Innovationen. Davon gehen Wissenschaftler aus, die sich mit dem Aspekt der Diversität in Unternehmen und Teams beschäftigen. Unternehmen reagieren und passen ihre Kultur an.

Diversität schafft Innovation. Das sagen Experten der Bertelsmann Stiftung. Teams, in denen sich Mitarbeiter durch ihr Geschlecht, ihr Alter, ihre Religion, ihre Herkunft oder ihre sexuelle Orientierung unterscheiden, kommen auf vielfältigere Ideen als homogene Abteilungen.

Verschiedene Sichtweisen bieten passendere Lösungen

Diversitäts-Experte Dr. Alexander Böhne von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) sieht verschiedene Gründe, warum eine bunte Belegschaft in Verbindung mit einer „inkludierenden“ Unternehmenskultur zu Innovationen führt. Inklusion bedeutet dabei, dass Mitarbeiter ermutigt werden, von ihren Ideen zu erzählen und andere ihnen dabei gerne zuhören. „Gleichheit kann zu stets gleichen Entscheidungen führen. Homogene Teams haben daher unter Umständen blinde Flecken“, sagt Alexander Böhne.

Diversität im Job - in vielen Unternehmen schon Realität, Foto: Vattenfall

Diversität im Job – in vielen Unternehmen schon Realität, Foto: Vattenfall

Unternehmen mit einer heterogenen Mitarbeiterstruktur hingegen blickten mit unterschiedlichen Sichtweisen auf Probleme. Das breitere Spektrum an Fachkenntnissen, Erfahrungen und kritischen Urteilen führe zu neuen Ideen und passenderen Lösungen. „Unternehmen müssen heute in einer Welt zurechtkommen, in der Kunden wechselnde und individuelle Ansprüche haben“, sagt der BDA-Experte. Um dem gerecht zu werden, bräuchten Unternehmen Kreativität und die Fähigkeit, sich innerhalb kurzer Zeit an neue Umstände anzupassen. Dies können vielfältige Belegschaften gut abbilden.

Einen anderen Grund sieht Alexander Böhne in der Motivation einzelner Beschäftigter: „Menschen, die etwa ihre sexuelle Neigung nicht verbergen müssen, arbeiten befreiter und motivierter.“ Er bezieht sich dabei auf Berichte von Unternehmen, wie sie zum Beispiel von der Stiftung Prout at Work in einer Studie über große deutsche Firmen präsentiert werden. Hier zeigt sich, dass vor allem Unternehmen profitieren, die auf neue Marktsituationen reagieren müssen. „Wenn Unternehmen neue Geschäftsfelder erschließen oder Marktveränderungen abschätzen müssen, kann Diversity ein Innovationstreiber sein.“

Verschiedene Generationen lernen voneinander

Diversität im Job - in vielen Unternehmen schon Realität, Foto: Vattenfall

Diversität im Job – in vielen Unternehmen schon Realität, Foto: Vattenfall

Das hat auch Vattenfall erkannt und eine Vielfalt- und Inklusion-Strategie festgelegt. Denn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit unterschiedlichen Sichtweisen zu beschäftigen, schafft nach Ansicht des Unternehmens die Voraussetzung für besseren geschäftlichen Erfolg. „Vattenfall braucht neue Ideen und unterschiedliche Sichtweisen. Eine Kultur der Vielfalt ist dafür unabdingbar“, sagt Kerstin Riesch, Leiterin des Mittel- und Niederspannungsnetzes bei Vattenfall und Vorsitzende des Vattenfall Netzwerks „Diverse Energy“ in Deutschland. Für sie ist Diversität die Voraussetzung für Wachstum und Innovation.

 

Generationen lernen voneinander, Foto: Photographee.eu

Generationen lernen voneinander, Foto: Photographee.eu

Die Praxis zeigt, dass sich beispielsweise der Altersunterschied zwischen Kollegen auf die Gestaltung von Arbeitsprozessen auswirkt. „Junge Kollegen sind mit Apps und Facebook groß geworden“, sagt Kerstin Riesch. Das macht es ihnen leichter, sich in digitalen Arbeitsprozessen zurecht zu finden. „Antrag vorlegen, Genehmigung einreichen, Unterschrift einholen – was früher in mühseligen Arbeitsschritten verrichtet wurde, macht heute eine App. Um diese aber zu erstellen, braucht man Menschen, die von der Technologie überzeugt sind.“ In der Regel seien das die jüngeren Kollegen.

 

Links

Bertelsmann Studie

Studie Prout at Work

Diversity: Zu jeder Zeit ein Thema

Vielfalt unternehmen: Deutscher Diversity-Tag

Dr. Alexander Böhne
Experte
14. September 2016

Ich bin seit 2007 in Berlin bei der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände als stellvertretender Leiter der Abteilung Arbeitsmarkt und betriebliche Personalpolitik tätig. Zudem arbeite ich als Lehrbeauftragter an der Universität der Künste zu den Themen Einführung in die BWL und Entrepreneurship und war 2012 in einer Expertenkommission der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zum Abbau von Altersdiskriminierung in Deutschland. Meine Doktorarbeit schrieb ich zu Identifikations- und Motivationspotentialen älterer Arbeitnehmer. Das Thema Diversity Management hat mich schon während meines Studiums gereizt - meine beruflichen Erfahrungen haben mir dann gezeigt, dass eine bewusst genutzte Vielfalt ein Gewinn für Arbeitgeber und Beschäftigte gleichermaßen ist.

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