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5. Oktober 2017
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Berufliche und persönliche Weiterentwicklung – manchmal ein Spagat

Wer optimistisch und guter Dinge in den Arbeitsalltag startet, hat vieles richtig gemacht. Vattenfall Mitarbeiter Raiko Behrens ist zufrieden. Er hat seinen Bürojob mit einer Lehrtätigkeit an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg kombiniert. Eine Win-Win-Situation für Studenten und den Manager gleichermaßen, hinsichtlich Abwechslung, Erfahrung und Weiterentwicklung.

 

Raiko Behrens arbeitet als Abteilungsleiter bei Vattenfall und lehrte einige Zeit an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg. Für ihn die optimale Gelegenheit zur beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung.

Erklärtes Ziel der HAW ist es, „nachhaltige Lösungen für die gesellschaftlichen Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft zu entwickeln.“ Ein Volltreffer für Raiko Behrens. Dieses Ziel passt perfekt zu seinen persönlichen Vorstellungen. Er möchte neue Wege beschreiten, seinen Berufsalltag auffrischen und die Karriere voranbringen. So nimmt Raiko Behrens das Angebot der Hochschule an und lehrt dort Energietechnik. Zusätzlich zum Job. Sein Arbeitgeber macht es möglich und stellt ihn zeitweise frei. Schließlich haben persönliche und berufliche Weiterentwicklung bei Vattenfall einen besonderen Stellenwert.

Studenten schätzen den Praxisbezug

An der HAW lehren und leben die Studenten reflektierte Praxis. Das heißt: Erlerntes reflektieren und im Alltag umsetzen. Und wer kann Inhalte besser vermitteln als Lehrende, die aus eigener Berufserfahrung schöpfen. Die wissen, was die Studenten später im Beruf brauchen. Das ist es, was die HAW-Studenten schätzen: Die Vielfalt der Studiengänge auf wissenschaftlicher oder künstlerischer Grundlage mit starkem Bezug zur Praxis.

Raiko Behrens (mi.) an seinem Arbeitsplatz, Foto: Vattenfall

Raiko Behrens unterrichtet Energietechnik. Der gelernte und diplomierte Elektrotechniker kennt sich aus und hat Antworten parat. Zwischen 25 und 30 Studenten der Fachrichtung „Gefahrenabwehr“ und „Rettungsingenieurwesen“ folgen seinen Ausführungen.

Großen Gesprächsbedarf gibt es stets beim Thema „Herausforderungen der Energiewende“. Die Studenten leiten daraus sinnvolle und machbare Handlungsoptionen ab. Darüber hinaus beschäftigen sie sich mit Fragen rund um den Aufbau und die Funktionsweise von Kohle- und Kernkraftwerken. Sie wollen mehr über Blockheizkraftwerke, Windkraftanlagen und Photovoltaik wissen. Auch Übertragungs- und Verteilungsnetze werden thematisiert.

„Es macht Spaß, wissbegierigen Menschen Lerninhalte zu vermitteln und ihnen so den Karriereweg zu ebnen. Auch habe ich gelernt, komplexe technische Sachverhalte verständlich zu erklären. Außerdem beschäftigt man sich als Lehrender viel intensiver mit den Themen“, sagt Raiko Behrens. Weiterer Pluspunkt und rhetorisch wertvoll für Behrens: Vor großem Publikum zu referieren und selbstsicher aufzutreten.

Weiterentwicklung bedeutet Spagat im Alltag

Das stillgelegte Kernkraftwerk Brunsbüttel, Foto: Vattenfall

Als Manager im Vattenfall Nuclear Expert Center leitet Raiko Behrens seit vier Jahren ein Team von 80 Beschäftigten. Zuvor arbeitete er als Schichtleiter im Kernkraftwerk. „Ich habe frühzeitig erkannt, das Veränderungen in der Kernkraftsparte bevorstehen, meine berufliche Situation analysiert und nach meinen Karriereweg gesucht“, erzählt Raiko Behrens. Das Angebot der HAW kam wie gerufen.

Ob im Berufs- oder im Privatleben, die Doppelbelastung wird spürbar. Der zeitliche Aufwand ist immens. So legt der Manager und Vater von vier Kindern einen Spagat für die Karriere hin: Zwei Unterrichtsstunden pro Woche, Lehrgänge, Unterrichtsvorbereitungen und Korrektur der Klausuren. „Da kamen mehr als fünf Stunden in der Woche zusammen“, resümiert er. „An vielen Wochenenden musste meine Familie zurückstecken. Ich bin all meinen Vertrauten dankbar, dass sie mir den Rücken gestärkt haben“, lächelt Raiko Behrens zufrieden.

Inzwischen hat er wieder mehr Zeit für Familie und Hobby. Das Lehrmandat hat er an einen Kollegen aus dem Kernkraftwerk Krümmel weitergegeben. Optimistisch schaut der passionierte Hobbybauer mit seinem kleinen Bauernhof, den er und seine Familie mit Schafen, Hühnern, Gänsen, Enten, Kaninchen, einem Hund und einem Pferd teilt, nach vorn, freut sich auf die neue Arbeitswoche und versichert: „Einfach mal neue Wege beschreiten zu dürfen hat mir geholfen, flexibel zu bleiben.“

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HAW Hamburg

Raiko Behrens
Experte
5. Oktober 2017

Nach meinem Abitur heuerte ich bei der Deutschen Marine an. Ich wurde zum Schiffstechnischen Offizier ausgebildet und absolvierte mein Studium der Elektrotechnik bei der Universität der Bundeswehr in Hamburg. Nach einigen Jahren Seefahrtzeit führte mich mein Weg anschließend zu Vattenfall, wo ich zunächst als Schichtleiter im Kernkraftwerk einstieg. Seit 2013 arbeite ich in verschiedenen Managementpositionen bei der Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH.

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