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Weltklimakonferenz 2016 in Marrakesch
Experte
10. November 2016
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Weltgemeinschaft führt Klimaabkommen fort

Die Weltklimakonferenz COP22 in Marrakesch läuft. Mehr als 25.000 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Interessenverbänden sowie 1.500 Journalisten aus aller Welt treffen sich, um die Umsetzung des Abkommens von Paris zu konkretisieren. Auch mit vor Ort ist Erik Filipsson in seiner Funktion als Strategic Policy Advisor bei Vattenfall. Er beobachtet die Klimaverhandlungen und berichtet über seine Eindrücke.
Weltklimakonzept, Quelle: Fotolia, Romolo Tavani

Weltklimakonzept, Quelle: Fotolia, Romolo Tavani

Vattenfall verfolgt aus nächster Nähe, wie die neue internationale Klimapolitik für den Zeitraum nach 2020 Formen annimmt, denn die auf globaler Ebene getroffenen Beschlüsse werden sich auch auf die Politik der Europäischen Union und die der einzelnen Länder auswirken. Erik Filipsson gibt seine Beobachtungen wieder:

 

Viele hoffen, dass die Gespräche in Marrakesch direkt an die positiven Entwicklungen vom Klimagipfel in Paris im vergangenen Jahr anknüpfen können, wenn es darum geht ein detaillierteres Regelwerk für die konkrete Umsetzung auszuarbeiten.

Ziele müssen jetzt erfüllt werden

Viele Teilnehmer der Weltklimakonferenz COP22 haben bereits viel Arbeit hinter sich, bevor die Konferenz richtig startete. Schon dem Pariser Abkommen in 2015 gingen jahrelange Verhandlungen voraus. Aber dennoch beginnt jetzt der wichtigste Teil der Arbeit in Marrakesch. Die Länder müssen zeigen, dass sie bereit sind, die von ihnen vorgestellten und angestrebten Ziele zu erfüllen.

Konkret für die Weltklimakonferenz COP22 geht es darum, über Vereinbarungen und Beschlüsse die Kluft zu überbrücken, die zwischen den Klimazielen der einzelnen Länder und dem globalen Emissionsfahrplan besteht. Nur so sind die übergeordneten Temperaturziele zu erreichen. Darüber hinaus muss ermittelt werden, wie weitere Ressourcen mobilisiert werden können, um die Finanzierung der Maßnahmen zu sichern, die den weniger weit entwickelten Ländern zugesagt wurde.

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Als das Pariser Abkommen am 4. November 2016 in Kraft trat, leuchtete der Eiffelturm grün.

Am 4. November, nur wenige Tage vor Beginn der Weltklimakonferenz COP22 in Marokko, trat das Pariser Abkommen – das erste echte globale Klimaabkommen der Welt – in Kraft und wurde damit für alle beteiligten Parteien bindend. Es dauerte nur knapp ein Jahr nach Schließung des Pariser Abkommens bei der COP21-Konferenz im Dezember 2015, bis das Abkommen ratifiziert wurde. Im Vergleich dazu dauerte es knapp sieben Jahre, bis das aus dem Jahr 1997 stammende Kyoto-Protokoll im Jahr 2005 endlich in Kraft trat.

Klarer Wille zum Kampf gegen Klimawandel

Die schnelle Ratifizierung ist ein Zeichen für das große Engagement und die Entschiedenheit, die die globale Klimapolitik heute prägen. Statt sich auf die Unterschiede in den einzelnen Ländern zu konzentrieren, ist ein klarer Wille erkennbar, zusammenzuarbeiten und der vom Klimawandel ausgehenden Bedrohung ernsthaft zu begegnen. Ein weiterer wichtiger Unterschied besteht außerdem darin, dass die Gesellschaft heute, beinahe zwanzig Jahre nach Kyoto, sich der Risiken eines ins Wanken geratenen Klimasystems sowie der Alternativen infolge einer tief greifenden Umstellung des Energiesystems stärker bewusst ist.

Das große Ziel der COP-Konferenzen, die Umstellung auf ein klimafreundliches Energiesystem, ist zentraler Bestandteil der Strategie von Vattenfall. Deshalb verfolgt das Unternehmen die Konferenz von vor Ort. Vattenfall würde es begrüßen, wenn die Länder ihre Zielsetzungen bei den nationalen Klimaplänen so schnell wie möglich höher stecken würden, damit das übergreifende Ziel, die globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, erreicht werden kann.

Links

Weltgemeinschaft führt das Klimaabkommen in Marrakesch fort

Vattenfall ist dabei, wenn sich die Welt auf der nächsten Klimakonferenz versammelt

EU stimmt Klimaabkommen zu

Schon bald Wirklichkeit – das Klimaabkommen

Verschärfte Klimaziele schaffen neue Möglichkeiten

 

 

Erik Filipsson
Experte
10. November 2016

Ich bin als Strategic Policy Advisor bei Vattenfall tätig. In dieser Funktion bin ich in Marrakesch vor Ort, um die Klimaverhandlungen zu beobachten. Von meinen Eindrücken berichte ich auf www.news.vattenfall.com.

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