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Windpark
Experte
10. April 2015
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Wirtschaftsfaktor Offshore Windpark

Der Offshore Windpark DanTysk ist ein bedeutender Schritt für Deutschlands Energiezukunft: 288 Megawatt Zubau an erneuerbaren Energien, jedes Jahr rund 1,5 Millionen Tonnen CO2 in der Atmosphäre weniger und nicht zuletzt ein weiteres Signal für die Machbarkeit von Bauprojekten dieser Größenordnung und Komplexität in Deutschland.

Merkel setzt auf Erneuerbare

Bis 2020 sollen in Deutschland 10 Gigawatt Windenergie aus Offshore installiert sein, das ist erklärtes Ziel der Regierung. Seit im März 2011 der Reaktorunfall in Fukushima einen Ausstieg aus der Kernenergie nach sich zog, setzt Angela Merkel auf die Erneuerbaren.

Wirtschaft nimmt Herausforderung an

Leistung_offshore

Grafik: WAB, windenergie agentur

Im Energiekonzept der Bundesregierung vom 28. September 2011 rangiert die Offshore-Windenergie dabei vor allen anderen erneuerbaren Energien. Um das Tempo des Ausbaus zu erhöhen, setzt die Regierung auf ein Maßnahmenpaket. Sie novelliert das Erneuerbaren Energien Gesetz und die Seeanlagenverordnung und schafft ein Sonderprogramm „Offshore-Windenergie“ der KfW mit einem Fördervolumen von 5 Milliarden Euro. Die Wirtschaft hat die Herausforderung angenommen. Nach ersten Testversuchen beispielsweise mit dem Projekt „alpha ventus“ geht jetzt ein Windpark nach dem anderen ans Netz.

Kosten-/Nutzenrechnung geht auf

Vollaststunden

Quelle: WAB Analyse, Grafik: WAB windenergie agentur

Seit Beginn der Initiative für den Ausbau der Offshore-Windparks verstummt auch die Kritik nicht. Zu aufwendig, zu teuer, zu unzuverlässig und auch zu umweltschädlich seien die Parks, so heißt es. Doch im Vergleich wozu? Sicherlich sind Windparks in der offenen See aufwendiger umzusetzen und bergen manche Herausforderung. Doch der Standort hat den Vorteil, dass die Kapazitäten wesentlich zuverlässiger vorhanden sind. Schafft eine Windturbine an Land 2.600 Volllaststunden, so kommt man auf hoher See auf über 4.500. Photovoltaikanlagen kommen statistisch auf 1.000 Volllaststunden. Diese Verlässlichkeit ist ein wesentlicher Vorteil.

Förderung liegt im Mittel

Kosten_an_Stromerzeugung

Grafik: WAB, windenergie agentur

Bei der Förderung liegt der Anteil der Offshore-Windenergie nach dem Erneuerbaren Energien Gesetz in der Mitte und belastet den Steuerzahler somit nicht mehr als andere Erneuerbare Energiequellen. Die Einspeisevergütung, auf 20 Jahre gerechnet, ist schon jetzt mit rund 10 Cent pro Kilowattstunde niedriger als zum Beispiel bei der Photovoltaik. (11 – 15 Cent pro Kilowattstunde, Quelle WAB, Bundesnetzagentur).

 

Umweltschutz ist immer ein Thema

Der Umweltschutz hat Priorität bei der Errichtung der Windparks. Hier können die Deutschen aus den internationalen Erfahrungen lernen und ihre Expertise einbringen sowie Verfahren weiterentwickeln. Hier und auch in anderen Sektoren entstehen neue Konzepte, Arbeitsplätze und Geschäftsmöglichkeiten.

Neuer Wirtschaftssektor

Umsatz_Branche

Grafik: WAB, windenergie agentur

Die Bundesregierung geht von einer Investitionssumme bis 2020 von 30 Milliarden Euro aus. In Deutschland etabliert sich die Offshore-Branche als neuer und starker Industriesektor. Ob Fundamente, Türme, Rotorblätter oder Turbinen, ob Service, Wartung oder Logistik – alle Bestandteile und Arbeitsbereiche eines Offshore-Windparks können schon heute oder in naher Zukunft mit deutschem Know-how abgedeckt werden.

 

Arbeitsplätze

Quelle: PwC-Studie „Volle Kraft aus Hochseewind“, 2012 (3); BMU, Grafik: WAB, windenergie agentur

Fachkräftebedarf wächst

Mit der Branche wächst auch der Bedarf an Fachkräften. Schon heute arbeiten über 10.000 Beschäftigte in der deutschen Offshore- Windindustrie. Auch küstenferne Standorte im Süden profitieren durch den Maschinenbau vom Ausbau der Windkraft auf See. Bis 2021 schätzt eine Studie der WAB  in Zusammenarbeit mit PwC können es bis zu 33.000 Beschäftigte werden.

Professionelle Verstärkung wird gebraucht

Allein für DanTysk sind in Hamburg mehr als 60 hochqualifizierte Kaufleute und Ingenieure beteiligt und mehr als 50 Dienstleister aus der Metropolregion involviert. In Anbetracht der zahlreichen weiteren Projekte können Vattenfall und die Stadtwerke München professionelle Verstärkung in Sachen erneuerbare Energien gebrauchen.

Kooperationen von Spezialisten sichert Projekterfolg

Marktteilnehmer_pro_Bundesland

Grafik: WAB, windenergie agentur

Wie jedes anspruchsvolle Großprojekt war auch DanTysk nur gemeinsam mit Spezialisten realisierbar. Mit ihrer Technik und ihrer Kompetenz haben sie entscheidend dazu beigetragen, aus Planungen einen zuverlässig funktionierenden Windpark entstehen zu lassen. So stammen die 80 Windturbinen der 3,6-Megawatt-Klasse von Siemens.  Joint Venture Strukton/Hollandia lieferte und installierte das 155/33-Kilovolt-Umspannwerk. Die Reederei Swire Blue Ocean transportierte und errichtete die 80 Windenergieanlagen mit dem Installationsschiff Pacific Osprey. Joint Venture Aarsleff Bilfinger Berger verantwortete Design, Fertigung und Installation der 80 Monopile-Fundamente. TenneT sorgte als zuständiger Übertragungsnetzbetreiber für den unbedingten Netzanschluss des Windparks (SylWin1). Nobiskrug (Rendsburg) verantwortete Design, Fertigung und Installation der Offshore-Wohnplattform für die Servicemitarbeiter. Visser & Smit Marine Contracting war zuständig für die Planung, Lieferung und Verlegung der Innerparkverkabelung sowie das Einziehen der Kabel in die Fundamente. Ein internationales Team, an dem der Anteil deutscher Kompetenz mit jedem realisierten Projekt wächst.

Ausbau läuft auf Hochtouren

Deutschland holt auf. In Europa drehen sich in fünf Ländern insgesamt bereits rund 1.000 Vattenfall-Turbinen im Wind – und es werden immer mehr. Allein Vattenfall will bis zum Jahr 2016 das Windportfolio von derzeit 1,8 auf 2,8 Gigawatt ausbauen. Der Wirtschaftsfaktor Offshore-Windpark gewinnt an Bedeutung. Schon heute ist Vattenfall der zweitgrößte Offshore-Betreiber weltweit. Mit jedem Projekt wächst der Erfahrungsschatz – und damit auch das Know-how für kommende Herausforderungen.

 

Diane Vrielmann
Experte
10. April 2015

Diane Vrielmann verantwortet seit 2011 den Aufgabenbereich Kommunikation für die Windenergie-Aktivitäten in Deutschland. Zuvor hat sie die vielen Facetten des Unternehmens in unterschiedlichen Stationen kennengelernt. Heute verfügt sie über ein umfangreiches Wissen rund um die Windenergie und steht im täglichen Kontakt mit ihren Kollegen, die Planung, Bau und Betrieb von Windparks an Land und auf See verantworten. Wenn es sein muss, ist sie auch selbst vor Ort ganz nah dabei: Sei es offshore bei der Installation der Anlagen oder in der Region, um mit Anwohnern über aktuelle Planungen zur Windenergienutzung zu diskutieren.

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