Alle Themen
Auszubildende zur Mechatronikerin | Johanna Zibell beim Fräsen und Drehen
Experte
7. März 2016
Zurück

Zum Frauentag: Mehr Mädchen und Frauen in die Technik

Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Seit hundert Jahren steht er für Emanzipation und Gleichberechtigung der Frauen. Wir nehmen diesen besonderen Tag zum Anlass und stellen Ihnen eine unserer jüngsten Kolleginnen vor. Sie hat erst vor kurzem ihre technische Ausbildung zur Mechatronikerin begonnen. Jetzt wird die junge Frau ins Berufsleben starten.

Johanna Zibell ist 16. Diese junge Frau ist einzigartig, denn in ihrem Jahrgang ist sie die einzige weibliche Auszubildende Mechatronikerin. Dabei war die Wahl für sie nur konsequent: „Ich habe mich schon immer mehr für Technik interessiert“, grinst sie. Schon als Kind hat sie ihrem Vater über die Schulter geschaut, wenn er die PC-Probleme anderer gelöst hat. Eins ihrer Hobbies sind ferngesteuerte Autos. Sie hat welche mit elektrischem und eins mit benzinbetriebenem Motor. „Wenn sie kaputt gingen, musste ich sie auch wieder reparieren.“

Technikunterricht schafft erste Voraussetzungen

Der Einsatz an technischen Maschinen bringt Johanna Zibell viel Spaß, Foto: Vattenfall

Der Einsatz an technischen Maschinen bringt Johanna Zibell viel Spaß, Foto: Vattenfall

Auch in der Schule wählte Johanna Zibell Technikunterricht als Wahlpflichtkurs ab Klasse 7. „Das war sehr interessant, wir haben unter anderem Holz, Kunststoff und Plexiglas bearbeitet.“ Vier der 13 Kursteilnehmer waren Mädchen. Von ihren Freundinnen teilt keine ihre Leidenschaft für Technik. „Keine Ahnung warum das so ist“, sagt sie achselzuckend.

Erste Unternehmensluft

Im Rahmen des Girlsdays und eines Praktikums hat sie ausprobiert, in welche Richtung ihr Berufsweg gehen soll. Durch ihren Vater der bei Vattenfall arbeitet, konnte sie hier erste Unternehmensluft schnuppern.

Mehr als 30 Bewerbungen

Letztes Jahr hat Johanna Zibell ihren Realschulabschluss gemacht. Rund 30 Bewerbungen schickte die gebürtige Schleswig-Holsteinerin zuvor los. „Die kleinen und mittleren Firmen haben spät oder gar nicht reagiert“, blickt sie auf die anfänglichen Schwierigkeiten zurück. „Ich habe mich aber auch bei anderen großen Firmen beworben; z. B. bei der Hochbahn und bei Daimler. Beide haben mich zum Einstellungsgespräch eingeladen, und die Hochbahn hätte mich auch genommen. Den Termin bei Daimler habe ich abgesagt als klar war, dass ich bei Vattenfall anfangen kann.“

Einziges Mädchen bei den Mechatronikern im Jahrgang

Hier im Bildungszentrum am Moosrosenweg in Hamburg finden viele Lehrgänge statt, Foto: Vattenfall

Hier im Bildungszentrum am Moosrosenweg in Hamburg finden viele Lehrgänge statt, Foto: Vattenfall

Hier steht sie aktuell an der Werkbank im Ausbildungszentrum in Hamburg-Bramfeld. Drehen und Fräsen stehen auf dem Arbeitsplan. Dass sie die einzige junge Frau im Team ist, macht ihr nichts aus. „Da ich immer schon eher mit Jungs abhing, geht das total. Ich vermisse es nicht, dass jetzt kein zweites Mädchen dabei ist.“ Im Gegenteil, manchmal genießt sie es, die einzige Frau zu sein: „Wenn ich etwas nicht heben kann, helfen die anderen dann auch.“ Derzeit lebt sie zusammen mit drei Jungs in einer WG im Norden Hamburgs und fühlt sich dort gut aufgehoben. Das Unternehmen hat die Wohnung für den Anfang zur Verfügung gestellt. So können die Auszubildenden sich zunächst auf den Berufsstart konzentrieren und sich später eine eigene Bleibe suchen.

Berufswahl hat nicht überrascht

Büffeln gehört zur Ausbildung mit dazu, Foto: Vattenfall

Büffeln gehört zur Ausbildung mit dazu, Foto: Vattenfall

Was Johanna Zibell nach der Ausbildung machen will, weiß sie noch nicht. „Ich hab ja gerade erst angefangen. Das hängt davon ab, wie gut ich bin und ob mir etwas angeboten wird“, sagt sie. Viele ihrer Kollegen wollen noch studieren, haben Fachabitur oder Abitur. „Außer mir haben noch drei weitere einen Realschulabschluss. Da muss man sich dann eher hinsetzen und büffeln.“

Ihre Eltern hat die Berufswahl nicht überrascht. „Für sie war klar, dass ich nicht im Büro arbeite.“ Dass ihre kleine Schwester in ihre Fußstapfen tritt, glaubt Johanna Zibell jedoch nicht: „Sie spielt lieber mit Puppen.“ Aber wer weiß. Die Chancen für Mädchen in technischen Berufen stehen gut. Und mit Johanna hat die kleine Schwester bereits einen besseren Zugang als viele andere Mädchen und junge Frauen.

Mehr starke Frauen können Sie in diesen Artikeln kennenlernen:

Hut ab: Für Berlins Fernwärme hat Bauleiterin Regine Meier den Hut auf

Architekturpreis für eine bewegte Landschaftsarchitektin

Artenvielfalt auf der Tagebau-Kippe

Von Miniküchen und Kräutergärten, Zukunftsdenkern und Rucksack-Schulen: Die Stiftung Lausitzer Braunkohle

20 Jahre Vattenfall Umweltstiftung

 

Johanna Zibell
Experte
7. März 2016

Seit dem Sommer 2015 bin ich bei Vattenfall Auszubildende zur Mechatronikerin. Erste Unternehmensluft habe ich bereits im Rahmen des Girlsday und eines Praktikums im Kernkraftwerk Krümmel geschnuppert.Das hat mich sehr gefreut, dass ich meine Ausbildung bei Vattenfall machen kann.

  • Experte
    Simone Ziegner Simone Ziegner
    27. März 2018

    Heizkraftwerk Tiefstack hat Jubiläum

    Nicht jeder Kraftwerksstandort kann auf eine so lange Tradition zurückblicken wie Tiefstack. Bereits seit über 100 Jahren wird hier Energie erzeugt. Immer wieder veränderten sich die Anlagen. In diesen Tagen [...]
  • Experte
    Bernd Mensing Bernd Mensing
    14. Februar 2018

    Neue Hotels in Hamburg boomen – Gute Aussichten für die Hamburger Fernwärme

    Der Tourismus boomt in Hamburg. Mehr als 13 Millionen Gäste kamen im letzten Jahr in die Hansestadt, mit stark steigender Tendenz. Immer mehr neue Hotels öffnen ihre Türen, allein zehn [...]
  • Experte
    Harry Budwilowitz Harry Budwilowitz
    9. Februar 2018

    Ausbildung zum Elektroniker/in für Automatisierungstechnik

    Die Automatisierung von Prozessen wächst stetig. Da scheint die Ausbildung zum Elektroniker/in für Automatisierungstechnik zukunftsträchtig zu sein. Vattenfall bildet in fünf technischen Berufen und fünf dualen Studiengängen aus. Um einen [...]